Konstituierende Sitzung des neuen Kinder-Parlaments der Hattersheimer Regenbogenschule
Das neu zusammengesetzte Kinder-Parlament der „Regenbogenschule“ versammelte sich jetzt zu seiner ersten Sitzung im Ratssaal des Alten Posthofes. 16 Mädchen und Jungen aus drei Grundschulklassen waren von ihren Schulkameraden gewählt worden. Am vergangenen Mittwoch, 6. November 2019, trafen sie sich mit der Parlamentspräsidentin Myriam Jung und Vertretern der Stadt. Die Parlamentspräsidentin begrüßte die Jung-Parlamentarier, ebenso Bürgermeister Klaus Schindling sowie der Erste Stadtrat Karl Heinz Spengler.
Alle drei stellten sich zunächst den Kindern persönlich vor, auch Schulleiter Uwe Simon wohnte der Sitzung bei. Entsprechend der Geschäftsordnung galt es zunächst, die beiden Stellvertreter für die Parlamentspräsidentin zu wählen. Hierzu stellten sich 14 Schüler und Schülerinnen zu Wahl. Sarah und Niki erhielten die meisten Stimmen und nahmen die Wahl gerne an. Sie werden jetzt Myriam Jung bei ihren organisatorischen Aufgaben in der Parlamentsarbeit unterstützen. Die Parlamentspräsidentin erläuterte zunächst die Aufgaben und Möglichkeiten, die die Jung-Parlamentarier jetzt innehaben. So kann das Kinder-Parlament frei über die Verwendung von einem Budget von 900 Euro entscheiden. Hiermit sollen die Lebensbedingungen für die Kinder und Mitbürger in der Stadt verbessert werden. Aus den Anträgen sollen dementsprechend sinnvolle Projekte zur Umsetzung kommen. Die Kinder nahmen diese Mitteilung erfreut zur Kenntnis und machten sich an die Arbeit.
Es galt jetzt, insgesamt sieben vorliegende Anträge mit den Vertretern der Stadt zu bearbeiten. Mehrfach ging es bei den Anträgen um die Erhöhung der Verkehrssicherheit für Fußgänger in öffentlichen Bereichen. Erneut beantragten Schüler der Klasse 4 b Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit auf dem Schulweg zur Regenbogenschule im Bereich der Friedrich-Ebert-Straße. Die Aufstellung einer Blitzanlage wird gefordert. Für Kinder ist die Begehung hier sehr gefährlich, da viele Autos zu schnell fahren. Der Bürgermeister erklärte, dass die Einrichtung einer festen Blitzsäule hier problematisch sei. Deshalb wird er dafür sorgen, dass in diesem Bereich die mobile Blitzanlage der Stadt häufiger zum Einsatz kommt. Auch das Aussteigen der Kinder aus den PKW vor der Schule sehen Antragsteller als sehr gefährlich an. Daher wurde die Aufstellung eines Verkehrsschildes „Rauslassen von Kindern verboten“ vor der Schule beantragt. Klaus Schindling erklärte, dass ein solches Schild die Straßenverkehrsordnung nicht vorsieht. Er wird die Ordnungspolizisten anweisen, vermehrt hier das Verhalten der Autofahrer zu prüfen. Die Jung-Parlamentarier äußerten sich positiv zu dieser Ankündigung.
Für die Nassauer Straße beantragten Kinder aus der Klasse 4 c einen Zebrastreifen zur sicheren Fahrbahnquerung. Diesbezüglich musste der Bürgermeister darauf hinweisen, dass es in der Nassauer Straße zwei Ampelanlagen zur sicheren Überquerung der Straße gibt. „Da müsst ihr einfach mal etwas weiter gehen“, meinte er. Kinder aus der Klasse 4 a machen sich Sorgen um die Gesundheit von Tieren in unserer Stadt. Sie verurteilen das Auslegen von Giftködern und fordern Strafen für die Täter. Klaus Schilling erläuterte die Gesetzeslage und deutete darauf hin, dass es für diese Taten offiziell bereits Strafen gibt. „Wenn Polizisten die Täter erwischen, gibt es Anzeigen und heftige Strafen“, sagte er.
In einem Antrag der Klassen 4 a und 4 b wird die Aufstellung von mehr Spielgeräten auf dem Abenteuerspielplatz gefordert. Der Verwaltungschef Klaus Schindling erklärte die grundsätzliche Konzeption für Spielplätze. Es gilt, den Abstand zwischen den Spielgeräten zu beachten und den Umstand, dass es immer genügend Freiflächen gibt für andere Spielaktivitäten. „Das Federballspiel erfordert Platz oder auch das Rodeln im Winter“, meinte er. Er wird aber mit der zuständigen Stelle sprechen, um überprüfen zu lassen, ob noch ein weiteres Spielgerät ausreichend Platz hätte. Auch für den Wunsch nach einer Einrichtung eines Kinos im Stadtbereich äußerte der Bürgermeister Verständnis. Er erinnerte an das frühere Kino in Okriftel, welches aus finanziellen Gründen aber schließen musste. Er verwies zusätzlich auf Angebote des KulturForums und auf das Open air-Kino zur Sommerzeit am Mainufer. Weitere Chancen für die Einrichtung eines dauerhaften Kinos sieht er nicht.
Aus der Klasse 4 c stellten Kinder den Antrag auf die Pflanzung von neuen Bäumen in Hattersheim. Der Antrag wurde mit Klimaaspekten und Gesundheitsüberlegungen gut begründet. Der Bürgermeister fand das geäußerte Anliegen toll. Er begrüßte die Initiative und lud eine Delegation des Kinder-Parlamentes in die Stadtverwaltung ein. Beim Grünflächenamt dürfen die Schüler dann ihre favorisierten Bäume auswählen, die in öffentlichen Bereichen angepflanzt werden sollen. Zum Einpflanzen der Bäume könne später das gesamte Kinderparlament kommen. Diese Vorgehensweise fand bei den Kindern großen Anklang. Über die Realisation des Antrages und die Baumpflanzung erfolgte dann eine Abstimmung. Die Mehrheit der Jung-Parlamentarier sprach sich dafür aus, das verfügbare Budget für die Anschaffung und Pflanzung von Bäumen zu verwenden.
Auch Parlamentspräsidentin Myriam Jung fand diesen Entschluss ausgezeichnet. Sie konnte abschließend allen Anwesenden nur noch einen schönen Nachmittag wünschen und die Sitzung schließen.

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