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Multinationales Miteinander

Buntes Programm im Südringtreff – Präsentation Siegerfotos – Plädoyer für „Willkommenskultur“

HATTERSHEIM (idl) – Unter dem Motto „Herzlich willkommen – wer immer Du bist“ fand in der vergangenen Woche im Südringtreff in Hattersheim eine kreisweite Veranstaltung im Rahmen der „Interkulturellen Woche“ statt. Der vom Caritasverband Main-Taunus, dem Diakonischen Werk Main-Taunus, dem Evangelischen Dekanat Kronberg, dem Katholischen Bezirksbüro Main-Taunus, der Ökumenischen Wohnhilfe im Taunus, der Selbsthilfe im Taunus (SiT) und der AWO-Perspektiven gGmbH gemeinsam organisierte und veranstaltete Aktionstag hatte reichlich Gäste in den Bürgertreff im Südring gelockt.

 

Manfred Oschkinat, Leiter der Fachstelle Bildung des Dekanats Kronberg, führte durch ein ebenso abwechslungsreiches wie interessantes Programm, das mit einem Grußwort von Magistratsmitglied Helena Neumann-Dreyling in Vertretung von Bürgermeisterin Antje Köster eröffnet wurde.
„Vor rund 25 Jahren fand in der Hattersheimer Stadthalle eine von mir geleitete Podiumsdiskussion unter dem gleichen Motto statt“, erinnerte Neumann-Dreyling die Anwesenden, „die Resonanz und der Verlauf der Veranstaltung haben mich damals motiviert, mich kommunalpolitisch zu engagieren.“ Helena Neumann-Dreyling bezeichnete Hattersheim als eine weltoffene Stadt, in der es „nie ernsthafte Auseinandersetzungen der Kulturen gegeben hat.“ Dafür habe man freilich auch vieles investiert, betonte Neumann-Dreyling und wies in ihrer Begrüßungsansprache auf Einrichtungen und Institutionen wie den Ausländerbeirat, Hattersheims Ausländerbeauftragte oder auch das Stadtteilbüro in der Hattersheimer Siedlung hin. „Leider werden auch diese Einrichtungen, unter dem Druck der städtischen Haushaltskonsolidierung, aber auch dem Rückzug des Landes Hessen, aus der Förderung nicht mehr vollumfänglich erhalten werden können. Was bedeutet, dass zunehmend ehrenamtliches Engagement in diesen Bereichen notwendig sein wird.“ Als Beispiele führte die Vertreterin der Stadt Hattersheim unter anderem die Arbeit des „Runden Tisches“ in der Siedlung oder das Projekt „Integrationslotsen“ an, die im Bereich der Integration und des multinationalen Miteinanders „herausragende Arbeit geleistet haben.“
Mit Spannung erwartet wurde die Präsentation der Siegerfotos des Fotowettbewerbes „Viele Kulturen – ein Foto! Menschen im Main-Taunus-Kreis“. Marcus Krüger überreichte die in den drei Kategorien Erwachsene, Jugendliche und Kinder ausgelobten Preise an die stolzen Gewinner. Ausgezeichnet wurden der Grundkurs Kunst der Main-Taunus-Schule, das Psychosoziale Zentrum mit Sitz in Hattersheim und die Projektgruppe „Familie Nord“ der Sozialen Stadt Hofheim in der Kategorie Erwachsene. Bei den Kindern gefielen den Juroren die von der Schwalbacher Georg-Kerschensteiner-Schule eingesandten Arbeiten am besten, weshalb der Schule der erste und der dritte Preis verliehen wurde. Den zweiten Platz belegte die Max-von-Gagern-Schule aus Kelkheim. Mit großem Jubel nahmen Schülerinnen und Schüler der Hattersheimer Robinson-Schule den diesjährigen Sonderpreis der Jury entgegen. Das von den Grundschülern gefertigte Triptychon mit dem Titel „Viele Kulturen – Eine Klasse – Bei uns klappt’s“ wurde von Kindern aus Finnland, Spanien, Italien, Afghanistan, Griechenland, Pakistan, der Türkei, Thailand, Deutschland, Iran, Vietnam und Russland gemeinschaftlich hergestellt. 
Die Botschaft der Kinder „Wir wollten zeigen, dass wir aus vielen verschiedenen Ländern kommen und gut zusammen arbeiten“ bot eine ideale Überleitung zum anschließenden Fachgespräch „Was sollte sich ändern, um Integration im Main-Taunus-Kreis zu erleichtern“, in dessen Verlauf sich alle Teilnehmer aus Politik, Facheinrichtungen und Initiativen darin einig waren, dass die Arbeit in den einzelnen Städten und Gemeinden besser vernetzt werden müsse. Wunsch und Forderung der Diskussionsteilnehmer zugleich: Der Integrationsbeirat auf Main-Taunus-Ebene müsse sich stärker in der Öffentlichkeit präsentieren. Darüber hinaus wurde eine „Bewusstseinsänderung“ bei den Behörden angemahnt, Kreistagsvorsitzender Wolfgang Männer plädierte für eine „Willkommenskultur“, da die „Migration die wichtigste Zukunftsaufgabe“ sei.
Ein ausgesprochen gelungenes multinationales Miteinander stellte das „Internationale Buffet“ dar, an dem sich die Gäste auf Einladung der teilnehmenden Vereine und Institutionen im Anschluss an die Talkrunde stärken konnten, bevor zum Ausklang der Veranstaltung die acht Hattersheimer Integrationslotsen mit ihrem Improvisationstheater das Publikum nachhaltig begeisterten.
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