Ein Jahrhundert im Dienste der Gemeinschaft

Gut besuchtes Jubiläumswochenende der Weilbacher Wehr in der Weilbachhalle

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Drei Wochen zuvor war die Weilbacher Feuerwehr mit einem Festgottesdienst ganz sanft in ihre Jubiläumsaktivitäten eingestiegen. Vermutlich wurde dabei vergessen um trockenes Wetter bei den Feierlichkeiten am vergangenen Wochenende zu bitten, oder die Bitte wurde nicht erhört. Aber es waren letztlich nur ein paar Schauer, die vor allem am Abschlusstag die Ausstellung der Einsatzfahrzeuge auf dem Parkplatz der Weilbachhalle beeinträchtigte.

Der Sammelpunkt der Feierlichkeiten zum 100-jährigen Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr Weilbach war freilich nicht der Parkplatz und schon gar nicht das für den Fußgänger allzu abgelegene Feuerwehrhaus am Floriansweg, sondern die Weilbachhalle. Rund zwei Jahre lang hatten Mitglieder der Feuerwehr „mit viel Herzblut“, wie die Organisatoren versicherten, die drei Veranstaltungen am Freitagabend (Cocktailabend mit Disko), Samstagabend (Oktoberfest) und Sonntagmittag (Festkommers) vorbereitet wird. So ein runder Geburtstag verpflichtet eben, ist zugleich Anlass, auf die Leistungen der ehrenamtlichen Kräfte zu blicken und sie hervorzuheben. Zugleich wollte die Feuerwehr mit den öffentlichen Veranstaltungen die Bürgerinnen und Bürgern an dem Jubiläum teilhaben zu lassen. Das, zeigte der Zuspruch gerade bei der einzigen Veranstaltung mit Eintritt, dem Oktoberfest, ist den Organisatoren mit dem Mix an Angeboten sehr gut gelungen.

Für die Vorbereitungen in der Halle verlegte der Ortsbeirat sogar seine Sitzung am Dienstag vergangener Woche in die Stadthalle in der Innenstadt. Das Opfer brachten die Fraktionsmitglieder und Verwaltung gerne auf, besonders die aufwendige Dekoration der Halle brauchte eben ihre Zeit. Wer Genaueres über die Gemeinschaft der Aktiven in Einsatzabteilung, Alters- und Ehrenabteilung und Feuerwehrverein erfahren wollte, war beim Frühschoppen mit Festkommers am Sonntagmittag richtig. Musikalisch eingerahmt war der von Ortsvorsteher Thomas Schmidt in seiner Uniform moderierte Festakt vom Flörsheimer Musikverein. Zwischendrin wurde jedoch viel gratuliert, gelobt, ausgezeichnet und ernannt – bis schließlich Wehrführer Christian Marienfeld von der Alters- und Ehrenabteilung ein Fahnenbanner übergeben bekam, das für alle Zeiten an das Jubiläum erinnern soll.

Die meisten Gratulanten hatten dagegen einen kleinen Umschlag mit rechteckigen, mit Sicherheitsfaden und Hologramm versehenen Papierdruckerzeugnissen dabei. Landrat Michael Cyriax und Bürgermeister Bernd Blisch gratulierten in ihren Grußworten nicht nur der Wehr, sie hoben auch die unschätzbare Bedeutung der Arbeit der ehrenamtlichen Brandschützerinnen und Brandschützer für die Stadtgemeinschaft hervor – aktuell stehen in der Weilbacher Wehr 35 Aktive bereit.

Der Bürgermeister hatte der Ehre, der Weilbacher Feuerwehr die „Stadtplakette in Gold“ zu überreichen. Die kann laut Flörsheimer Ehrenordnung an alle Vereine und Einrichtungen mit Sitz in der Stadt verliehen werden, die 100 Jahre tätig sind – das sind in Flörsheim nicht allzu viele. Diese Ehrung steht den Jubilaren laut Satzung zwar unabhängig von den Verdiensten zu, doch bei einer Feuerwehr sind die Nachweise in zahlreichen Zeitungsberichten dokumentiert.

Ganz genau aufpassen musste man beim Mittagessen, in welcher Rolle Peer-Eric Neugebauer gerade auf der Bühne und am Mikrofon zu hören ist. Denn der langjährige Wehrführer gratulierte zunächst in seiner Funktion als Vereinsringchef, dann als Stellvertretender Vorsitzender des Kreis-Feuerwehrverbandes. Zwischendrin stand er selbst im Fokus des Ehrungsmarathons.

Wehrführer Christian Marienfeld hob die Verdienste Neugebauers in seinen verschiedenen Funktionen in der Weilbacher Wehr hervor. Dafür erhielt dieser eine Urkunde überreicht, die ihn als Ehrenmitglied der Wehr ausweist. Im Jahr 1981 begann die Laufbahn Neugebauers mit dem Eintritt in die Jugendfeuerwehr, ab 1985 gehörte er der Einsatzabteilung an. Mehr als 29 Jahre lang war er dann Weilbacher Wehrführer und schließlich von 2020 bis Anfang 2025 Stadtbrandinspektor, ehe er in den Kreisverband wechselte.

Sein Nachfolger als Stadtbrandinspektor, Markus Kaschel, trat ebenso ans Mikrofon und bezeichnete die Feuerwehren als „Gemeinschaft, die Verantwortung übernimmt und die Generationen verbindet“. Er dachte aber auch an die Unterstützung, die die Feuerwehrmänner und -frauen von ihren Familien erhalten. „Der Dank gilt allen, die das Ehrenamt unterstützen.“

Nach dem Reden und Schenken übernahm der Musikverein wieder die Bühne. Die Fahrzeugausstellung auf dem Parkplatz der Weilbachhalle hatte etwas von einem Tag der offenen Tür, denn Aktive der ausstellenden Wehren standen für Fragen zu den Fahrzeugen und ihrer Ausrüstung zur Verfügung. Es gab auch die Gelegenheit, Kinder auf den Sitzen Platz nehmen zu lassen – das war schon immer nicht selten der Moment, an dem eine spätere Feuerwehrkarriere ihren Anfang nimmt.

Zu sehen waren auf dem Platz aber nicht nur die drei Einsatzfahrzeuge der Weilbacher Wehr, sondern auch von der Innenstadt-Wehr sowie ein Fahrzeug der Raunheimer Kollegen. Auch das Technische Hilfswerk war mit einem seiner blauen Fahrzeuge zu sehen, schließlich präsentierte sich auch der DRK-Ortsverband. Die Weilbacher Feuerwehr darf resümieren, dass sich der enorme Aufwand der Organisation und der hohe personelle Einsatz gelohnt haben, wie vor allem die rund 600 Gäste beim Oktoberfest am Samstagabend belegten.

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