Bunt, fröhlich, multikulturell

Überwältigendes Siedlungsfest am vergangenen Samstag auf dem Platz der Begegnung

hl

Es ist schwierig abzuschätzen, wie viele Menschen das Siedlungsfest auf dem Areal Breslauer Straße / Ecke Pregelstraße am letzten Samstag besucht haben. Über die gesamte Zeit von mittags 13 Uhr bis abends 20 Uhr gab es ein ständiges Kommen und Gehen. Infostände, kulturelle und kulinarische Angebote aus aller Welt, Tanzgruppen, ein buntes Kinderprogramm und dazu noch ein herrliches Spätsommerwetter lockten die Menschen scharenweise auf den Platz. Gruppen waren gekommen, Familien mit Kindern, Bewohner der Siedlung, aber auch Gäste von weiter her. Man genoss es, in fröhlicher Runde zusammenzusitzen, neue Menschen kennenzulernen und zu plaudern.

Das Team des Stadtteilbüros, Christine Pfaff, Rabia Malik und Alema Amiri-Samadi, zeigte sich angesichts der vielen Besucherinnen und Besucher sowie der breiten Unterstützung aus der Nachbarschaft überwältigt. Bei der Eröffnung des Festes bedankten sie sich herzlich bei allen Helferinnen und Helfern. Zahlreiche Ehrenamtliche, Vereine und Gruppen hatten bereits bei der Vorbereitung und beim Aufbau mit angepackt und mit großem Engagement das Fest vorbereitet. Genauso wie im letzten Jahr führte Andreas Grahl aus Eddersheim als Moderator mit viel Freude durch den Nachmittag.

Bürgermeister Klaus Schindling würdigte mit seinen Begrüßungsworten neben den Helfenden auch die Hawobau und das Stadtteilbüro. Bewunderung fand er für die vielen Angebote von „super Köstlichkeiten“. Da konnte man seiner Aufforderung „Lassen wir es uns gut gehen!“ nur nachkommen. Holger Kazzer, der Geschäftsführer der Hawobau, bedankte sich ebenfalls bei allen Engagierten, die schon Wochen und Monate vor dem Fest mit ganz viel Herzblut alles organisiert hatten. Das war dem Publikum einen großen, anerkennenden Applaus wert. Leider musste man in diesem Jahr auf den Blumenwettbewerb verzichten, denn Sonne und Trockenheit hatten den Blumen zu schaffen gemacht.

Bühnenprogramm

Schon während der Begrüßungsansprachen hatten sich viele Kinder vor der Bühne versammelt. Sie warteten sehnsüchtig darauf, dass es endlich los ging. Und dann trat er auf, mit roter Hose, schwarzem Hemd und buntem Regenschirm, Sebastian der Clown. Gekonnt führte er die Kider in das Land Fantasta, in dem die magischen Farben verschwunden waren. Aber ein echter Zauberer kann da abhelfen. Gemeinsam mit den Kindern und dem Zauberspruch „Zwirbel, Zwackel, rums“ wurden die Farben wieder herbeigezaubert.

Dem Kinderprogramm auf der Bühne schloss sich die ukrainische Tanzgruppe an. Sie hat schon zweimal am Siedlungsfest teilgenommen. Man kann sich gut vorstellen, dass das konzentrierte Tanzen den Frauen hilft, die Situation in ihrer Heimat für kurze Zeit zu verdrängen. Zeitweise mit der Tanzgruppe, aber auch als Solistin mit Gitarrenbegleitung erfreute Kristina Echo die Zuhörer und Zuhörerinnen mit ihrem Gesang. Sie erzählte, dass sie seit 2022 in Deutschland lebe und ihr Bruder momentan in russischer Gefangenschaft sei.

Die Schlocker Tigers, die bekannte inklusive Tanzformation aus Hattersheim, gibt es schon seit mehr als dreißig Jahren. Gleich im Anschluss an die Ukrainerinnen unterhielten sie die Gäste mit ihrer schwungvollen Aufführung.

Am späteren Nachmittag sorgten die „Shadows" mit Line Dance für Stimmung auf und vor der Bühne. Nachdem die Menschen den Auftritt genossen hatten, konnte wer mochte selbst den Line Dance ausprobieren. Es kamen beim Line-Dance-Workshop einige zusammen, die unter Anleitung schnell die Schritte verinnerlicht hatten.

So richtig Stimmung kam auf, als Stefan Konrad erneut zum „Sing mit!“ einlud. Einen weiteren Höhepunkt setzte zum Abschluss die Band Purling Brooks. Die Formation tritt seit 2010 bei unterschiedlichen Veranstaltungen auf und bringt langjährige Erfahrung aus Rock, Rock’n’Roll, Pop, Oldies, Skiffle, Folk, New Country und Country mit. Die Begeisterung der Hattersheimer war ihnen sicher.

Kinderaktionen

Für die Kinder war es am Samstag unmöglich sich zu langweilen, so umfangreich war das Programm. Michael Genthner hatte auch in diesem Jahr wieder eine große Hüpfburg besorgt. Auch das Bullriding des Abenteuerspielplatzes Riederwald e.V. stand wieder auf dem Programm. Getreu dem Motto „Die Politik macht Soziales“ hatten sich die Parteien allerhand einfallen lassen. Am Stand der CDU konnte man aus Perlen auf Schablonen Bilder legen, die anschließend zusammengebügelt wurden. Die SPD vermittelte viel Spaß beim Dosenwerfen. Die Grünen hatten sich für kreatives Arbeiten mit Wolle entschieden. Hier konnten Bommel gefertigt werden, aber auch das Einwickeln von Dosen oder Fundgegenständen aus dem Wald mit Wolle war beliebt. Die FDP knüpfte an die Erfahrung des letzten Jahres an und bot den Kindern wieder einen Tisch voll Legosteine. Hier entstand so manches kreative Stück.

Auch die Spielgruppen waren aktiv beim Fest dabei. Der Verein Spielgruppen Hattersheim e.V., der vier Spielgruppen, zwei in Hattersheim und je eine in Okriftel und Eddersheim anbietet, unterhielt die kleinen Gäste mit Zauberbildern.

Der Verein „Die Mäusehöhle“ war das erste Mal mit einem Stand beim Siedlungsfest dabei. Die in diesem Jahr gewählte neue Vorständin, Jamila El Malki, hat es sich zur Aufgabe gemacht, mehr öffentliche Präsenz zu zeigen. Die Mäusehöhle bietet in der Schulstraße in Hattersheim an drei Wochentagen vormittags Kleinkindbetreuung ab 13 Monaten an. Sechs Betreuende kümmern sich um maximal 25 Kinder. Beim Fest gab es bunte Zuckerwatte und Glitzertattoos.

Köstlichkeiten

Über die kulinarischen Spezialitäten kann man nicht berichten, ohne dass einem auch noch im Nachhinein das Wasser im Mund zusammenläuft. Es fiel schwer, sich für eine oder mehrere Sachen zu entscheiden. Allein der riesige Kuchenstand vom „Runden Tisch“ war eine Augenweide, und das alles zu moderaten Preisen. Das Psychosoziale Zentrum hatte sich für alkoholfreie Cocktails entschieden.

Die Afghanische Gemeinde bot Kufta Chalaw (Reis mit afghanischen Frikadellen), Puten- und Hähnchenspieße sowie Mantu (gefüllte Dumplings) und Bolani (gefüllte Teigtaschen) an. Ein sehr reichhaltiges Sortiment gab es bei der ukrainischen Gruppe: Kartoffelpuffer, Kohlrouladen, gefüllte Pfannkuchen, Teigtaschen, Suppen (Borschtsch und Rozsolnik) und Gebäck. Die Marokkanische Gemeinde hatte sich für Couscous, entweder vegetarisch oder mit Gulasch, entschieden. Der Islamische Verein bot ebenfalls zahlreiche Spezialitäten an. Klassischer ging es beim Förderverein der Familienoffensive und der Fußballjungend zu, hier gab es Getränke und Crêpes. Am Stand der Hawobau wurden Bratwürste gegrillt. Alle Köche und Köchinnen hatten sehr viel Arbeit, Können und Engagement in die Zubereitung der Speisen gesteckt. Belohnt wurden sie durch hohe Nachfragen und Lob.

Nicht nur reines Amüsement und gutes Essen war bei dem Fest vorgesehen, sondern man konnte sich an einigen Ständen Informationen holen. So bei der Energieberatung, der Aufsuchenden Suchthilfe und beim Integrationsguide Elena Schmidt. Ebenso war die Telekom mit Informationen zum Glasfaserausbau in der Siedlung vertreten.

Rundum hatte das Stadtteilbüro mit seinen vielen Unterstützern wieder ein wunderbares multikulturelles Fest mit vielen schönen Begegnungen auf die Beine gestellt. Nichts fehlte und für das nächste Jahr kann man nur sagen: „Weiter so!“

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