Die Weilbacher feiern genau wie immer

Erste Kerb nach dem Wechsel im Vorstand von Kerbeborsch 6091 Weilbach läuft nach Plan

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Für den Verein war es eine Premiere, dass die Besucher der Weilbacher Kerb davon nichts mitbekamen die Erfüllung eines Plans. Die Bilanz seiner ersten Kerb als neuer Vorsitzender des veranstaltenden Vereins Kerbeborsch 6091 Weilbach, damit quasi als Chef des ganzen Geschehens, fällt für Maximilian Zimmer positiv aus. „Wir sind mit unserer ersten Kerb sehr zufrieden, es hat alles super funktioniert“, sagte er am Dienstagabend nach dem abgeschlossenen Abbau der Zelte, Bühne und Garnituren am Festplatz am Haus am Weilbach. Besonders an den traditionell beliebten Abenden am Freitag und Samstag stieß die Kerb wieder auf eine starke Nachfrage bei den Bürgerinnen und Bürgern.

Besonders verwunderlich ist es freilich nicht, dass die vier Tage der Kerb weitgehend pannenfrei abliefen. Zimmer kommt aus dem inneren Kreis des Vereins, der langjährige Vorsitzende Matthias Theis hatte ihn frühzeitig als Nachfolger ausgeguckt und während der Kerb 2025 quasi eingearbeitet in die Abläufe. „Wir haben ihm über die Schulter geblickt“, erläuterte Zimmer. „Ich und Tobias Weilbächer sind aber auch schon lange im Verein und waren teilweise schon im Vorstand dabei.“

Das Wetter, immer ein wichtiger, aber nicht zu beeinflussender Faktor für das Gelingen der Kerb im Sinne einer großen Resonanz, spielte Kerbeborsch 6091 stärker in die Karten als es zu erwarten war. Zwar war es am Wochenende an den Mittagen und Nachmittagen wie erwartet zu heiß, um sich mit Spaß draußen aufzuhalten, dafür kühlte es an den Abenden deutlich ab. Es muss den Besuchern am Haus am Weilbach nicht nur wegen der erträglichen Temperaturen gefallen haben. „Die Leute sind lange dageblieben. Das Feedback war gut, alle hatten viel Spaß“, sagte Zimmer.

Insgesamt lag der Besucherzuspruch an den vier Tagen im üblichen Rahmen der vergangenen Jahre. Das Jubiläum, das der 1996 gegründete Verein in diesem Jahr feiert, schlug sich nicht großartig nieder im Programm, war aber auf zwei Weisen dann doch präsent: Auf dem Lorbeerkranz mit der 30 darin, der auf der Vorderseite der T-Shirts einiger Aktiver aufgedruckt war – und durch eine gut angenommene Tombola. Deren Erlöse wanderten in den Betrag auf dem symbolischen Spendenscheck, der am Montagabend vor dem „Gickelschlag“ an den Verein "Hilfe für Krebskranke Kinder" überreicht wurde.

Den Erlös vom Kuchenverkauf am Sonntagnachmittag und der Tombola rundete Kerbeborsch 6091 auf den soliden Spendenbetrag von 1.600 Euro auf, dazu hatte der Frankfurter Verein, seit vielen Jahren von den Weilbacher Kerbeaktiven bedacht, an seinem eigenen Infostand eine Spendendose aufgestellt, durch die auch noch der eine oder andere zusätzliche Euro eingesammelt wurde. Ansonsten war der Montagabend (siehe Bericht) der wieder eigentliche Höhepunkt für alle Aktiven und Ehemaligen. Den Bembel mit dem Stoffhammel darin eroberte diesmal Svenja Remsperger, sie erhielt den Zuschlag vom Auktionator Pascal Schäfer bei ebenso soliden 2.500 Euro.

Dass ein traditioneller Programmpunkt entfiel, dafür konnte der Verein nichts. Nach dem Kraftakt des schnellen Abbaus am Dienstagvormittag, steht noch eine, wenn auch nicht für die große Öffentlichkeit gedachte Zeremonie an. Die Kerbepuppen-Verbrennung auf dem Feld, zu der am Dienstagabend üblicherweise als letzter Akt der Kerbetage eine Prozession am Haus am Weilbach startet, konnte diesmal nicht stattfinden. Die Prozession selbst gab es zwar, aber die Puppe wurde diesmal lediglich symbolisch „begraben“.

Ob die Stadt vom Verbot offener Feuer abrückt angesichts der beiden regnerisch-kühlen Tage am Wochenbeginn, war für Kerbebosch 6091 Weilbach nicht die entscheidende Frage. „Dabei ist ja die Feuerwehr eingebunden, die auch planen muss“, erläuterte Zimmer, warum am Beschluss, die Verbrennung ausfallen zu lassen, nicht mehr gerüttelt wurde. Es war auch keineswegs das erste Mal in der Geschichte der Weilbacher Kerb, dass wegen einer zu großen Trockenheit auf den Feldern kein Feuer entzündet werden durfte.

Trotz des sehr lebendigen Vereins bekennt Zimmer, dass auch Kerbeborsch 6091 an den gut besuchten Abenden etwas an seine Grenzen stößt. Am Freitag und Samstag ist auf dem überbauten Bachbett - am ruhigeren Sonntag und Montag wird die Zone zum kleinen Rückzugsort der Aktiven - zusätzlich zu den Ausgabestellen die Cocktailbar zu besetzten. An der Grillstation gab es so zwischendurch mal längere Schlangen, „unsere Kapazitäten sind eben auch begrenzt“, hält der Vorsitzende fest.

So war es dieses Jahr wie immer: Die Kerbetage sind in Weilbach für die Vereinsmitglieder ziemlich anstrengend, und doch hat es sich am Ende gelohnt. Zur Erholung nehmen sich viele Aktive noch den einen oder anderen Tag frei von der Arbeitsverpflichtungen. Zimmer allerdings tauchte schon am Mittwoch wieder in den Alltag ein. Mit seinem Premierenjahr als Chefs vom Ganzen können er und Lukas Weilbächer zufrieden sein.

Die Finanzvorständler Luca Becker und Hanna Dörhöfer müssen nun nachrechnen, ob die Einnahmen stimmen, um die nicht geringen Ausgaben zu stemmen. Da sollten allerdings angesichts einer doch recht gut besuchten Kerb nichts Negatives zu befürchten sein. Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass auch in diesem Jahr in der Schulstraße auf Höhe der Weilbachhalle ein kleiner klassischer Rummel aufgebaut war, der wie gehabt - abgesehen von der Eröffnungszeremonie - wenig mit dem Geschehen im Ortskern zu tun hat, aber natürlich mit seinen Fahrgeschäften und Ständen immer sein Publikum findet.

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