Hohe Corona-Zahlen im MTK

Bürgermeister warnt vor steigender Krankenhausauslastung

Zu Beginn der letzten Stadtverordnetenversammlung am Donnerstag, 21. Juli, mahnte Bürgermeister Klaus Schindling an, die aktuellen Gefahren der Corona-Pandemie nicht leichtfertig aus den Augen zu verlieren. Bei aller Freude über die wiedergewonnenen Möglichkeiten des gesellschaftlichen Lebens und der gemeinsamen Begegnung dürfe man nicht übersehen, dass man im Main-Taunus-Kreis derzeit eine Sieben-Tage-Inzidenz von über 1.000 habe. Dieser Wert hat sich seit der Versammlung auch nicht erholt: Stand 22. Juli lag die Inzidenz im Landkreis bei 1.025,2.

Schindling wies in diesem Zusammenhang auch darauf hin, dass sich die Inzidenz "bei weitem nicht mehr so nah an der Wahrheit" orientiere wie in früheren Pandemiezeiten. Die Testdisziplin in der Bevölkerung habe stark nachgelassen, Testzentren werden viel weniger frequentiert als noch vor ein paar Monaten. "Insofern liegt die wahre Inzidenz weit höher", stellte der Bürgermeister klar und machte damit auf eine wohl enorm hohe Dunkelziffer aufmerksam.

Ein maßgeblicherer und aussagekräftigerer Indikator ist heutzutage die Hospitalisierungsinzidenz. Zum Zeitpunkt der Stadtverordnetenversammlung näherte diese sich in Hessen dem Wert 8 (7,58 pro 100.000 Einwohner). Seitdem ist diese wieder leicht gesunken auf 7,01.

Sobald der Schwellenwert 9 überschritten wird, würde es wieder zu neuen, strengeren Maßnahmen kommen, und davon ist man schon einmal deutlich weiter entfernt gewesen. Eine erneute Schließung der Gastronomie schloss Schindling in diesem Zusammenhang jedoch direkt aus, da dies für eine gesamte Branche den Ruin bedeuten würde, so der Bürgermeister.

In den Kliniken des Kreises seien die Corona-Stationen derzeit allesamt gut gefüllt, berichtete er weiter, jedoch stark überwiegend im nicht-intensivmedizinischen Bereich. Aktuellen Zahlen zufolge (Stand 22. Juli) sind momentan in Hessen 136 Intensivbetten im Zusammenhang mit einer COVID-19-Erkrankung belegt, eine Woche zuvor waren es noch 103 - Tendenz steigend also. Und auch die hessischen Normalstationen ächzen immer stärker unter einer wieder zunehmenden Corona-Belastung: Hier sind derzeit 1.486 Betten im Zuge der aktuellen Pandemiesituation belegt (Vorwoche: 1.249).

Dies zeige, gab Schindling zu Bedenken, "dass es Menschen gibt, die nicht zu Hause alleine mit dieser Infektion zu Rande kommen." Deshalb sei man gut beraten, auch jetzt immer noch den Zeigefinger zu erheben und ein gewisses Maß an persönlicher Vorsicht einzufordern, auch und gerade angesichts der wieder zurückerlangten Geselligkeit nach nunmehr fast zweieinhalb Jahren Pandemie. Denn "ganz durchgestanden haben wir das noch nicht", so der Bürgermeister abschließend.

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