Der Ernst des Lebens hat wieder begonnen

Neue ABC-Schützen an den Grundschulen begrüßt / Staatssekretär Dr. Loheide wohnte Feier an der Regenbogenschule bei

mpk

In ganz Hessen hießen die Grundschulen in dieser Woche ihre jüngsten Schülerinnen und Schüler herzlich willkommen. Für 58.400 Kinder begann mit ihrem ersten Schultag ein aufregender und wichtiger neuer Lebensabschnitt.

Wie andernorts auch, begann an den vier Hattersheimer Grundschulen der Schulalttag für die ABC-Schützen erst am zweiten Tag nach den Ferien, während die Klassen 2 bis 4 bereits am Montag wieder antanzen durften. Jene konnten sich so ohne den enormen Trubel der Erstklässlereinschulung wieder in den Schulen eingewöhnen, bevor dann am Dienstag die Schulhöfe prall gefüllt waren mit stolzen Eltern, Geschwistern, Großeltern und Paten - und natürlich den Schulanfängerinnen und -anfängern mit ihren großen, bunten Schultüten.

An der Hattersheimer Regenbogenschule konnte Schulleiterin Kerstin Knössl in diesem Jahr noch während der Sommerferien hohen Besuch für die Einschulungsfeier ankündigen: Vertreterinnen und Vertreter des hessischen Ministeriums für Kultus, Bildung und Chancen wohnten diesmal der Feier bei, ebenso Staatssekretär Dr. Johannes Loheide, seit Mai 2026 Staatssekretär im Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr, Wohnen und ländlichen Raum. Ebenfalls war die schulfachliche Dezernentin Martina Kutschinski anwesend. Sie ist für die schulfachliche Aufsicht am Staatlichen Schulamt Rüsselsheim zuständig. Das Schulamt betreut die Schulen im Landkreis Groß-Gerau und im Main-Taunus-Kreis.

Insgesamt 84 Kinder wurden am Dienstag an der Regenbogenschule neu eingeschult. Sie verteilen sich auf vier Klassen mit einer Stärke von je 20 bis 22 Schülerinnen und Schülern.

Mut und Vertrauen sind gefragt

"Die Einschulung ist der ganz besonderer Tag", stellte Schulleiterin Kerstin Knössl in ihrer Begrüßungsrede fest. Und das nicht nur, weil die Kinder nun das Schulalter erreicht haben und bald Lesen und Schreiben lernen, sondern weil sie mit der Schule fortan einen Ort besuchen werden, an dem nicht nur Wissen vermittelt wird, sondern man auch lernt Verantwortung für sich selbst und die Gemeinschaft zu übernehmen, eine eigene Meinung zu bilden, Dinge zu hinterfragen und sich für die eigenen Rechte und Meinungen einzusetzen - gleichzeitig aber auch die Rechte und Meinungen anderer zu respektieren.

Die Kinder lernen fortan in einer Gemeinschaft, sie arbeiten zusammen, schließen Freundschaften und halten zusammen. Sie lernen Konflikte friedlich zu lösen - jene Konflikte aber auch aushalten zu können und andere Menschen zu verstehen, zu tolerieren, zu achten und zu respektieren. Und das unabhängig von Kultur, Herkunft, Religion, Aussehen und den individuellen Fähigkeiten.

In diesem Umfeld lernen die Kinder sich besser selbst kennen, sie entwickeln eine Persönlichkeit und nach und nach die notwendige Selbstständigkeit, um später ein eigenständiges Leben führen zu können.

Kerstin Knössl wünschte deshalb den Kindern ebenso wie den Eltern den nötigen Mut für dieses neue Kapitel im Leben. Die Eltern müssen mutig lernen, den Kindern den Schulweg nach einer Weile auch alleine zuzutrauen, sie nachmittags alleine Freunde besuchen zu lassen und in Entscheidungen miteinzubeziehen. Ebenso wünschte Knössl den Eltern, dass sie ihren Kindern und den Lehrkräften gleichermaßen vertrauen, und dass sie die Kraft aufbringen ihren Kindern zuzuhören und mit ihnen im Gespräch zu bleiben - und nachzufragen, falls sie nichts erzählen sollten.

Nach den einleitenden Worten der Schulleiterin betraten nacheinander zwei Klassen aus dem zweiten Jahrgang die "Bühne" in der Turnhalle der Regenbogenschule und überbrachten einstudierte musikalische Grüße, verziert mit kleinen akrobatischen Einlagen und lustigen Choreographien. Beide Vorführungen kamen bei den neuen Erstklässlern und den Erwachsenen gleichermaßen gut an und wurden mit großem Applaus quittiert.

Erinnerungen an den eigenen ersten Schultag

Staatssekretär Dr. Johannes Loheide stellte fest, dass der heutige Tag der Einschulung ein Tag sei, an den man sich noch sehr lange erinnern wird. Auch er kann sich noch sehr gut an seinen ersten Schultag erinnern, mit dem ersten Schulranzen auf dem Rücken, der großen Schultüte in der Hand und dem aufgeregten Kribbeln im Bauch.

Dr. Loheide erinnerte sich auch an die vielen fremden Gesicher an jenem Tag, die er noch nicht kannte. Neben ein paar Freunden aus seiner Straße waren da auch viele Gleichaltrige, die er zuvor noch nie gesehen hatte. Doch seine Verunsicherung schlug schnell in etwas Positives um: Binnen kurzer Zeit hatte er plötzlich viele neue Freunde. Freundschaften, die teilweise schon am ersten Schultag ihren Anfang nahmen.

Es sei völlig normal, wenn man diesem aufregenden Tag erst einmal mit etwas Nervosität und Skepsis begegnet. Schließlich sei die Schulzeit auch ein großes Abenteuer, das an diesem Tag seinen Anfang nimmt. Jedoch eben auch ein Abenteuer, das zu neuen Freundschaften führt und bei dem man viel lernen und oft Spaß haben wird. Sei es beim Schreiben, beim Rechnen, oder beim Erlernen des ersten Musikinstrumentes.

Dr. Johannes Loheide findet es auch besonders schön, das an der Regenbogenschule jede Klasse ein Tier als Maskottchen hat, von der Hummel über das Erdmännchen bis hin zu Löwe und Koala.

Schließlich brachte der Staatssekretär noch seinen besonderen Dank gegenüber allen Lehrerinnen und Lehrerinnen sowie den pädagogischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zum Ausdruck. Diese machen einen tollen Job, von dem er sehr genau wisse, dass dieser ausgesprochen anstrengend ist. Dr. Loheide überbrachte auch Dankesgrüße im Namen der gesamten hessischen Landesregierung. Er fand es während der Schulzeit seiner eigenen Kinder immer toll, dass er beruhigt arbeiten gehen konnte, weil er wusste: Die Kinder sind in der Schule gut aufgehoben.

Schwerpunkte der Regenbogenschule

Seit diesem Schuljahr bietet die Regenbogenschule neuerdings eine sogenannte pädagogische Förderzeit für einzelne Kinder mit besonderem Unterstützungsbedarf an. Jene Förderzeit findet jeweils dienstags bis donnerstags bis 14 Uhr statt und umfasst auch die Lernzeiten. Für die Kinder ist die Betreuung während der Förderzeit kostenlos, die Auswahl der Kinder erfolgt durch die Schule.

Dem Team der Regenbogenschule ist die enge Verzahnung zwischen Ganztagsangebot und Schule sehr wichtig. Deshalb werden AG-Angebote sowohl von den Lehrkräften als auch den Mitarbeitenden der Ganztagsbetreuung begleitet, so zum Beispiel der Schulgarten, das Kunstlabor, die Spiel&Spaß-Bewegungs-AG, die Mädchengruppe sowie im Wechsel weitere AGs wie etwa die Schulhund-AG, die Tanz-AG und die Theater-AG.

Und schließlich wird der Musik an der Regenbogenschule eine besonders hohe Bedeutung beigemessen: Schon ab der ersten Klasse lernen alle Kinder das Flötenspiel. Chor, Flötenorchester, Trommeln, Musikwerkstatt (in Kooperation mit der Musikschule Hattersheim) und Instrumentalunterricht (Klarinette, Saxofon, Trompete, Gitarre, Klavier) ergänzen zudem das Nachmittagsangebot der Schule.

Erste Stunden im neuen Klassenzimmer

Nach der Begrüßung durch Schulleiterin Kerstin Knössl und der Rede von Dr. Johannes Loheide gingen die Kinder mit ihren Klassenlehrerinnen in die jeweiligen neuen Klassenzimmer. Während die Kinder so erste Eindrücke von ihrem Start in den Ernst des Lebens gewinnen konnten, hatten deren Familien die Möglichkeit auf dem Schulhof zu warten und einen Kaffee, ein Wasser oder einen Orangensaft oder auch ein Glas Sekt zu sich zu nehmen. Alkoholfrei, versteht sich. Ebenso wurden Brötchen und Kuchen zum Verkauf angeboten, ebenso wie die Regenbogen-T-Shirts und -Tassen des Fördervereins.

Ab 11.45 Uhr kehrten dann die Kinder nach und nach auf den Schulhof zurück, und der große Einschulungstrubel war gegen 12 Uhr für diesen Tag vorbei - dieser besonders aufregende Schultag ist aus guten Gründen auch traditionell relativ kurz. Angesichts der Vielzahl neuer Eindrücke für alle Beteiligten, die es erst einmal zu verarbeiten gilt, sicher eine gute Entscheidung.

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