Tor zum Rheingau ist wieder ein Ziel

Mit der Krönung der neuen Weinkönigin Lena I. öffnet der Wickerer Weinprobierstand seine Pforten

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Der erste Öffnungstag des Weinprobierstandes am Tor zum Rheingau hat stets mehr zu bieten als das erste Ploppen der Korken und das Genießen der guten Tropfen der Region in einer Gemeinschaft der Weingenießer. Die ersten Weinstandbesucher jeder Saison werden auch traditionell Zeugen einer Königinnen-Krönung. Denn die Amtszeit der Wickerer Weinmajestäten ist sozusagen an die Saison gebunden, die mit der Öffnung der Probierstände beginnt. In der Weinsaison 2026 wird Lena I. den Wein von den Wickerer Lagen repräsentieren. An ihrer Seite: Prinzessin Wiktoria.

Sehr gut besucht war am Samstagnachmittag die Veranstaltung des den Stand betreibenden Winzervereins Wicker, die Sitzbänke unter den Sonnenschirmen waren voll besetzt, auch der Brunnen war ein beliebter Platz, um das erste Glas des Jahres zu genießen. „Trinken und kaufen Sie die regionalen Produkte. Seien Sie neugierig, fragen Sie nach“, ermunterte Winzervereins-Chefin Julian Venino die Gäste, sich aktiv mit dem Produkt zu beschäftigen, das wenige hundert Meter vom Probierstand produziert wird. Sie dankte der Bürgerstiftung und der Stadt für die Unterstützung bei der Finanzierung des Standes, „das wäre sonst nicht möglich“.

Die Stadt ist andererseits natürlich auch dankbar dafür, dass der Winzerverein mit seinen ausschenkenden Mitgliedsbetrieben in der warmen Jahreszeit diese Treffpunkte in Wicker und am Mainufer betreibt. Bürgermeister Bernd Blisch freute sich über den so guten Besuch an ersten Öffnungstag in Wicker. Er drückte den Majestäten den Dank für ihr Engagement aus, vor allem der nun die Krone ablegenden Amtsinhaberin.

„Der Dank gilt Milena I., wir wissen es zu schätzen, wie viel Zeit sie zum Repräsentieren des Wickerer Weins investiert hat und wie viel Arbeit das war“, sagte Blisch. Ebenso dankte er Lena I., die als Prinzessin ein Jahr lang Milena I. bei allen Aktivitäten begleitet hatte, sowie der Prinzessin Wiktoria, „die nun ein Jahr mehr Anlauf hat“. Auf die Übernahme der Krone im Jahr 2027, meinte er damit, was den natürlichen Ablauf bei den Amtsübergaben beschreibt.

Es ist bei den Wickerern zwar nichts auf ewig oder auch nur Jahre festgeschrieben, Interessentinnen dürfen jederzeit auftauchen und sich um die Aufgaben bewerben. Realität ist es allerdings, dass die Weinköniginnen und Prinzessinnen in der Regel über persönliche Kontakte und Ansprache akquiriert werden müssen, die Wickerer sind da noch vergleichsweise gut aufgestellt. Aber die im vorigen Jahre von Venino erläuterten Änderungen bei der Besetzung und den Amtszeiten wurden nun genau so umgesetzt.

„Die Zeiten haben sich geändert“, erläutert die Winzervereinschefin noch einmal die Gründe für das nur einjährige Wirken von Milena I. und das Zurückgehen auf nur noch eine Weinprinzessin. Das ganze Leben, auch auf Kosten des beruflichen Fortkommens, auf die Funktion auszurichten, ist nicht zuzumuten, zumal die Weinmajestäten nur noch in den seltensten Fällen aus den Winzerbetrieben kommen.

In „alten“ Zeiten hatte die Wickerer Weinkönigin üblicherweise zwei Prinzessinnen an ihrer Seite und betraute ihr Amt zwei Jahre. Die Rückkehr des Dreigestirns im Jahr 2025 war aber nur eine Ausnahmesituation, und das war schon beim Amtsantritt des Trios klar, als sich Milena Zapp nach zwei Jahren als Prinzessin die Krone aufsetzen ließ.

Lena Gula folgte ihr nun nach nur einem Jahr „in der Lehre“, was natürlich kein fachliches Problem sein wird. Es ist guter Brauch, dass die Wickerer Weinmajestäten von Winzerbetrieben über Patenschaften betreut und unterstützt werden. Bei Milena I. war dies das Weingut David Bursik, bei den Prinzessinnen Lena und Wiktoria übernahm der Betrieb Joachim Flick die Funktion. Das Trio hatte in seinen Ansprachen im Wesentlichen das Gleiche mitzuteilen: Es war eine tolle Erfahrung, mit den anderen beiden den Wickerer Wein im ganzen Land zu repräsentieren, bestätigten alle. Lena Gula und Wiktoria Domagala unterstrichen das große Engagement der Königin in der vergangenen Weinsaison.

„Ich durfte viel von mir selbst kennenlernen“, betonte Milena Zapp aber auch – und diese Perspektive machte die Aufgabe für sie auch so interessant. Highlight war für sie im vergangenen August das Rüdesheimer Weinfest, an dem das Trio geschlossen teilnahm. Eine viel größere und umfassendere Veranstaltung als sie sich sonst finden, „es war ein sehr langer Tag“. Der sogar hinauf zum Niederwalddenkmal führte. Bei den vielen Gelegenheiten, sich bei den diversen Festen zu begegnen, entwickelten sich auch gute Verbindungen zu den Majestäten aus anderen Rheingauer Weinkommunen. Die beiden Hochheimer Majestäten Pauline und Alma sowie die Amtsträgerinnen aus Kiedrich und Hattenheim waren als Krönungszeuginnen nach Wicker gekommen.

In der Zeit von April bis Mitte Oktober hätten die Wickerer Majestäten jedes Wochenende zu Weinfesten fahren können, das haben sie dann doch anders gehandhabt. Zapp freut sich, in dem Repräsentationsjob gelernt zu haben, dass sie auf Menschen zugehen und vor größeren Menschenmengen sprechen kann. Das hilft beruflich weiter. Ein zweites Jahr als Königin wäre für Milena I. schon deshalb schwierig gewesen, weil sie im aktuellen Job auch an Wochenenden gefordert ist.

Die Weinstände öffnen

Das „Weinköniginnen-Wochenende“ war der traditionelle Auftakt in die Saison der geöffneten Weinprobierstände. 23 weitere Termine folgen, bis die Saison am ersten Oktoberwochenende (4.) mit dem Brunnenfest der Landfrauen ihren Abschluss findet. Das Wickerer Weinfest findet am 1. und 2. August statt. An den anderen Wochenenden schenkt jeweils ein Winzerbetrieb am Tor zum Rheingau aus. Beteiligt sind die Betriebe (in der Reihenfolge, meist an zwei Wochenenden hintereinander) Michael Hück, Markus Günther, Peter Flick, Joachim Flick, Weidenmühle, H.J. Venino, David Bursik, Weilbächer, Baison, Robert Günther, Alexander Venino, Simon Schreiber und Uwe Diefenhard.

Die Öffnungszeiten des Wickerer Weinprobierstandes im Tor zum Rheingau, Taunusstraße, sind samstags von 16 Uhr bis 23 Uhr sowie an Sonn- und Feiertagen ab 11 Uhr.

Der Weinprobierstand auf dem Maindeich öffnet freitags von 17 Uhr bis 23 Uhr, samstags von 16 Uhr bis 23 Uhr und an Sonn- und Feiertagen von 11 Uhr bis 23 Uhr.

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