Flörsheimer Zeitung

Leserbriefe

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Fragen im Verborgenen
(Hattersheimer Stadtanzeiger Nr. 35 vom 3. Septemebr 2010)

Neu Anlegestelle für die Feuerwehr und viele offene Fragen
In Eddersheim werden derzeit die Planungen für eine neue Feuerwehrslipanlage durch die Floriansjünger forciert. Diese soll unterhalb der Eddersheimer Autobahnbrücke entstehen.
Hierzu muss eine Zufahrt über den Hochwasserschutz-Damm und die Einlassstelle gebaut werden. Die geschätzten Kosten liegen bislang bei zirka 240.000 Euro und werden durch die Städte Flörsheim und Hattersheim getragen. Ein kleinen Teil steuert das Land Hessen hinzu.
Durch die Eddersheimer Brandschützer wird dieses Projekt eifrig vorangetrieben. So kam es schon zu Ortsterminen mit Vertretern der Hattersheimer SPD, dei denen die Wichtigkeit erörtert wurde. Das Hauptproblem, so der Feuerwehrchef, sei die Schleuse. Dieser Vorgang dauert, selbst unter optimalen Bedingungen, zirka 5 Minuten. So fährt bei Einsätzen auf dem Main immer ein Fahrzeug der Wehr direkt zur Schleuse und bereitet diese für das Boot vor.
Dieser Zeitverzug ist laut den Brandschützern nicht akzeptabel.
So weit, so gut, sollte man denken.
Einige Fragen hierzu bleiben allerdings im Verborgenen.
Warum muss das Boot erst aus der Wache Eddersheim nach Okriftel an die Slipanlage gebracht werden? Für die rund 6,5 Kilometer vom Feuerwehrhaus Eddersheim benötigen die Brandschützer mit dem großen Bootsanhänger gut 6 bis 7 Minuten.
Liegt denn nicht ganz in der Nähe der Slipanlage die Feuerwehrwache der Okriftler Brandschützer? Richtig! In zirka 700 Meter Entfernung befindet sich die Wache der Okriftler Kameraden. Warum also stationiert man nicht einfach das Boot im Feuwehrhaus Okriftel? Hier wäre die Fahrzeit lediglich 1 bis 2 Minuten.
Der „nicht akzeptable“ Zeitverzug wäre somit ohne Kosten beseitigt.
Die Wehr in Okriftel verfügt über ausreichend Platz, und es gibt genügend ausgebildete Kameraden, welche ebenfalls über die erforderliche Fahrerlaubnis verfügen. Die Führerscheine für das Sportboot könnten sogar noch kostenfrei über das Land absolviert werden.
Anstatt hier einfache Möglichkeiten in Betracht zu ziehen werden große Unsummen zum Neubau einer ausschließlich für die Feuerwehr genutzten Slipanlage in Betracht gezogen. Dass dies nicht bei den geschätzten Kosten bleiben wird dürfte wohl auch offensichtlich sein. Nach heutigem Stand werden allein auf die Stadt Hattersheim rund 120.000 Euro zukommen.
Bedenkt man ebenfalls, dass bei Einsätzen auf dem Main alle Boote der umliegenden Städte mitalarmiert werden, so stellt man fest, dass in kürzester Zeit 3 bis 5 Boote der Feuerwehr im Wasser sind.
Und dies sogar auf beiden Seiten der Schleuse.

D. Saders
Hattersheim