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Bilderbuchwetter zum Abschluss des Werbejahres

Ginsheim-Gustavsburger Feuerwehr beendete Mitglieder-Kampagne mit einem großen Familienfest

Mal eben ein Leben retten: Gar nicht so einfach, eine hydraulische Schere richtig anzusetzen und den Rahmen des Autos zu zermalmen, erfuhren Bürger, die sich beim Feuerwehr-Familienfest an dem schweren Gerät versuchen durften.
(Fotos: gus/Steinacker)

GUSTAVSBURG (gus) – Wer stellt sich denn da so ungeschickt an, der soll mich im Ernstfall aus einem Auto schneiden? Die Frage durften sich die Zuschauer stellen, die am Sonntagnachmittag (27.9.) einer Feuerwehrübung auf dem Parkplatz in Nachbarschaft zum Rudolf-Diesel-Platz zuschauten. Zur Beruhigung: Wer sich da im Zeitlupentempo bemühte, die monströse Schere an der Karosserie des alten Ford anzusetzen und zuschnappen zu lassen, war kein ausgebildeter Feuerwehrmann, sondern ein ganz normaler Bürger, der sich beim großen Familienfest der Ginsheim-Gustavsburger Wehren rund um das Gustavsburger Gerätehaus in der Bedienung solch schweren Gerätes versuchen durfte.

Das Abschlussfest des Ginsheim-Gustavsburger Feuerwehrjahres war als Mitmach-Veranstaltung konzipiert. Auf der „Straße der Sicherheit“ gab es am Sonntagnachmittag allerlei Möglichkeiten, die Feuerwehr kennenzulernen, zu sehen, was sie an Fahrzeugen und Geräten zur Verfügung hat. Einmal selbst die Spritze in der Hand halten und auf eine Feuerquelle zielen, zum Beispiel. Oder in den Korb des Teleskoparmes steigen, um sich über die Dächer der Stadt hinauffahren zu lassen.

Mit dem netten Unterschied, dass die Besucher das nicht tun mussten, um eine gefährdete Person in einem Haus zu retten oder in größeren Höhen zu löschen, sondern den Ausblick über die Mainspitze genießen zu können. Dazu haben die Feuerwehrleute garantiert weder Zeit noch Sinn, wenn der Korb im Ernstfall zum Einsatz kommt.

Feuerwehrfeste sind bei beiden Stadtteilwehren normaler Bestandteil des Jahresprogrammes, aber diesmal war alles noch größer, vielfältiger, bunter, interessanter als sonst gestaltet. Die Feuerwehren boten diesmal alles auf, was geht. Die Fahrzeugparade in der abgesperrten Beethovenstraße und der Rudolf-Diesel-Straße war noch prächtiger als sonst. Nicht nur die eigenen Fahrzeuge der beiden Stadtteilwehren gab es zu sehen, dank der Verstärkung aus Bischofsheim und Flörsheim waren ein gutes Dutzend, für die unterschiedlichsten Anforderungen ausgestattete Einsatzfahrzeuge zu sehen.

Bei der Umsetzung des Themas „Straße der Sicherheit“ arbeitete die Feuerwehr mit der Landesverkehrswacht, die einen Gurtschlitten mitgebracht hatte, und der Polizei zusammen, die auch Einblicke in ihre Einsatzfahrzeuge gewährte. Selbst beim Umgang mit dem haushaltsüblichen Feuerlöscher können die Bürger immer noch etwas lernen, das zeigte sich bei den kleinen Löschübungen am brennenden Metalleimer. Effektives Löschen heißt eben nicht, draufhalten und sprühen, was die Flasche hergibt, da ist fast wie im Sport bisweilen Angriffstechnik gefragt.

Auf dem Rudolf-Diesel-Platz war ein richtiger kleiner Festplatz aufgebaut, die Saxofonbande spielte in gleich zwei Formationen auf, es gab Kaffee und Kuchen – wer wollte, genoss hier einen sehr gemütlichen Nachmittag, dank des Bilderbuchwetters. Die Hüpfburg für die Kleinsten trug diesmal echtes Feuerwehroutfit, aber auch die Kinderschminkstation war zeitweise stark frequentiert und der Feuerwehrverein warb um neue Mitglieder. Das tun die Einsatzkräfte allerdings auch, und das schon das gesamte Jahr, denn das ist der Hauptgrund dafür, warum die Stadt 2015 zum „Jahr der Feuerwehr“ kürte. Vereinzelt gab es zwar schon Interesse von potenziellen neuen künftigen Mitgliedern der Einsatzabteilung, doch der große Ansturm bleibt bisher aus.

Die Gründe für die zurückgehende Bereitschaft der Bürger, sich über ein Ehrenamt für die Gemeinschaft zu engagieren, verschwinden durch solch eine Werbekampagne schließlich nicht. Dass offenbar – und das besonders in Gustavsburg, wie ein Feuerwehrmann berichtete – die Haltung der Arbeitgeber gegenüber Mitarbeitern im Feuerwehrdienst zunehmend skeptisch ist, da diese als aktive Brandschützer möglicherweise manchmal flugs den Arbeitsplatz verlassen müssen, wird von den Wehren als Hinderungsgrund für Neueinsteiger wie derzeitige Aktive angesehen.

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