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Bestandsaufnahme bei den Reinelt's

Mikwe – Jüdisches Kulturbad wird erforscht

FLÖRSHEIM (drh) – Viele Flörsheimer wissen von der Mikwe, dem jüdischen Ritualbad im Keller von Rosi und Thomas Reinelt. Seit Montag aber weiß auch die Wissenschaft von der Besonderheit im Reinelt'schen Anwesen in der Hauptstraße. Vor 28 Jahren entdeckte das Ehepaar Reinelt die Mikwe bei Restaurierungsarbeiten ihres Fachwerkanwesens. Am Montag machten sich vier Wissenschaftler der Forschungsstelle für jüdische Architektur in Europa daran, das Flörsheimer Ritualbad zu erforschen. Mit allerlei Vermessungsgeräten, Kameras und Thermometern wurde der kleine Abgang im Keller zum Ritualbad inspiziert. 

 

Professor Ronny Reich von der University of Haifa und Dr. Katrin Keßler von der Technischen Universität Braunschweig teilten sich die Projektleitung. Sie werden innerhalb der nächsten zwei Jahre alle bekannten jüdischen Kultbäder erfassen und untersuchen. Nach der Bestandsaufnahme wird eine Dokumentation die Forschungsergebnisse veröffentlichen. 
„Es sind nicht die ersten Wissenschaftler, die sich mit der Mikwe beschäftigen. Immer wieder kommen Interessierte, auch aus dem Ausland zu uns. Und immer wieder hören wir neue Hypothesen über die Entstehung und das Alter des Ritualbades“, stellt Mikwenbesitzer Thomas Reinelt fest. 
Einigkeit bestünde bei allen Wissenschaftlern vor allem aber in den Aussagen zur Wasserqualität des Bades: Das Wasser der Mikwe kommt aus dem Taunus und fließt in den Main. Die kulturellen Handlungen konnten somit mit Wasser von höchster Qualität vollzogen werden. Jetzt sind die Reinelts gespannt, was die aktuellste Bestandsaufnahme für neue Erkenntnisse bringen wird. „Es ist eben einfach auch schön, wenn der Mikwenfund auch nach 28 Jahren nicht in Vergessenheit gerät“, zieht Rosi Reinelt nach der neuesten Untersuchung Bilanz.
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