Bätzing wird die Predigt halten

Zum Gottesdienst und der musikalischen Begleitung am Verlobten Tag

Archivbild: gus
Am Montag wird durch die Flörsheimer Altstadt wieder eine Prozession in Gedenken an die Pestepidemie des Jahres 1666 ziehen.
Am Montag wird durch die Flörsheimer Altstadt wieder eine Prozession in Gedenken an die Pestepidemie des Jahres 1666 ziehen.

gus

Der 360. Verlobte Tag wird das Geschehen in der Flörsheimer Altstadt am Montag (31.) bestimmen. Die Predigt hält in diesem Jahr ein besonderer Gastredner: Der Limburger Bischof Dr. Georg Bätzing ist in der Woche im Taunusgebiet auf Visitation unterwegs und nutzt die Gelegenheit, um an diesem besonderen Flörsheimer Fest teilzunehmen.

Jeder Verlobte Tag hat ein Leitthema, das in diesem Jahr "Geh, und bau mein Haus wieder auf!" lautet. Nach dem Gottesdienst in der Galluskirche, der um neun Uhr beginnt, geht es wieder mit Baldachin und dem Allerheiligsten darunter auf den Prozessionsweg, der weitgehend der gewohnten Route folgt. Von der Kirche geht es die Hauptstraße entlang bis zum ersten Altar am Pestkreuz. Über die Hochheimer Straße führt die Route weiter in die Eisenbahnstraße. An der Einmündung zur Wickerer Straße geht es rechts herum und über die Obermainstraße und danach zur vierten und letzten Altarstation am Mainufer. Zurück geht es über die Karthäusergasse in die Hauptstraße und wieder in die Kirche, wo der Gottesdienst mit dem Te Deum und dem sakramentalen Segen zu Ende geführt wird.

Die Veranstalter weisen darauf hin, dass sich die Anwohner an der Prozessionsstrecke an Küster Wilhelm Bachmann wenden können, wenn sie ihre Häuser mit Fahnen oder Prozessionsschmuck schmücken wollen, selbst aber nicht über die entsprechenden Materialien verfügen.

Wie gewohnt, gibt es am Sonntag bereits eine Einstimmung auf den Montag. Um 17 Uhr erklingt das Große Stadtgeläut, in der Kirche St. Gallus beginnt um 18 Uhr das seit einigen Jahren vom Musikverein Flörsheim gestaltete „Gedächtniskonzert“, dem eine „kleine Prozession“, ein „ökumenischer Bußgang“ zum Pestkreuz folgt.

Kantorei begleitet Gottesdienst

Die Flörsheimer Kantorei begleitet am Montag den Festgottesdienst wie gewohnt mit einer Vertonung der Messe. Vorweg benennt sie das diesjährige Programm. So erklingt die „Messe Solennelle in cis-Moll“. Der französische Komponist und Organist in der Pariser Kirche Notre Dame, Louis Vierne (1870-1937), hatte das Stück 1899 komponiert, Uraufführung war 1901 in der Pariser Kirche St. Sulpice, dem vorigen Wirkungsort Viernes als stellvertretender Organist, wo die damals größte Orgel der Welt stand.

„Die klangvolle und insbesondere im Kyrie dramatisch zupackende Messvertonung entfaltet ihre Wirkung auch in einer Bearbeitung für eine Orgel“, heißt es in der Vorabinformation der Kantorei. Die historische Dahm-Orgel in St. Gallus stelle „Klangvolumen und Klangfarben in ausreichendem Maße zur Verfügung, um die Partie des teilweise achtstimmigen Chorsatzes zu unterstützen“.

Aufgeführt werden von der Kantorei im Verlauf des Gottesdienstes auch Teile aus der Sankt Georgener-Messe von 1993. Entsprechend dem Motto gibt es zudem eine Vertonung des „Sonnengesangs des Hl. Franziskus“ aus dem Oratorium „Laudato Si“ zu hören. An der Orgel sitzt der Wiesbadener Organist und Kantor Dr. Johannes Schröder, begleitet von der Flörsheimer Kantorei, alles wie gewohnt unter der Leitung von Diözesankirchenmusikdirektor Andreas Großmann.

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