„Robin Hut im Flerschemer Forst“

Wunderbare Vorträge und Tänze von Frauen für Frauen – Frauenfastnachtssitzung der SG DJK

Die „Jungen Alten“ der SG DJK hatten Spaß an ihrem Tanz – ebenso wie das begeisterte Publikum.    ?(Foto: A. Kreusch)

 

Die „Jungen Alten“ der SG DJK hatten Spaß an ihrem Tanz – ebenso wie das begeisterte Publikum.    ?(Foto: A. Kreusch)

 

FLÖRSHEIM (ak) – „Robin Hut im Flerschemer Forst“ hieß das Motto, das sich die „Alten Hasen“ der Flörsheimer SG DJK in diesem Jahr für ihre Frauenfastnachtssitzung am 11. Februar im Galluszentrum (GZ) ausgedacht hatten: vor dem kleinen „Wald“ auf der Bühne tummelten sich dementsprechend nicht nur viele „wilde Tiere des Waldes“ von der Spinne über Hasen bis zu Bärchen, sondern auch jede Menge Zwerge, Hexen, Mönche und natürlich „Robin Huts“ im voll besetzten Saal. Im lustigen Kostüm zur Frauenfastnacht zu kommen, ist hier natürlich immer noch Ehrensache.

 

Auf dem Programm, durch das Luzia Platt witzig und resolut führte, standen viele wunderbare Vorträge und Tänze von Frauen für Frauen, Männer waren an diesem Abend nur sehr limitiert „zugelassen“. Neben „Mitmoderator“ Klaus Waldeck waren lediglich die Hausherren des GZ geduldet: Hausmeister Wilhelm Bachmann, Kaplan Wojciech Kaszczyc und Pfarrer Sascha Jung. Alle drei mussten für dieses Privileg jedoch immer wieder als „Zielobjekte“ des weiblichen Humors „bezahlen“.
Kaplan Kaszczyc bekam das gleich zu Anfang zu spüren, als Luzia Platt ihn auf die Bühne holte, um mit allen im Saal die Aussprache seines Namens mal zu üben. Dass er nicht nur einen der „Handwärmer-Orden“ für seinen „Auftritt“ bekam, sondern ihm aus dem Saal sogar noch Socken überreicht wurden (nur für den Fall, dass nicht nur seine Hände kalt seien!), machte Wojciech Kaszczyc zwar einigermaßen perplex, aber er machte die Späße offensichtlich gerne und herzhaft lachend mit. Ob er aber tatsächlich beim Gottesdienst am nächsten Morgen, wie von der Moderatorin vorgeschlagen, kurz diese neuen Socken lüpfte und ob die Gemeinde das wirklich mit einem gemeinsamen „Hall die Gail“ quittierte, ist bisher nicht überliefert. Der Meinung von Luzia Platt „Was isser ja für ein Netter!“ schloss sich das Publikum aber auf jeden Fall sehr gerne an.
Als „Zenzi von der Dampfnudel-Alm“ kam Gitta Schröder in diesem Jahr auf die Bühne. Bewaffnet mit Emaille-Eimer und Melktrichter erzählte sie vom „Almauftrieb“: „Zieh ich mit meim Rindvieh am Rathaus vorbei, dann gucke mehr Ochsen eraus wie enei.“
Luzia Platt hüpfte und lief als „Sportliche Frau, die ihre Sportart noch nicht gefunden hat“ über die Bühne und berichtete davon, was sie alles an den einzelnen Sportarten auszusetzen hat. Allerdings fand sie schlussendlich zur Gymnastik – durch Reifen springend und Keulen schwingend („dademit hab ich mich selwerster k.o. geschlage!“), mit nicht mehr wegrollenden Bällen übend identifizierte sie am Ende das Gymnastikband als „ihr“ Sportgerät und führte sehr zum Vergnügen der Zuschauerinnen auch gleich bildlich vor, zu was so ein Band erstaunlicher Weise alles zu gebrauchen ist.
Zu den „drei Dompflegerinnen“, liebevoll auch „Dom-Masseusen“ genannt, einem nun schon festen Bestandteil der SG DJK-Frauensitzung, gehören neben Luzia Platt noch Marliese Wissenbach und Birgit Bartels. In diesem Jahr mokierten sich die „Herrinnen der Besen und Staubtücher“ über lärmempfindliche Nachbarn in Flörsheim. „Jetzt darf de Wilhelm Bachmann schon nit mehr läute, wenn die Nationalmannschaft e Spiel gewinnt – und ich hab gehört, am Verlobte Tag soll der vierte Altar am Mainufer abgeschafft werden, damit da keiner vom Lärm belästigt wird“, verbreiteten sie ziemlich frech. „Aber des ,Hall die Gail' lasse merr uns nit verbiete – des rufe merr jetzt alle emol gaaanz laut!“ Und so ein Saal voller feiernder Frauen kann gaaanz laut rufen, das wurde an diesem Abend bewiesen! Auch einen guten Tipp hatten die drei Damen für alle, die über Flörsheimer Dinge gerne auf dem Laufenden sein wollen: „Ei da müsst ihr die Flörsheimer Zeitung lesen!“ Ihr vergnüglicher Vortrag endete wie in jedem Jahr mit dem inbrünstig gemeinsam gesungenen „Im Schatten des Doms“.
Schon die Ankündigung von Luzia Platt: „Määädcher – halt euch fest: er lebt! Er ist erkältet, aber er lebt!“ versetzte das Publikum in allerbeste Stimmung, schließlich sollte der Vortrag von Pfarrer Sascha Jung einer der Höhepunkte der Sitzung werden. Im bunten Clownsmantel am Klavier riss der Pfarrer von St. Gallus nicht nur musikalisch, sondern auch mit charmantem Wortwitz und skurrilen Ideen alle Damen schnell mit – es wurde gelacht, gekichert, gejuchzt und ausgiebig geklatscht als er von seinen Aufgaben als bekannter „Womanizer“ im Vatikan berichtete. „Wie komme merr zu so em Pfarrer?“ sprach Luzia Platt die Gedanken der lachenden Damen im Saal laut aus und beantwortete die Frage auch gleich selbst: „Ich würd‘ sache, den ham merr uns verdient!“
Selbstverständlich hatte man bei der Frauenfastnacht der SG DJK auch mit einigen tollen Tanzvorführungen aufzuwarten, so hatten gleich am Anfang die jüngsten Turnkinder in der Showturngruppe „Pamoja“ als „Bienchen auf der Blumenwiese“ ihren allerersten Auftritt, und die Mädchen der Showturngruppe „Kupenda“ zeigten ein richtiges „Affentheater“ auf der Bühne. Welche Perfektion die Showtanzgruppen der SG DJK erreichen können, führte die Gruppe Anyata als völlig verhüllte „Happy Sacks“ mit starkem Ausdruck sehr gekonnt vor.
Die vom Gesangverein Liederkranz-Eintracht Eddersheim kommenden „Honey Ladies“ brachten mit ihrem Tanz „Ahui auf hoher See“ mühelos beste Stimmung in den Saal, mit den super geschminkten „Jungen Alten“ der SG DJK kam schwungvolles Krimi- und Grufty-Feeling. Die FNC-Balletts „Manco Mania“ und „Fun Factory“ zeigten artistisch-akrobatische Tanzfiguren zu flotter Musik.
Für die musikalische Begleitung der Sitzung waren „der Tuscher der Nation“, Thomas Schmitt, und Britta Kluin zuständig. Auch nach dem Finale, welches noch einmal alle Aktiven des Abends auf der Bühne vereinte, ging die Weiberfastnachts-Party im Gallus-Zentrum noch lange fröhlich weiter.

 

 

 

 

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