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Männerverein mit Herz und Verstand

Ganz Wicker feiert 25. Jubiläum des Clubs Fidelio / Starke Gemeinschaft hält Traditionen lebendig

Geselligkeit und Kameradschaft sind die Ziele des Clubs Fidelio, der vor 25 Jahren von sechs jungen Wickerern gegründet wurde. Die Wickerer feierten mit ihrem Traditionsverein in Zelt, Scheune und Hof einen fröhlichen Festkommers.
(Fotos: R. Dörhöfer)

WICKER (drh) – Gehrock und Zylinder sind in Wicker nicht nur Relikte aus Uropas Zeiten, sondern werden von den Mitgliedern des Clubs Fidelio zu zahlreichen Anlässen gern getragen. So auch am Wochenende (20. bis 22. Mai), an dem der Club Fidelio sein 25-jähriges Bestehen feierte. Nach einem Fackelzug am Freitagabend zogen die Wickerer Vereine Sängerlust, Harmonie, TV Wicker, Landfrauen, Historischer Verein, Reit- und Fahrverein, Freiwillige Feuerwehr und Schützenverein gemeinsam mit dem Jubiläumsverein durch den mit rot-weißen Fähnchen geschmückten Ortskern, um im Hof des Vorsitzenden Marcel Anthes das 25. Jubiläum mit einem Festkommers zu feiern. Gut 300 Wickerer gehörten zu den Gratulanten, die es sich während des Kommersprogramms im urigen Ambiente bei reichhaltigem Verpflegungsangebot gut gehen ließen.

Der Gesangverein Sängerlust machte mit seinen rund 40 Sängerinnen und Sängern des Gemischten Chores dem Jubilaren seine Aufwartung und sang „Freude schöner Götterfunken“ sowie „Die Rose“. Landrat Michael Cyriax überbrachte Glückwünsche sowie eine Spende und sagte: „Der Club Fidelio steht für Gemeinsinn und Tradition. Er gibt Halt in Zeiten, die doch oft von Unsicherheit geprägt sind.“ Einen Spendenumschlag überreichte auch Annette Huth als Vorsitzende des Wickerer Vereinsrings. Vertreter aller Wickerer Ortsvereine stärkten Huth symbolisch bei der Scheckübergabe den Rücken und gaben so ein weiteres Zeugnis des Wickerer Gemeinschaftssinns. Der Vereinsring selbst wird am 3. Oktober sein 50-jähriges Bestehen feiern und dafür die Stadtplakette in Bronze erhalten.

„Seid einig und treu“
Holger Venino moderierte die ungezwungene Feierstunde, bei der er gemeinsam mit zwei weiteren Vereinskameraden auch die 25 Jahre umspannende Historie des Clubs Fidelio in Erinnerung rief. In „Oma Elses“ (Elisabeth Anthes') Wohnzimmer wurde seinerzeit zwischen Weihnachten und Silvester die Wiedergeburt des Wickerer Clubs Fidelio von sechs jungen Burschen im Alter zwischen 17 und 19 Jahren beschlossen. Allen sechs jungen Herren lagen die Traditionen des Ortes und auch die Geselligkeit und Kameradschaft am Herzen; deshalb erinnerten sie sich an den einstigen Club Fidelio, der einst von Mitgliedern des Jahrgangs 1896 gegründet worden war und der eine ähnliche Zielsetzung hatte. Der ursprüngliche Club Fidelio hatte bis 1912 Bestand, gab jedoch seine Aktivitäten im Zuge der Kriegswirren auf. Das letzte Vereinsmitglied des ursprünglichen Clubs, Johannes Kaspar Flick, war 1987 verstorben – man hatte ihm die Vereinsfahne mit ins Grab gegeben. Eine alte Fahne war somit nicht mehr für die Neugründung zu finden, doch schon bald hatte der junge Männerverein eine eigene, die – wie auch die Ursprungsfahne – die Aufschrift „Seid einig und treu“ trägt.

Die offizielle Gründungsfeier fand im Mai 1992 statt. „Die Vereinseintragung wollte uns das Amtsgericht zunächst verwehren, da es nicht möglich sei, einen reinen Männerverein zu gründen“, erinnerte sich der Zweite Vorsitzende Detlef Wiehle. Erst der Vergleich mit den Landfrauen habe eine Umstimmung der Beamten bewirkt. Von 1993 an beteiligte sich der Club Fidelio für elf Jahre mit einem Wagen beim Flörsheimer Fastnachtsumzug.

Ausrichter der Kerb
Bei der Jahreshauptversammlung im Jahr 1994 wurde der Grundstein für das heute wichtigste Betätigungsfeld des Clubs Fidelio gelegt. Der Vereinsring hatte die jungen Herren gefragt, ob sie sich eine Ausrichtung der Kerb vorstellen könnten, da auf dem Kerbetanz 1993 nur noch zehn zahlende Besucher gezählt werden konnten und somit die gesamte Kerbetradition zu sterben drohte. Bis zum damaligen Zeitpunkt war die Wickerer Kerb außerhalb des Ortskernes auf dem Gelände des TV Wicker gefeiert worden. „Mit unserer Zustimmung für die Ausrichtung der Kerb war klar, dass wir die Tradition wieder in den Ort holen“, erinnerte sich Wiehle. Mit nur 28 Mitgliedern war das Kerbeprojekt zunächst nicht leicht zu stemmen, doch immer schon konnten sich die Mitglieder auf die Unterstützung zahlreicher Freunde und Bekannte verlassen. So zeichnet der Club Fidelio, der heute 95 Mitglieder zählt, bis heute für die Ausrichtung der Kerb im Festzelt an der Alten Goldbornschule verantwortlich. Seit drei Jahren lädt der Männerverein zudem zum Rosenmontagsfrühschoppen ein – auch dieses Angebot erfreut sich wie die Kerbetradition bei allen Wickerern wachsender Beliebtheit.

Die Mitglieder selbst pflegen die Geselligkeit zudem bei Ausflügen und Fahrten und zeigen bei Wickerer Festlichkeiten, Prozessionen und Festumzügen Präsenz. Auch der Heilige Urban hat auf Initiative des Clubs Fidelio am Tor zum Rheingau seinen Platz gefunden.
Erster Stadtrat Sven Heß überbrachte die Glückwünsche des Magistrates und Weinprinzessin Marie gratulierte mit einem Weinspruch. Der Gesangverein Harmonie rundete die Feierstunde musikalisch ab und die Damengruppe „Escht Wickerer Mädscher“ überraschten mit einem Tanz als Festdamen. Die Damenrunde trifft sich seit zehn Jahren zum Kerbefrühschoppen im Festzelt und hatte somit auch ein kleines Jubiläum zu feiern. Der Festabend klang bei Musik und viel guter Laune im Hof, in der Scheune und im angereihten Festzelt aus, bevor nach dem Sonntagsgottesdienst mit einem zünftigen Frühschoppen weitergefeiert wurde.

 

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