Kompetent und unabhängig

20 Jahre Energieberatung im MTK:

MAIN-TAUNUS/HATTERSHEIM (pm) - „Energie sparen“ hat im Main-Taunus-Kreis schon Tradition, verkündet der Erste Kreisbeigeordnete Hans Jürgen Hielscher, der auch Umweltdezernent ist.

Seit 20 Jahren gibt es eine neutrale Anlaufstelle, wenn es um Fragen „Wie kann man Strom, Heizenergie und Wasser sparen“ geht.


Am 16. April 1991 verabschiedeten 16 Gründungsmitglieder die Satzung des gemeinnützigen Vereins Energieberatungszentrum Main-Taunus mit dem Ziel, Bürger, Gemeinden und Gewerbe in Sachen Energie sparen zu informieren. Die Initiative zur Vereinsgründung kam direkt aus dem Landratsamt. Als Fördermitglieder konnten neben dem Kreis selbst zunächst die Main-Taunus-Recycling (MTR), die MKW, die Maingas, die Schornsteinfegerinnung, die Kreishandwerkerschaft, die Taunus-Sparkasse und neun der MTK-Gemeinden gewonnen werden. In den Folgejahren erhöhte sich die Zahl der Fördermitglieder auf 20.


Im Durchschnitt der letzten 10 Jahre wurden rund 600 Bürgerberatungen pro Jahr durchgeführt, berichtet Hielscher, der seit 1996 den Vorsitz im Verein hat. Auch die drei Mitarbeiter des Büros in Hattersheim, dem Sitz des Energieberatungszentrums (ebz) sind bereits zwischen 16 bis 19 Jahre für den Verein tätig. Die Dienstleistung „Energieberatung“ beim ebz wird deshalb gerne genutzt, weil sie als kompetent gilt und von Anbietern unabhängig angeboten wird. Von den Bürgern im Main-Taunus-Kreis wird dank der Förderbeiträge der Vereinsmitglieder für die Beratung kein Entgelt erhoben. Für die kommunale Energieberatung fallen dagegen pauschale Beträge an.


Information und Beratung


In den Gemeinden, in denen kein eigener Energiebeauftragter vorhanden ist, bietet das ebz nach Vorankündigung einmal im Monat in den Rathäusern Energieberatung an, um den Bürgern die Wege nach Hattersheim zu ersparen. Neben den fachlichen Auskünften, die man beim Energieberatungszentrum über den Heizkesseltausch, die Warmwasserbereitung mit und ohne erneuerbare Energien, den Fenstertausch, die Fassaden- und die Dachdämmung erhält, ist die Fördermittelauskunft ganz wichtig geworden.


Bei den Solarförderungen der Stadt Flörsheim und der Gemeinde Sulzbach kann man bei bereits zehn Jahren Laufzeit von Beständigkeit sprechen. Nicht so bei der Bundesförderung für die Gebäudesanierung und die Nutzung erneuerbarer Energien im Wärmebereich. Hier wird man mit einem mehrmaligen „Auf- und Ab“ pro Jahr konfrontiert, weil die Fördertöpfe je nach Haushaltslage angepasst werden. Das Energieberatungszentrum pflegt einen guten Kontakt zur Kreishandwerkerschaft, die ja auch zu den Fördermitgliedern gehört. Von Seiten der Handwerker werden auch öfter Fragen zu Fördermitteln gestellt, da die Kriterien nicht einfach zu verstehen sind.


Ein paar Erfolge der Energieberatung sollen nachfolgend hervorgehoben werden. Durch die Vergabe von 28 Diplom- und Studienarbeiten seit 1996 konnten für die Gemeinden und eine Wohnungsbaugesellschaft zusammenhängende Übersichten über den jeweiligen Gebäudebestand oder die Straßenbeleuchtung geschaffen werden, die heute noch Datengrundlagen bilden, wenn Veränderungen durch Sanierungen oder Anbauten entstehen. 1996 rechnete das Energieberatungszentrum den Wärmeschutz für einen geplanten Neubau einer städtischen Kindertagesstätte mehrmals nach, bis der Bauträger den gesetzlichen Mindestwärmeschutz erfüllte. Heute bietet die Firma auch Passivhäuser an. Bei der kommunalen Energieberatung, die eine regelmäßige Ablesung und Auswertung der Zählerstande von Gas, Wasser und Strom beinhaltet, erhält das Energieberatungszentrum Rückmeldungen über die Höhen der Energieeinsparungen durch Investitionen. So wurde durch den Austausch eines Heizkessels in einem Rathaus gegen eine Brennwertanlage soviel eingespart, dass die Maßnahme sich innerhalb von 6 Jahren amortisierte.


Jährlich überprüft das Energieberatungszentrum mehrere Heizkostenabrechnungen von Haushalten, die hohe Beträge nachzahlen müssen. Aufgrund der Nachrechnung wurde ein Haus von der Abrechnungsfirma komplett neu erfasst – die Zählernummern waren vertauscht gewesen. Die Bewohnerin, die sich an das Energieberatungszentrum gewendet hatte, erhielt schließlich eine Erstattung in Höhe von 900 Euro.


Wer sich als Privatperson an das Energieberatungszentrum wendet, wird umfassend und neutral beraten. Planerisch wird das ebz jedoch nie tätig werden. Das ist Aufgabe der Ingenieurbüros und auch der weitergebildeten Handwerker, die kommerziell Energieberatung anbieten. Auf diese weisen die Mitarbeiter des Energieberatungszentrums auch hin, wenn es beispielsweise um die Bestätigung einer Fördermaßnahme durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau geht. Auch eine Liste mit Fachleuten, die die vom Bund geförderte Vor-Ort- Energieberatung anbieten, kann vom Energieberatungszentrum angefordert werden.


Innerhalb der vergangenen 20 Jahre haben sich seitens des Gesetzgebers die Wärmeschutzanforderungen für Gebäude viermal geändert. Und bei dem anvisierten Ziel der Bundesregierung, ab 2020 das Passivhaus zum Standard werden zu lassen, ist in der Zukunft noch viel Beratungsarbeit zu leisten. Nicht nur der Wärmeschutz hat sich verändert, auch die Heiztechnik. Hier wäre es vorteilhaft, in einem Demonstrationshaus oder einem ,,Showroom” wechselweise Exponate zeigen zu können. Doch dafür fehlt das Geld. Regelmäßig präsent ist das ebz seit vier Jahren auf der Herbstmesse „Bauen, Wohnen, Renovieren, Energiesparen“ in Wallau und auch auf örtlichen Gewerbeschauen. Solarwärme hat allgemein nicht vom Boom der Photovoltaik, der elektrischen Nutzung der Sonnenenergie, profitieren können. Diesem Thema wird sich das Energieberatungszentrum intensiver widmen. Denkbar wäre eine Informationsveranstaltung, die zusammen mit Partnern organisiert und finanziert Gewerbetreibende wie Gaststätten und Hotelbetriebe und auch Mehrfamilienhäuser ansprechen soll. Schließlich sind die Bundesfördermittel für erneuerbare Energien im Wärmemarkt befristet bis zum Jahresende angehoben worden. Das ebz hat sich, so der Vorsitzende Hans Jürgen Hielscher, bewährt als Informationsbörse fürs Energiesparen, erneuerbare Energien, neue Heiztechniken, Dämmstoffe und über Fördermittel und durch die kommunale Energieberatung sind nachweislich der Verbrauch an Energie und die Energiekosten gesunken. Dieses Knowhow wissen die Gemeinden und auch das Landratsamt besonders zu schätzen.

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