Ein paar dunkle Wolken können nicht schrecken

Trotz recht kühler Witterung feierten die Gustavsburger ihr 60. Burgfest so intensiv wie gewohnt

Der letzte Bieranstich für Bürgermeister Richard von Neumann mit SKB-Chef Daniel Martin gelang.
(gus/Fotos: Steinacker)

GUSTAVSBURG (gus) – Es hätte leicht ein ganz trübes Burgfestjahr werden können. Schwere, regenträchtige Wolken am Himmel waren der ständige Begleiter in diesem Jahr, als die Gustavsburger und ihre zahlreichen Gäste auf der Ochsenwiese das Burgfest feierten. Doch am Freitagnachmittag, 14. Mai, hörten die Regenschauer, die den Vereinen den Aufbau erschwerten, plötzlich auf. Es blieb zwar ein etwas düsteres und bei Temperaturen von niedrigen zweistelligen Graden recht kühles, aber eben dann doch erstaunlich regenarmes Wochenende über der Mainspitze – nichts, was die Menschen vom Feiern abschrecken konnte.

„Wir sind sehr zufrieden mit der Resonanz. Am Samstag und Sonntag waren alle Bänke teilweise bis auf den letzten Platz besetzt“, zeigte sich Organisator Daniel Martin begeistert vom Zuspruch. Das mit dem größten Andrang verbundene Parkchaos rund um das Burgparkgelände bekam der Sport- und Kulturbund als Veranstalter einigermaßen in den Griff, indem die Wiese nördlich der Geländezufahrt „Auf der Mainspitze“ für die Autos geöffnet wurde. Wer allerdings trotz der Halteverbotsschilder entlang der Zufahrtswege parkte, der musste mit dem Abschlepper rechnen, der auch das eine oder andere Gefährt aus dem Weg schaffte.

Das Festgelände hatte der SKB in diesem Jahr zu beiden Seiten um drei Meter erweitert und so mehr Platz für die Gänge und Sitzgarnituren geschaffen. Das fiel zwar gar nicht weiter auf, denn voll ist voll, aber das brachte angesichts des Zustromes zumindest für bestimmte Stunden die zusätzliche Kapazität, die benötigt wurde, um allen Besuchern ein Plätzchen zu bieten.

Ansonsten verließ sich der SKB auf das Bewährte. Als ein gutes Zeichen wertet es der Vereinszusammenschluss schließlich, wenn die Schausteller weitgehend dieselben sind wie im Vorjahr. Heißt dies doch nichts anderes, als dass sie mit ihren Geschäften auf der Ochsenwiese durchaus zufrieden sind. Wie immer, begann die Burgfestwoche schon am Montag, 9. Mai, mit einzelnen Aktivitäten von Vereinen wie dem Tennisturnier, gefolgt vom Quizabend am Donnerstag, 12. Mai, im Bürgerhaus und der Festeröffnung durch Bürgermeister Richard von Neumann und dem SKB-Vorsitzenden Martin.

Dem Rathauschef blieb die Glückssträhne treu, in 24 Jahren ohne größere Sauerei durch die Fassanstiche der Burgfeste gekommen zu sein. Die 60. Ausgabe, ein Jubiläumsburgfest mithin, auch wenn dies keine ganz so große Rolle spielte an den drei Tagen und vier Abenden, war damit standesgemäß eröffnet. Der erste kulturelle Beitrag kam mit der Band „ScaleSurferS“ von Jugendhaus der Stadt. Auf die Verpflichtung des ersten Hauptacts des Jahres, der Auftritt der „Münchner Zwietracht“, war Daniel Martin im Vorfeld besonders stolz, ist es doch ein Schritt zur Ergänzung des Bühnenprogramms mit vielen regionalen Zuschauermagneten um eine überregional bekannte Gruppe.

In diese Kategorie fallen aber auch die von früheren Auftitte an der Mainspitze und auf der Burgfestbühne schon bestens bekannten Band „Still Collins“ aus Bonn, die am Sonntagabend den Platz vor der Bühne füllte, sowie die Frankfurter „Urban Club Band“, die am Samstagabend zu sehen war.

Am frühen Abend gab es am Samstag die Guggemusiker der „Meenzer Rhoigeister“ und am Sonntag „Flap Jack“ zu erleben, so dass an den beiden Tagen mehr als vier Stunden Livemusik geboten wurden. Den letzten Auftritt vor dem Abschlussfeuerwerk hatte am Montagabend dann „Timexx“, ein regionaler Abschluss mit Rock-, Funk- und Pop-Klassikern. Am Ende der sechs Bandautritte schätzte der SKB, rund 15.000 Besucher auf die Ochsenwiese gelockt zu haben, davon ein Großteil wegen der überregional bekannten Bands und durch viele auswärtige Besucher.

Den lokalen Charakter des Burgfestes zeigen die Vereine nicht nur durch ihre Essensstände rund um den östlichen Teil des Festplatzes, sondern auch durch ihre Beteiligung am Bühnenprogramm an den Nachmittagen. Hierfür war der Gesangverein Einigkeit Gustavsburg am Sonntagmittag verantwortlich, am Montag brachte die Musikschule Mainspitze vornehmlich Gustavsburger und Ginsheimer Kinder mit ihren Instrumenten und Stimmen auf die Bühnen - zur großen Begeisterung der Geschwister, Eltern und Großeltern, versteht sich.

Auch der Sonntags-Frühschoppen mit Steffen Haas und seiner Frau Jenny als „Duo Zweisam“, ist als Beitrag des Hauses Mainblick, das Haas leitet, ein lokales Ereignis.

Der ökumenische Gottesdienst am Montagmorgen mit dem Evangelischen Bläserchor ging in den Frühschoppen mit dem Ginsheimer Evangelischen Posaunenchor über, so dass auch zwei örtliche kirchliche Gruppen zu sehen und hören waren. Eine Besonderheit war anschließend die Einsatzübung der beiden Jugendfeuerwehren der Stadt, dem der Kindernachmittag auf der Bühne folgte.

Bis Montagnachmittag waren Daniel Martin keine nennenswerten Auseinandersetzungen unter Besuchern des Burgfestes bekannt geworden, wie es sie bei solchen Volksfesten gelegentlich schon mal gibt, wenn der Alkohol zu reichlich fließt. Doch das Burgfest hebt sich gerade in dieser Beziehung auch etwas ab, ist alles andere als ein Bierfestival und zieht offenbar die Klientel nicht an, die sich auf Volksfesten zum Abschuss trifft.

Es sieht daher nicht so aus, als müsste der SKB sich über grundsätzliche Änderungen am Burgfest-Konzept Gedanken machen. Kleine Änderungen wird es immer wieder geben, auch die Vereine werden sich jedes Jahr neu überlegen, was sie anbieten sollen. Dass es 2017 ein paar Grad wärmer und am Himmel ein bisschen freundlicher aussehen möge, ist ein Wunsch, den umzusetzen nicht in der Macht der Veranstalter steht. Der Zeitpunkt an Pfingsten ist ideal, um nicht zu heißes und nicht zu kaltes Wetter erwarten zu können. Auch an der Terminierung gibt es also nichts zu rütteln.

Weitere Bilder vom 60. Burgfest siehe unter "Galerien"

 

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