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Erinnerung an Flörsheimer NS-Opfer

Stolpersteinverlegung am 25. Juni / Abendveranstaltung in Kulturscheune

Am 25. Juni verlegt der Verein "Stolpersteine-Flörsheim" zur "Förderung des Andenkens an Verfolgte" durch den Künstler Gunter Demnig die nächsten fünf Stolpersteine. Dieses Jahr wird an drei Euthanasieopfer und an zwei Opfer jüdischen Glaubens erinnert.

Verlegt werden jeweils zwei Stolpersteine in der Brunnengasse für Anna-Maria Schick und Margareta Schick, zwei in der Hochheimer Straße 4 für Martin Altmaier und dessen Bruder Jakob Altmaier sowie ein Stein für Ludwig Allendorf in der Hauptstraße 12.

Am Abend des 25. Juni erfolgt um 19 Uhr die Ehrung der diesjährigen Stolperstein-Paten in der Kulturscheune am Rathausplatz; es handelt sich hierbei um Michael Petry, die Familie Jens Meireis, Markus Ochs, Ciriaco Porcu und den Verlag Dreisbach. Bürgermeister Dr. Bernd Blisch wird einen Vortrag über „T4-Opfer“ halten, für das musikalische Rahmenprogramm sorgt der bekannte Musiker Søren Thies aus Limburg mit "Klezmer-Musette-Chansons". Alle Bürgerinnen und Bürger sind recht herzlich eingeladen. Der Eintritt ist frei!

Bei der Aktion "Stolpersteine" handelt es sich um ein länderübergreifendes Projekt des Künstlers Gunter Demnig. Vor jedem Haus, in dem Bürger lebten, die zur Zeit des NS-Terrors, vertrieben, deportiert und ermordet wurden, soll eine im Pflaster eingelassene Messingplatte mit chronologischen Daten an die Opfer erinnern. Die Steine erinnern an die Vertreibung und Vernichtung der Juden, der Sinti und Roma, der Opfer der Euthanasie, der Homosexuellen, der Zeugen Jehovas und der politisch Verfolgten des deutschen Nationalsozialismus.

"Alle Gruppen sollen gleichermaßen geehrt werden bis hin zu denen, die schon ab 1933 den Mut zum Widerstand aufbrachten. Der Gedanke, der dahinter steht, ist, den im Konzentrationslager zu Nummern degradierten Menschen ihren Namen und ein Stück ihrer Würde zurückzugeben, denn die Erinnerung an alle Opfer ist wichtig", erläutert der Verein Stolpersteine Flörsheim. "Ein Mensch, dessen Leben und Geschichte ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist. Wer die Erinnerung an die Opfer des Holocaust ablehnt, verneint auch die Werte der Aufklärung, aus denen unser heutiges Verständnis von Recht und Ordnung herrührt – allen voran die Würde des Menschen."

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