Flörsheimer Zeitung

Leserbriefe

Leserbriefe geben stets die Ansicht des Einsenders wieder die nicht unbedingt mit der Meinung der Redaktion übereinstimmen muss. Die Redaktion behält sich das Recht vor, die Briefe zu kürzen.

Ganze Welten
(Flörsheimer Zeitung Nr. 35 vom 3. September 2010)

Hätten Sie’s gewusst ?
Preisfrage: Wie heißt die große mitgliederstarke Organisation in Deutschland, in deren Grundsatzprogramm sich folgende Kernaussagen befinden?
„Wir wollen die Natur in ihrer Vielfalt und ihrem Artenreichtum bewahren und den Flächenverbrauch deutlich vermindern. Natur hat für uns Eigenwert“.
Und weiter: „Für uns gilt die ethische Verpflichtung zum pfleglichen Umgang mit Tieren auch dort, wo kein unmittelbarer Nutzen für die Menschen daraus folgt“.
Im „Hamburger Programm“ vom 28. Oktober 2007 hat die „Sozialdemokratische Partei Deutschlands“ dieses nachahmenswerte Bekenntnis schriftlich festgehalten.
SPD-Mann Michael Antenbrink, Bürgermeister in Flörsheim, hat da völlig andere Vorstellungen. Er möchte beim Gerangel der Gemeinden um die Ansiedlung von Gewerbebetrieben ganz vorne mitmischen. Mit millionenteuren Umgehungsstraßen und der Ausweisung völlig überdimensionierter Gewerbegebiete versucht er, anderen Gemeinden die wenigen ansiedlungswilligen Betriebe wegzuschnappen. Seine Mitbewerber wehren sich mit Steuergeschenken (geringe Hebesätze bei der Gewerbesteuer) oder ebenfalls mit zusätzlichen Straßen. Bei diesem Kampf können die Gemeinden nur verlieren. Leidtragende sind unsere Kinder.
Sie zahlen die Zeche. Gigantische Schuldenberge und eine zerschnittene und betonierte Landschaft als Preis für unseren möglichen kurzfristigen Vorteil. Das ist Egoismus pur!
Mir scheint, zwischen Hamburg einerseits und den Genossen in Flörsheim andererseits liegen nicht nur fünfhundert Kilometer Luftlinie, sondern ganze Welten.

Andrea Schnittler
Eisenbahnstr. 65
Flörsheim

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Die Gemeinschaft ist aufgerufen
(Flörsheimer Zeitung Nr. 35 vom 3. September 2010)

Eigene Betroffenheit ändert die Sicht der Dinge!
1. Umleitung des Verkehrs in Seitenstraßen jetzt und nicht erst, wenn klar ist, es gibt keine Umgehung. Die bisher vom Verkehrslärm verschonten FlörsheimerInnen/Wickerer- und WeilbacherInnen sollten so schnell wie möglich in die Lage versetzt werden, sich aus eigener Erfahrung eine gefühlte und gehörte Meinung zu bilden. Eigene Betroffenheit lässt die Dinge anders aussehen!
2. Die Jungbauern, die mit Riesentraktoren (wo ich mich frage, wie solche Ungetüme auf unseren Strassen zugelassen sein können) und Vollgas auf die Kreuzung zurasen und mit quietschenden Bremsen zum Stehen kommen (und das nicht einmal am Tag, sondern mehrmals) sind vom Lärmund Umweltschutz wohl befreit. Vielleicht gibt es ja zwei Arten von Naturschutz? Das müsste mir mal jemand erklären.
3. Verkehrslärm ist ein ursächliches Problem und nicht das einiger "Natur zerstörender" Anwohner, die immer kränker werden, auch, und insbesondere durch das Unverständnis der selbsternannten Naturschützer. Diese können sich zu ihrem eigenen Wohle und ihrer eigenen Unversehrtheit ehrhaft auf die Schulter klopfen, da sie alles, aber auch alles für die Natur getan haben.
4. Da wir uns alle ausnahmslos am Lärm und der Umweltverschmutzung beteiligen (direkt oder indirekt), ist die Gemeinschaft aufgerufen, gerade diejenigen zu schützen, die am meisten davon zu ertragen haben. Hier ist kein Bürgerentscheid gefragt, sondern Solidarität und Verständnis für die Not von Menschen.

P. Vogel-Jones
Wickerer Straße
Flörsheim

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Einfach nicht wahr
(Flörsheimer Zeitung Nr. 35 vom 3. September 2010)

Sehr geehrter Herr Kilian,
als Sie sich mir vor vier Jahren vorstellten, sagten Sie, dass Sie ein Kolpingbruder seien. Deshalb dachte ich, dass man Ihrem Wort vertrauen könne, weil ich diese Erfahrung in 25-jähriger Mitgliedschaft bei der Kolpingfamilie gemacht hatte.
Leider habe ich mich da sehr getäuscht. Wenn es um die Umgehungstraße geht, streuen Sie ständig Unwahrheiten unter das Volk, so jüngster Zeit beim Bericht des HR im Fernsehen. Hier sagen Sie, die Umgehungstraße zerschneide das letzte Naturschutzgebiet in Flörsheim. Das ist einfach nicht wahr, denn kein Meter Straße wird durch eines der bei uns vorhandenen Naturschutzgebiete laufen.
Im Pressebericht vom 27. September 2010 behaupten Sie, ich hätte gesagt, dass der Baubeginn der B40 neu im Jahre 2008 sei. Das habe ich nie gesagt.
Es ist schade, wenn Parlamentarier zu solchen Mitteln greifen.

Berthilde Enders, BiPro
Vorstandsmitglied und Ortsvorsteherin in Wicker

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Zurücknehmen
(Flörsheimer Zeitung Nr. 35 vom 3. September 2010)

Armer Planet Erde, unser Planet wurde und wird immer noch missbraucht und ausgebeutet. Ich hoffe und denke, jeder von uns ist betroffen von all den Umweltkatrastrophen wie in Pakistan, China, Haiti usw. Auch in Deutschland nehmen Orkane und Hochwasser zu. Rächt sich der Planet für das, was man ihm antut?
Doch was ändert sich in den Köpfen der Menschen? Werden sie endlich wach und versuchen wenigstens in ihrem Umfeld respektvoller mit unseren Ressourcen umzugehen? Wir sind moralisch und ethisch dazu verpflichtet, das zu tun! Der Mensch nimmt sich mehr als wichtig und übersieht die Würde der Natur. Nach wie vor werden immer noch Wälder gerodet; immer mehr Fläche wird zubetoniert. Neue Industriegebiete und Straßen werden geplant; Einkaufszentren, voll gepackt an Unmengen von Waren, schießen aus den Böden. Wer soll das alles kaufen? Ist es nicht sinnvoller, vorhandene Bausubstanzen zu sanieren, anstatt immer mehr Fläche zu verbauen? Zurücknehmen ist angesagt, um noch zu retten, was noch zu retten ist!! Doch solange Machtgehabe und Profitgier in den Köpfen der Menschen ist, wird nichts besser, nur schlechter!
„Die Natur kann ohne uns sein ,aber wir nicht ohne die Natur“.

Brigitte Kollmann
Kapellenstr. 17B
Flörsheim