Aktion Nachtwächter beginnt

Flörsheim, Hattersheim und Hochheim wollen der Fraport genau auf die Finger schauen

 

FLÖRSHEIM (idl) – In einer gemeinsamen Pressekonferenz in Flörsheim stellten Gastgeber Bürgermeister Michael Antenbrink, seine Amtskolleginnen Antje Köster aus Hattersheim und Angelika Munck aus Hochheim ihre gemeinsam initiierte Aktion „Nachtwächter – Wir schützen das Nachtflugverbot“ vor.
Die Stadt Flörsheim hat durch den orstansässigen Designer Achim Klau ein passendes Logo entwickeln und davon zunächst jeweils 5.000 Aufkleber sowie Anstecknadeln anfertigen lassen. Aufkleber und Pins sind ab sofort kostenlos bei der Stadt Flörsheim erhältlich, demnächst werden auch Buttons mit der stilisierten Nachtwächterlampe und dem Slogan „Wir schützen das Nachtflugverbot“ erhältlich sein. Die ebenfalls erheblich von Fluglärm belasteten Nachbarstädte Hattersheim und Hochheim unterstützen die Aktion.
Flörsheims Bürgermeister Michael Antenbrink erläuterte den Sinn der ebenso treffenden wie eingängigen Aktion „Nachtwächter“: „Wir, die von maßlosem Fluglärm betroffenen Anwohner des Flughafens wollen die Menschen im Rhein-Main-Gebiet mobilisieren. Im Kampf um die Verteidigung des Nachtflugverbots sind wir auf die Solidarität der Region angewiesen. Wir hoffen, dass wir mit unserer Aktion eine möglichst breite Basis der Unterstützung schaffen können. Der Politik soll vor Augen geführt werden, dass es nicht einige wenige Bürger in den anliegenden Städten und Gemeinden sind, für die das Maß des Erträglichen jetzt voll ist, sondern es geht um viele tausend Menschen im nahezu gesamten Rhein-Main-Gebiet. Die Wahrung der Nachtruhe ist das Mindeste, was die Bürger von der Politik erwarten dürfen, von der sie freilich in der Vergangenheit allzu oft im Stich gelassen und sogar hintergangen wurden.“
Von seiner Hochheimer Amtskollegin Angelika Munck erhielt der Flörsheimer Rathauschef in dieser Frage volle Unterstützung: „Die Erfahrungen der letzten Wochen haben gezeigt, dass der Lärm ein Problem der gesamten Region ist. Unsere Minimalforderung ist das Nachtflugverbot. In diesem Sinne wollen wir Wächter der Nachtruhe sein.“
Hattersheims Bürgermeisterin Antje Köster machte sich für eine Ausdehnung des Nachtflugverbots auf die Zeit zwischen 22 und 6 Uhr stark.
„Bei der letzten Sitzung des Hattersheimer Schülerparlaments berichtete eine 13-Jährige, dass die Zeit zwischen 23 und 5 Uhr einfach viel zu kurz ist. Sie hat das damit begründet, dass Kinder und Jugendliche mehr als nur sechs Stunden ungestörten Schlaf brauchen, um morgens in der Schule wieder fit zu sein“, berichtete Köster. „Das Mädchen hat mich gefragt, wie es nach einer so kurzen Nacht in der Schule in aller Frühe wieder Leistung bringen soll.“ Eine Argumentation, der sich Flörsheims Erster Stadtrat Ochs anschloss: „Ich möchte kein Nachtwächter sein, sondern wenigstens am Wochenende ein Langschläfer sein dürfen.“
Entscheidend für den Erfolg der Proteste wird freilich sein, dass die betroffenen Bürgerinnen und Bürger, die Vertreter der Bürgerinitiativen und vor allem die kommunale und kreisweite Politik in dieser Frage an einem Strang ziehen. In Flörsheim, Hochheim und Hattersheim gibt es in dieser Frage fraktionsübergreifende Einigkeit, beim Pressetermin der Kulturscheune betonten Vertreter aller im Flörsheimer Parlament vertretenen Parteien ihre uneingeschränkte Solidarität mit der Flörsheimer Bevölkerung.
Auch Pfarrer Martin Hanauer stellte unmissverständlich klar, was er vom Ausbau des Flughafens und der damit einhergehenden Belastung hält: „Es ist sittenwidrig, was hier mit den Menschen gemacht wird. Klare Symbole müssen gesetzt werden. Dabei geht es nicht darum, dass die Nacht bewacht, sondern dass die Menschen bewacht und geschützt werden.“ Das Motiv der Laterne und die Bezugnahme auf den Nachtwächter seien dafür trefflich geeignet, sei es doch die Aufgabe des Nachtwächters gewesen, nachts durch die Straßen und Gassen der Stadt zu gehen und für Ruhe und Ordnung zu sorgen. Er habe die schlafenden Bürger vor Feuern, Feinden und Dieben gewarnt, das ordnungsgemäße Verschließen der Haustüren und Stadttore überwacht. Häufig habe es auch zu den Aufgaben des Nachtwächters gehört, die Stunden anzusagen. Zudem hatte er das Recht gehabt, verdächtige Personen, die nachts unterwegs waren, anzuhalten, zu befragen und notfalls zu verhaften.
Ein Wächter der Ruhe also und Garant dafür, dass die Bevölkerung in Frieden schlafen konnte.

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