Alles Blödsinn, obwohl die Rohre besonders für letztgenannte Möglichkeit wie geschaffen scheinen. Wenn, wie geplant, das große Transparent rechtzeitig eingetroffen wäre, das der Verein zwischen den Rohren, die im Fachjargon „Dalben“ heißen, aufspannen wollte, hätten die Flussbesucher schon am vergangenen Freitag sehen können, welche Aufgabe die Rohre haben werden.
Denn das Transparent zeigt die Schiffsmühle, wie sie derzeit im Auftrag von Herbert Jack und seinem Verein nach historischem Vorbild in einer Werft in Speyer nachgebaut wird. Zum „Dalbenfest“ anlässlich des Einrammens der Dalben, die natürlich den Zweck haben werden, der Schiffsmühle einen festen Halt zu geben, wenn sie Ende September aus der Werft eintrifft, bot der Verein an der benachbarten NATO-Rampe ein gemütliches Zusammensitzen bei Kaffee und Kuchen sowie warmen Speisen. Kostenlos dazu gab es jede Menge Informationen über das 500.000 Euro-Projekt und natürlich den Blick auf den Rhein. Dort gingen die Arbeiten der Spezialfirma aus Au, die die beiden Dalben und ihr schweres Arbeitsgerät auf einem Kahn transportiert hatte, vor den Augen zahlreicher Interessierter über die Bühne.
Am Mittag begannen die eigentlichen Rammarbeiten am ersten Pfahl, zwei Stunden später am zweiten. Sie waren jeweils schon nach wenigen Minuten beendet. Wesentlich zeitaufwendiger war es für die Spezialisten, die Position der 20 Meter langen Metallrohre auszumessen und ihr Pontonschiff auf die korrekte Position zu manövrieren.
Spektakulär und vor allem laut war das Rammen dann zwar, aber eine dank des gut geeigneten Untergrundes offenbar komplikationslose Angelegenheit. Immerhin 6,70 Meter tief in den Boden verschwanden die Dalben, je nach Wasserstand sind von den Stangen daher maximal zwölf Meter zu sehen. Die Schiffsmühle wird später mit beweglichen Schlaufen die wechselnden Wasserpegel ausgleichen um unbeeindruckt von Hoch- oder Niedrigstand fest vor Dalbe zu liegen, wie es in diesem Fall wohl heißen muss. Auch am Tag des Eintreffens der Schiffsmühle am 29. September dürfen die Ginsheimer mit einem, dann natürlich noch viel größeren Fest an Rheinkilometer 493 rechnen. Eher etwas für die Vereinsmitglieder ist der Termin 12. August: Dann wird das Richtfest der Schiffsmühle an, und das findet naturgemäß in der Werft in Speyer statt.


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