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"Ich bin hier als Euer Pfarrer" Pfarrer Friedhelm Meudt will sich mit seinen Gemeinden vertraut machen – Amtsantritt am 2. und 3. November

Pfarrer Friedhelm Meudt leitet zukünftig die beiden Pfarreien St. Gallus Flörsheim und St. Peter und Paul Hochheim: "Wir bringen uns so ein, wie wir sind, mit all unseren Schwächen und all unseren Fehlern".

Pfarrer Friedhelm Meudt will sich mit seinen Gemeinden vertraut machen – Amtsantritt am 2. und 3. November

Friedhelm Meudt – das ist der neue Pfarrer, der die beiden Pfarreien St. Gallus Flörsheim und St. Peter und Paul Hochheim zukünftig leiten wird. Er wird zum 1. November die Nachfolge von Pfarrer Sascha Jung übernehmen.

Nach dessen Beurlaubung im März dieses Jahres hatte das Bistum Limburg die Pfarrstelle neu ausgeschrieben. Im Rahmen dieser Ausschreibung suchte Bischof Bätzing das Gespräch mit Pfarrer Meudt, ob er sich denn eine Neuorientierung in Flörsheim und Hochheim vorstellen könne. Der an ihn herangetragene Wunsch des Bischofs traf ihn völlig überraschend. Man fand dennoch einen gemeinsamen Termin Ende Juni zwischen Pfarrer Meudt und den Pfarrgemeinderäten von Flörsheim und Hochheim. Alle Beteiligten waren sich alsbald darüber einig, dass der erfahrene Geistliche zur Besetzung der beiden Pfarrstellen allerbeste Voraussetzungen mitbringt. „Ganz bestimmt werde ich mich in Flörsheim und Hochheim wohlfühlen. Mir gefällt es hier, auch wenn ich nun 70 Kilometer von meinen Eltern und Geschwistern entfernt bin", davon ist der Pfarrer überzeugt, "ich habe dem Wunsch des Bistums entsprochen und mich ganz bewusst für diesen Weg entschieden“.

Emotionen und viele neue Eindrücke

Am Sonntag, 13. Oktober, begleitete er letztmalig das Festhochamt zu Ehren des Kirchenpatrons St. Lubentius in Dietkirchen. Anschließend fand im dortigen Pfarrheim ein Empfang zu seiner Verabschiedung statt. Am kommenden Wochenende wird er sich auch von den Nachbargemeinden Dehrn, Lindenholzhausen und Eschhofen verabschieden. Der Verabschiedung sah Meudt im Vorfeld mit einem lachenden und einem weinenden Auge entgegen: „Wenn eine Gemeinde ihren Pfarrer verliert, so ist das immer eine dramatische Sache. Natürlich geht das emotional nah, es tut auch ein bisschen weh. 15 Jahre lang war ich in Dietkirchen und den zugehörigen Gemeinden als Gemeindepfarrer tätig. Man kennt mich und ich kenne die Leute dort, mit allen habe ich ein positives Verhältnis – das verbindet. Das muss ich mir in Flörsheim und Hochheim alles erst ganz neu erarbeiten, doch ich nehme die Herausforderung gerne an. Ich habe ganz bewusst „JA“ gesagt“.

Friedhelm Meudt, gebürtig in Hundsangen, wird nun also sein kirchliches Amt in Kürze antreten. Wohnen wird er im Pfarrhaus in Hochheim, das Pfarrbüro wird in Flörsheim sein. In jedem seiner beiden Pfarrstellen gleichermaßen präsent zu sein, das ist dem 50-jährigen besonders wichtig. Doch vorher muss er noch seinen Umzug hinter sich bringen und in der neuen Pfarrei ‚ankommen‘.

Weil Hochheim und Flörsheim noch zwei selbständige Pfarreien sind, wird es auch zwei Einführungsgottesdienste geben und zwar am Samstag, 2.11.2019, um 17 Uhr in Flörsheim (St. Gallus) und am Sonntag, 3.11.2019, um 16 Uhr in Hochheim (St. Peter und Paul). Viele Gläubige aus Pfarrer Meudts Heimatort Dietkirchen und den zugehörigen Gemeinden werden ihm zu Ehren sogar mit dem Bus anreisen. Die Predigt zur Einführung wird der Bezirksdekan Klaus Waldeck aus Kelkheim übernehmen. Pfarrer Meudt wird sich selbstverständlich in einer kleinen Begrüßungsansprache vorstellen.

„Ich werde mich zuerst in den pfarrgemeindlichen Dingen einbringen, werde die Örtlichkeiten und die Menschen kennenlernen. Ich möchte mir Zeit lassen, mit Ruhe und Gelassenheit die Zusammenarbeit mit den beiden Kirchengemeinden angehen. Die Kirchenräume, die Kindergärten, das Antoniushaus und vieles mehr werde ich mir anschauen, das ist mir alles noch fremd.“ Besonders die Historie seiner beiden neuen Pfarrgemeinden interessiert den geschichtsbegeisterten Pfarrer.

Seine Fastnachtsvorträge sind übrigens legendär. Ob als ‚Primadonna‘, ‚Queen Elizabeth‘ oder ‚vertrockneter Vater Rhein‘ – in all seinen Rollen läuft der sympathische, weltoffene Pfarrer zur Hochform auf. Doch bevor er sich in Flörsheim karnevalistisch einbringen wird, will er sich zuerst mit seiner neuen Gemeinde vertraut machen, sich Zeit nehmen, um die örtlichen Gegebenheiten und die Menschen näher kennenlernen. Die Jugend zu gewinnen, das liegt ihm am Herzen: „Wäre ich nicht Priester geworden, so wäre ich heute sicherlich Lehrer. Den Schulen werde ich mich als Schulpfarrer anbieten. Gerade bei den Jugendlichen und den jungen Erwachsenen besteht Auseinandersetzungspotential und es geht um Werteentscheidung. Was fehlt, ist außerdem ein Gottesdienst für junge Leute am Sonntagabend“.

Aufeinander zugehen und vertrauen

Dass die Pfarrstellen in Flörsheim und Hochheim zukünftig zusammenarbeiten werden, darüber hat das Bistum entschieden. Wie die interne Struktur aussehen könnte, wird sich zeitnah mit der Pfarrgemeinderatswahl am 16. und 17. November ergeben. Pfarrer Meudt wünscht sich, dass alle Beteiligten unvoreingenommen aufeinander zugehen. Sein ganz großes Anliegen ist es, dass trotz einer Zusammenlegung kein Ort "hinten runterfällt". „Die beiden Gemeinden müssen sich eng verzahnen, aber sie zu vereinheitlichen, das wäre viel zu schade“, betont er mit Nachdruck.

Für ihn persönlich steht das Vertrauen seiner Gemeinde im Focus: „Wir bringen uns so ein, wie wir sind, mit all unseren Schwächen und all unseren Fehlern. Was muss ich tun, damit das Evangelium auf guten Boden fällt? – Da muss „(zu)gehört“ werden. Das wird meine und unsere Aufgabe sein. Nicht an einem Tag … – Ich bin hier als Euer Pfarrer!“

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