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Von Dickworz und „Mottel-Maßen“

Närrische CCM-Kappensitzung im Haus der Vereine – Käck als „Motzer“ zurück in der Bütt

Eine „Band ohne Namen“ in der „Universität am Schwarz As-bach“ amüsierte das Okrifteler CCM-Publikum mit viel Spielfreude und Engagement auf der Bühne im HdV.
(Fotos: A. Kreusch)

 

OKRIFTEL (ak) – Die erste CCM-Kappensitzung des Jahres stand am Samstagabend, 11. Februar,  im Haus der Vereine an. Schon vor dem eigentlichen Sitzungsbeginn herrschte eine tolle Stimmung im Saal, die Gäste sangen und schunkelten in vielen fantasievollen Kostümen zu den schwungvollen Klängen der beliebten „Spitz(e)bube“. Nachdem auch der Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr Okriftel in ihren „flammenden“ Umhängen das Publikum auf den närrischen Abend eingeschworen hatte, marschierte pünktlich um 19.11 Uhr ein gut gelaunter Elferrat mit seinem Präsidenten Axel Knauber durch das Narrengetümmel ein, begleitet von der CCM-Garde „Cascadas“.

Gleich nach der schwungvollen Gardetanzvorführung zu den Klängen von David Garrett sollte eigentlich – wie es schon seit 20 Jahren Tradition ist – der „Protokoller“ Thorsten Schweinhardt zu hören sein. Warum sich ausgerechnet an diesem Abend mehrere Mikrofone entschlossen, zu streiken, wird man wohl nicht mehr ergründen können, aber die „Spitzebube“ sorgten mit einer spontanen „Schunkeleinlage“ für Stimmung, bis Schweinhardt in der Bütt „neu verkabelt“ war. Dass er anschließend die Gäste im Saal souverän im „Club der toten Mikrofone“ willkommen hieß, brachte ihm gleich zu Beginn seines wie immer perfekt mit spitzer Feder verfassten Beitrages gewaltige Lachstürme und viel Beifall ein. In einem närrischen „Rundumschlag“ streifte Schweinhardt mit seinem Protokoll nicht nur Putin und Trump, sondern auch die EU und ihre Populisten. Das AfD-Wahlergebnis auf Usedom, wo die umstrittene Partei 20 Prozent erreicht hatte, kommentierte Thorsten Schweinhardt mit der trockenen Feststellung: „Auf einer Insel wird man halt doch schneller braun.“

Die CCM-Nachwuchsgruppe „Sinnfrei“ unterhielt das Publikum im Anschluss mit einer rasanten „Verfolgungsjagd“: „Harry“ und „Derrick“ versuchten die „Panzerknacker“ zu stellen, die im Auftrag der „Hexe Yvonne“ die Gags des Abends geklaut hatten, um für „die Hex“ einen Platz im Elferrat zu erpressen. Wie die jungen Karnevalisten selbst singend und rappend diese amüsante Nummer über die Bühne brachten, war sehenswert und wurde mit viel Beifall bedacht.

Zum ersten Mal in der CCM-Bütt war Patrick Gilles zu sehen und zu hören. Stilgerecht im „Ehrensenatssakko“ und mit CCM-Kappe gekleidet, erzählte er nicht nur wohl gereimt, sondern auch singend „aus dem Nähkästchen“ der CCM-Senatoren und des Elferrates. Dass er dabei die Herren auf der Bühne ein bisschen „auf den Arm“ nahm, kam bei den närrischen Gästen im Saal sehr gut an.
Dass die „wirklich echte goldisch Fassenacht gleich hinter Frankfurt“, nämlich „zwischen Hattersheim und Flörsheim und Main und Autobahn“ anfängt, das besangen die Okriftel treuen CCM- Sänger von „Haste Töne“ wie immer gekonnt – da wurde gerne laut mitgesungen!

Adrian Becker und Philipp Heyden, die beiden Nachwuchsstars des CCM, haben auch in diesem Jahr so einiges Amüsantes aus dem Alltag zweier Schüler zu erzählen. Sie berichten von ihrer Schule als „marodem Kasten“ und von ihren Lehrern als „Gespenster“, kennen aber auch die Gründe für die Misere: „Euer Geld fließt eben nicht ins Bildungssystem, ihr baut lieber Flughäfen und Brücken!“ Allerdings loben sie auch ihren Verein, den CCM, denn sie wissen aus eigener Erfahrung „hier werden Talente gefördert, hier beim CCM können wir uns entfalten. Gell da staunt ihr, ihr Alten!“ Auch ihr „Kurs in Jugendsprache“ fand großen Anklang. Hätten Sie gewusst, was oder wer ein „Bürger-Buddha“ ist? Ein Tipp: „vorher war’s ne schlanke Lady, sehr apart – heute ist der Bürger-Buddha gar nicht mehr zart…“

Auch die „Band ohne Namen“ gehört zum CCM-Nachwuchs, sie nahm das Publikum mit in eine „Erstsemester-Vorlesung“ an die „Uni am Schwarzbach“ – wobei auf ihrem Transparent das „Schwarz“ durchgestrichen war und mit einem roten „As“ ersetzt wurde. Auch in dieser närrischen Nummer wurde live gesungen und getanzt, auch die Klänge des elektrischen Klaviers kamen nicht vom Band, sondern direkt von der Bühne. Sogar hinunter zwischen die Narren trauten sich die jungen Männer – da hielt die Stimmung im Publikum bis nach der Zugabe, in der sie sich fragten „Wo waren wir in der Nacht vom Freitag auf Montag?“

Nach der Pause konnten die Zuschauer in die Atmosphäre des Schönheitssalons „Allerhübschst“ eintauchen, den die CCM-Hexen auf die Bühne „gezaubert“ hatten. Dort ließen sich „Martha Pfahl“, „Klara Himmel“ und „Annemarie Staubwedel-Hochdienas“ unter anderem mit „Dickworz-Smoothie“ und neuer Frisur verwöhnen. So manche Erkenntnis aus dem schönheitstechnischen Bereich war von dort mitzunehmen, unter anderem auch, dass „man aus einer Dickworz kaa Ananas mache kann!“

Mit seiner „Kanonenkugel“ unter dem Arm marschierte unter viel Applaus salutierend „Baron von Münchhausen“ alias Axel Knauber in den Saal ein. Seine haarsträubenden, aber immer wohl gereimten Erkenntnisse sorgten auch in diesem Jahr wieder für Lachstürme unter den Narren, egal ob sie sich auf internationale Themen, auf „telekinetischen“ Karneval oder auf jetzige und zukünftige Nobelpreisträger bezogen. Knauber erklärte mit wunderbarem, manchmal rabenschwarzem Wortwitz, warum im nächsten Jahr Viagra den Nobelpreis für Medizin und für Chemie bekommen wird, warum „ein langer noch lang kein großer“ sein muss, warum es in Zukunft einen „Grün-Dönerstag“, „Allah Heiligen“ und „Christi Hammelfahrt“ geben könnte, wer in der Stadt „Mottel-Maße“ („ein Mottel hoch, drei Mottel breit“) hat und dass man den Begriff „Terrorist“ gegen „Sprenggläubiger mit Detonationshintergrund“ ausgetauscht hat. Auch seine wohlgemeinten Spitzen gegen den Nachbarstadtteil Eddersheim wurden – selbst von anwesenden Eddersheimern – mit sehr viel Gelächter quittiert, auf die „Rache“ der „Kümmeldrescher“ darf man schon gespannt sein.

Tim Fischer, der „CCM-Jugendwart mit Migrationshintergrund Eddersheim“, kam eigentlich in keiner Verkleidung, sondern ganz authentisch als „Jung-Kommitäter“, also als frisch aufgenommenes Elferratsmitglied, auf die Bühne. Dass ihn diese neue Aufgabe bis in seine Albträume, in denen ein auch als Stadtoberhaupt bekanntes CCM-Elferratsmitglied zwar keine tragende, aber eine „werfende“ Rolle spielt, verfolgt, erzählte Tim Fischer mit einer aberwitzig komischen Schilderung des geträumten Verlaufes seiner „Ernennungsfeier im Rathaus“.

Schon mit viel Spannung erwartet wurde der letzte Vortrag des ersten närrischen CCM-Abends dieser Fastnachtssaison: nach einer Session Pause trat Stefan Käck wieder in die Bütt, dieses Mal als „Motzer“. Was ihn so alles „uffreescht“ und was ihm alles „uff de S…“ geht, erlebten die Narren mit seinem sehr temperamentvollen, typisch „okriftlerischen“ Wortschwall, den Käck mit einer zwar sparsamen, aber dennoch urkomischen Mimik ergänzte. Da ging es im Galopp vom „die Amis ham was an de Ampel, wähle die doch grad den Trumpel“ über „de Hessendamm wurd neu zementiert, debei des Wort Ewigkeit neu definiert“ bis zum „Stellschraubendreher Günter“, der Parlamentsvorsteher wurde und den man seither nur noch lächelnd wie Rumpelstilzchen „durch des Städtsche wippe“ sieht – „mit dem Liedsche uff de Lippe ‚gell des hab‘ ich fein gemacht‘?“ Auch das „Motzer-Fazit“ zur Bürgermeisterwahl im letzten Jahr reimte sich närrisch feinfühlig: „Jetzt hammer in der Rathausspitze en Teletubbi sitze – der Klaus kehrt nun mit neuem Bese, man nennt ihn auch die Buffetfräse.“ Dass so mancher sich gewundert habe, dass der neue Bürgermeister „den Handtaschenträger“ seiner Vorgängerin übernommen hat und man in der Stadt wohl vermutet habe, ein „Darth Vader“ habe ihm „komm auf die dunkle Seite der Macht“ zugeflüstert, auch das „reescht“ den „Motzer“ ziemlich „uff“ und noch etwas mehr: „Mei Heimatstadt geht mir über alles, des muss mal raus – und so blöd Geleier, des geht mit tierisch uff die …!“ Allerdings sieht der „Motzer“ schelmisch grinsend eine Möglichkeit, selbst mal andere „uffzureesche“ – schließlich wird am 1. April ein neuer „Stadtdiener“ ins Rathaus ziehen, von dem man noch nicht weiß, ob er sich bewährt oder ob man ihm „im Phrix-Gewölbe mit seine Sarotti-Büppcher spiele und sich selbst ausstelle lasse soll“. Für diesen unwahrscheinlichen Fall bietet der „Motzer“ nämlich an: „Unn schafft’s der Karl-Heinz einfach nit, dann mach des bissche ich halt mit – da treib ich meinen Schabernack und geh‘ euch tierisch uff de S…!“

Nicht nur über Hattersheimer Personalfragen, sondern auch über ganz profane Dinge wie den unlesbaren Müllkalender, die „Flüchtlinge vom HCC“, den Zugmarschall, der „sich selber abgeschobe“ hat, über Hundehinterlassenschaften oder auch den allen wohlbekannten Leergutautomaten eines Okrifteler Supermarktes kann sich der „Motzer“ so wunderbar „uffreesche“, dass manch ein Narr die Lachtränen nicht unterdrücken konnte. Stefan Käck wurde mit stehendem Applaus von der Bühne geleitet.

Selbstverständlich gibt es bei der CCM-Kappensitzung nicht nur die wunderbaren Vorträge zu hören, sondern auch tolle akrobatische und fantasievolle Ballett-Nummern zu bestaunen. Die vereinseigenen Tanzgruppen „Little Stars“, „Crazy Girls“, „Las Estrellas“, „Magic Pearls“ und nicht zuletzt das hinreißend komische Männerballett „Die Nachteulen“ tragen einen großen Beitrag zur guten Stimmung im Saal bei. Auch in diesem Jahr verdient es großen Respekt, dass der CCM in der Lage ist, eine solch große, abwechslungsreiche Kappensitzung auf hohem Niveau aus den eigenen Reihen zu stemmen.

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