Wohnungssuchende waren durch diesen Artikel verunsichert und keine noch so schöne Wohnung wollte man unter diesen Voraussetzungen hier anmieten. Ich selber hatte eine vom Eddersheimer nervenden Durchgangsverkehr abgelegene Wohnung für acht Monate frei. Dann kamen Interessenten aus Flörsheim (ein Jahr vor der Inbetriebnahme der neuen Landebahn), die meinten, nach den aufgezeichneten neuen Abflugrouten kann es nur besser werden.
In der Tat, seit dem 21. Oktober 2011 hat sich der uns überziehende Lärmteppich um 90 Prozent verringert (bezogen auf die Ortsmitte Eddersheim). Wir haben, wenn es hoch kommt, am Tage maximal zehn bis fünfzehn Überflüge auf der alten TABUM-Route. Wir können wieder ungetrübt abends unser Fernsehprogramm sehen und hören.
Die landenden Flugzeuge bei einer Ostwetterlage überfliegen den Reiterhof südlich der Flörsheimer Straße. Dies ist für diese Leute eine neue „Lärmqualität“, aber nicht so wie beim Start einer alten Boing 747 oder eines Airbus 320. Allerdings sind die Landungen häufiger, denn alles was landet, muss über die beiden Landebahnen, eine über Raunheim und die andere über Flörsheim und den Reiterhof. Dies bedeutet, für Raunheim wurde die Anzahl der landenden Überflüge halbiert und Flörsheim hat diesen Lärmteppich unmittelbar übergestülpt bekommen.
Auch hier ist der Lärm der landenden Maschinen in der Ankerstraße und den angrenzenden Häusern zu hören. Die Stärke und die Frequenz des Fluglärms ist eine andere als bei einem Start. Der dann entstehende Bodenlärm nach dem Aufsetzen ist ein anderes Problem. Hiervon ist vor allem Okriftel betroffen. Vor Jahren, als die Landebahn spruchreif wurde, habe ich in der Hattersheimer Fluglärmkommission beantragt, man müsse eine Lärmschutzwand entlang der Landebahn errichten, um die Absorption des Schalls durch den abgeholzten Wald zu ersetzen. Dies kann nicht nur eine glatte Betonwand sein, nein, die muss nach akustischen Gesichtpunkten auf der Schallseite ausgestaltet sein. Dies fand seinerzeit Bürgermeister Franssen lächerlich! Nun kommt aus Frankfurter SPD-Kreisen die Forderung nach einer Schallschutzwand.
Unbeschadet von allen notwendigen Verbesserungen muss das Nachtflugverbot bestehen bleiben. Dies war Grundlage und fester Bestandteil des Ausbaues und wurde im Mediationsverfahren fest geschrieben.
F. Hohmeier, Eddersheim