Keine großen Menschenmassen

Wetterbedingt ging es beim 20. Tag der Erde dieses Mal etwas ruhiger zu

WEILBACH (drh) – Beim 20. Tag der Erde ging es wegen des trüben Wetters zwar etwas ruhiger zu, doch diejenigen, die einen Spaziergang ins Freie wagten, wurden mit einer großen Vielfalt an Angeboten, Mitmachaktionen und Wissen rund um die Natur belohnt. Dass Grünes nicht gleich Grünes ist, erfuhren die Besucher beispielsweise, wenn sie sich mit Fachleuten der Naturgartengestaltung oder Wildkräuterexperten unterhielten. Aufmerksame Hobbygärtner erfuhren, dass es für viele vermeintlich schöne aber exotische Sträucher oftmals eine ökologisch viel wertvollere heimische Alternative gibt. Während die nichtheimische Forsythie nämlich für Insekten keinerlei Nährwert bietet, blühe die heimische Kornellkirsche ebenso früh und gelb und trage Pollen und Früchte, sodass auch Insekten den Strauch liebten. 

 

Der Naturgartenverein klärte über so manch Naturirrtum auf und plädierte für die heimischen Arten. Eine Kirschlorbeerhecke sei beispielsweise ganz leicht durch heimische Gehölze zu ersetzen und bringe so einen viel höheren Nutzen für die Natur. „Natur darf nicht zum Dekoobjekt verkommen“, meinte Diplom-Biologin Sabine Kohlstadt, die für den Naturgartenverein berät. Ein heimischer Holunder brauche, sollte sein Standort denn richtig gewählt sein, keine ständige Pflege, keinen Dünger und auch mit Schädlingen käme ein Holunderbusch viel besser zurecht als manch exotischer Strauch. „Die heimischen Arten sind an unser Klima angepasst, brauchen keinen Winterschutz und keine Schädlingsbekämpfungsmittel. Sie sparen so auch Kosten“, plädierte Sabine Kohlstadt. Ein weiterer Vorzug von Naturgartenpflanzen liege in der überschaubaren Ertragsmenge. „Niemand braucht doch wirklich Massenobsterträge, wie sie in der Nachkriegsgeneration in den Schrebergärten gezüchtet wurden“, ist Kohlstadt überzeugt. 
Gleich neben dem Stand des Naturgartenvereins verfolgte Monika Wiegand ganz ähnliche Ziele mit Wildkräutern. Auch sie zieht die regionalen Kräuter den Kulturpflanzen vor, seien sie doch pflegeleichter und robuster. Eine blau blühende Gundelrebe eigne sich beispielsweise im Frühjahr für eine Kur, als Salatbeigabe, Pestozutat oder auch als Eiszusatz. Mit dem Scharbockskraut hätten die Menschen früher ihren Vitamin-C-Mangel nach den langen Wintern ausgeglichen und es sei ein wunderschönes Kraut, das auf keiner Wiese fehlen dürfte. „Es gibt einen Trend zum alten Wissen“, meint Monika Wiegand, die ihre Pflanzen ausschließlich auf Märkten vertreibt, zu verspüren. Für Interessierte sei es dennoch nicht leicht, an das alte Wissen heranzukommen, denn Baumschulen, Gärtner oder Samenzüchter seien auf Wildpflanzen nicht geschult. 
Doch beim Tag der Erde standen nicht nur Pflanzen im Mittelpunkt. Am Stand des Opel-Zoos versuchte Martin Becker Kinder spielerisch an die Entdeckerwelt der Tiere heranzuführen. Mit großen Mikroskopen konnten Neugierige kleine Insekten, Schmetterlinge und Pfauenfedern unter die Lupe nehmen und dabei ganz spannende Entdeckungen machen. Viel Muskelkraft war am Stand des Ländlichen Raumes gefordert. An einer Rapsmühle durfte eigenes Salatöl gepresst werden und eine weitere Mühle quetschte Hafer zu gesunden Haferflocken fürs nächste Müsli. Eine ebenso gesunde Müslizutat ist Honig und so konnten Kinder und Erwachsene viel Wissenswertes um die natürliche Süße vom Imker erfahren. Der BUND zeigte, wie aus alten Holzrollläden Steinkauzröhren gefertigt werden und im Inneren des Naturschutzhauses wurde eifrig mit ganz einfachen Dingen, wie einem Ei und Salzwasser, experimentiert. Hunger brauchten die Festbesucher selbstverständlich auch nicht zu leiden, gab es doch abwechslungs- und saisonale Köstlichkeiten wie Spargelflammkuchen oder Gemüsepfanne zu probieren. 
Die großen Menschenmassen waren am diesjährigen Tag der Erde zwar nicht anzutreffen, aber dafür konnten die anwesenden Gäste den Festbesuch umso mehr genießen.
Zahlreiche Mitmachaktionen machten einen Festbesuch vor allem auch für Kinder lohnenswert: Hierzu zählten unter anderem: Rapsöl pressen, Kräuter schmecken, Entdeckungen am Mikroskop.
Ein neuer Trend in der Gartengestaltung: Naturgärten mit heimischen Pflanzen und Kräutern, statt exotischer Kulturpflanzen.

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