Flörsheim am Main, den 7. Dezember 2011
Sehr geehrter Herr Ministerpräsident,
über die Presse habe ich heute erfahren, dass der Hessische Friedenspreis 2011 an die Japanerin Sadako Ogata verliehen wurde, und ich zolle dieser Frau großen Respekt. In der Feierstunde im Landtag würdigten Sie sie als Weltbürgerin, die Flüchtlingen, Kriegsopfern und Benachteiligten auf der ganzen Welt eine Stimme gebe, die gehört werde, und Sie wünschten ihr von Herzen noch mehr Einfluss. Die Preisträgerin fühlte sich geehrt für ihr Konzept der „Menschlichen Sicherheit“, und ich freue mich außerordentlich für diese mutige Japanerin, doch nun frage ich Sie:
Wo bleibt die „Menschliche Sicherheit“ für die Bürgerinnen und Bürger, die unter der Einflugschneise der neuen Landebahn leben?
Warum hören Sie unsere Stimme nicht und ignorieren sämtliche Proteste entgegen dem von Ihnen abgeleisteten Amtseid?
Ist es nicht höchste Zeit, die niemals für möglich gehaltenen menschenverachtenden Auswirkungen zu stoppen und die Landebahn zu schließen?
Mit welchem Recht muss ich meine Gesundheit dem Größenwahn von Fraport opfern?
Werden Sie erst wach, wenn ich mich an Frau Sadako Ogata wende, damit sie mir eine Stimme gibt, die gehört wird, denn ich bin eine Benachteiligte, die unfreiwillig aus ihrer Heimatstadt vertrieben wird?
Es ist unfassbar und skandalös, was in diesen Tagen mit der Region Rhein-Main geschieht, denn noch immer sind es die Menschen, die im Mittelpunkt des Geschehens stehen, und nicht irgendwelche Umsatzsteigerungen ins Unermessliche.
Sorgen Sie für Frieden in der Region, nehmen Sie Ihre Klage gegen das Nachtflugverbot zurück und schließen Sie die Bahn. Ich verspreche: Dann ist Ihnen der Hessische Friedenspreis 2012 sicher!
Margit Dörrhöfer
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