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Wickerer Weinfest erneut ein voller Erfolg

Auch die 44. Auflage des traditionellen Wickerer Festes lockte viele Besucher an

Die Hoheiten des Rheingaus dürfen bei der Weinfesteröffnung nicht fehlen.
(Fotos: R. Dörhöfer)

 

WICKER (drh) – „Zur Weinfestzeit wird der Main-Taunus-Kreis zum Wein-Taunus-Kreis“, so die Worte von Landrat Michael Cyriax, der wie Staatsminister Axel Wintermeyer, Stadtverordnetenvorsteher Steffen Bonk, Erster Stadtrat Sven Heß und Ortsvorsteher Christopher Willmy Grußworte zur Eröffnung des 44. Wickerer Weinfestes sprach. „Im kommenden Jahr feiern wir das 45. Fest und somit einen Tag länger. In sechs Jahren steht uns das 50. Festjubiläum bevor“, sagte Winzervereinsvorsitzender Wilhelm Hück, der den ersten Festgästen 150 Weine verschiedenster Lagen und Ausbauvarianten empfahl. „Ganz gleich ob sie die Weine nach Rebsorte, Jahrgang oder der netten Bedienung hinter dem Stand auswählen: Sie werden was Passendes finden“, war sich Hück sicher. Staatsminister Axel Wintermeyer betonte, dass der Wickerer Wein in jedem Fall seinen Preis wert sei, denn das Preis-Leistungsverhältnis stimme. Zudem lobte er das Engagement der Weinmajestäten und sprach seinen Dank aus. „Die Wetterkapriolen werden die Winzer schon in den Griff bekommen“, mutmaßte Wintermeyer. 

Ortsvorsteher Christopher Willmy schob nach eigenen Worten einen „Werbeblog“ in die Begrüßungsserie und warb für Wicker als Ort für historische Führungen und vor allem für einen Besuch am Weinprobierstand am Tor zum Rheingau. „Am Weinprobierstand können Sie die Weine in ruhigerer Atmospähre genießen“, so der Ortsvorsteher, der zusätzlich auch für das neue Wickerer Weinbuch warb, das bei vielen Wickerer Winzern erhältlich sei. Laut Willmy ließe sich der Stellenwert des Wickerer Weinfestes auch am hohen Aufkommen politischer Honoratioren ablesen, denn von der Bühne aus konnte Willmy in der Menschenmenge zahlreiche Fraktions- und Parteivorsitzende, Altbürgermeister und Ehrenstadträte ausmachen. „Es steht wohl eher eine Wahl vor der Tür“, kommentierten Festbesucher Willmys Anmerkung.

An den gereimten Begrüßungsversen von Weinkönigin Marie I. und ihrer Weinprinzessin Madeleine gab es nichts zu beanstanden: „Riesling, Silvaner, Burgunder – in jedem Wickerer Fläschchen verbirgt sich ein Wunder“. Die beiden Majestäten präsentierten sich in schicken Dirndl und trugen Kettchen mit dem Wickerer Wappen und eingravierten Namen um den Hals. Auch an ihren Festgläsern zeigten sie ihre Zugehörigkeit zu Wicker mit dem Wappen als Anhänger. „Ein Geschenk meines Freundes“, erklärte Marie Langer stolz. Die beiden Wickerer Majestäten wurden bei der Eröffnungszeremonie von Weinmajestäten aus Kiedrich, Erbach, Kostheim und Hochheim sowie der Rheingauer Weinkönigin Stefanie Kopietz unterstützt. „Am Weinfest hängt mein Herz“, sagte Winzer Franz-Josef Venino. „Ich bin der älteste Winzer, der jetzt seit Anfang noch dabei ist. Aber ich liebe dieses Fest, bei dem es schon so viel Schönes zu erleben gab“, sagte der 70jährige, der sich 25 Jahre im Festvorstand engagierte und vor allem beim Aufbau von Bühne und Zelt sowie der Standeinteilung aktiv war. „Beim ersten Weinfest behalfen sich die Winzer mit ein paar Eiskübeln, Tischen und Sonnenschirmen. Im zweiten Jahr haben wir uns einen Stand bei der Feuerwehr geliehen“, erinnerte sich Franz-Josef Venino, der sich freut, wenn ihn die Gäste seiner Straußwirtschartschaft und die Weinkunden seines Standes liebvoll mit „De Chef kimmt“ begrüßen. In den Anfangsjahren hätten lediglich 16 Stände in der Vordergasse gestanden und ein Durchkommen zum Tor zum Rheingau sei fast unmöglich gewesen. Auflagen hätte es damals kaum gegeben. „Heute wird jeder Stand vermessen“, sagt Venino, der auch nicht alle Entscheidungen des Winzervereins gut heißen kann. „Früher war das anders“, sagt der Senior, der aber unumwunden zugibt, dass sich der Wein heute im Vergleich zu früher um Welten gebessert habe. Mit seinem Sohn Alexander bewirtschaftet Franz-Josef Venino vier Hektar Rebfläche, woraus sie gemeinsam 21 Weinsorten hervorbringen. 

Beide Weinfestabende waren überaus gut besucht, die Menschen drängten sich durch die Gassen, suchten ruhigere Plätze in den Höfen oder bei den Einkehrmöglichkeiten im Weinberg. Vor der Bühne durfte ausgelassener gefeiert werden. Die Band „The Varied Project“ war überragend“, lobte Winzer Klaus Flick die neue Musikertruppe am Samstagabend. Am Sonntag lud der Musikverein zum beschaulicheren Frühschoppen ein, hatten sie doch auch schon am Freitagabend die Weinfestmajestäten zur Festeröffnung geleitet und ein kleines Platzkonzert am Tor zum Rheingau gegeben.

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