Reise in die Keltenwelten

Mit dem Geschichtsverein Hattersheim unterwegs in die Vergangenheit

HATTERSHEIM (vb) – Dreiundvierzig Geschichtsinteressierte hatten sich auf Einladung des Hattersheimer Geschichtsvereins am vergangenen Samstag auf den Weg nach Glauburg gemacht. Schon die einstündige Fahrt am Vormittag machte alle neugierig auf das Museum Keltenwelten und den Fürsten vom Glauberg. Denn der stellvertretende Vorsitzende des Vereins, Joachim Winter, stimmte die Reisegruppe mit einem kurzen Vortrag im Bus auf das ein, was sie erwarten sollte: Die Fürstengräber mit herrlichen Grabbeigaben.

 

Als ehrenamtlicher Grabungshelfer hatte Joachim Winter in den vergangen Jahren an den Hattersheimer Ausgrabungen der Archäologen vom Hessischen Denkmalamt teilgenommen und konnte so aus eigener Erfahrung von den Funden auf heimischer Gemarkung berichten.
Mehr als 50 Keltengräber wurden bisher in Hattersheim gefunden. Die Funde aus der Nekropole am Gärtnertor sind mittlerweile fast vollständig restauriert und warten darauf, im Hattersheimer Stadtmuseum der Öffentlichkeit präsentiert zu werden. Das Land Hessen hat die Restaurierung der Alltagsgegenstände, der Waffen und Schmuckstücke mit gut 100.000 Euro bezuschusst.
Für die Wissenschaftler sind die Vergleiche zwischen den Kelten in Hattersheim und denen auf dem Glauberg besonders interessant. Lebten im 5. Jahrhundert vor Christus am Main die eher einfachen, bäuerlichen Familien, so waren es auf dem Berg in der Wetterau die reichen Fürsten, die sowohl weltliche wie kultische Herrscher waren.
Auf dem Glauberg wurden die Hattersheimer in zwei Gruppen über das phantastisch gelegene Außengelände mit Höhenburg, Hügelgräbern und Prozessionsstraße geführt. Fast zwei Stunden dauerte die kleine Bergtour über das Siedlungsplateau bei glücklicherweise trockenem, aber etwas kühlem Spätsommerwetter.
Der geführte Rundgang durch die Ausstellung verdeutlichte den Teilnehmern dann eindringlich, wie herausragend und wertvoll die fürstlichen Gräber mit Goldschmuck, Fibeln und Waffen ausgestatten waren. In der didaktisch spannend aufbereiteten und lehrreichen Präsentation fand jeder aus der Hattersheimer Gruppe schnell sein Lieblingsobjekt. Besonders angetan waren alle von der Figur des Keltenfürsten, dessen Kopie ja bereits 2010 in Hattersheim anlässlich der Ausstellung „Der Fürst vom Glauberg und seine armen Verwandten“ zu sehen gewesen war. Einhellige Meinung war, dass die Hattersheimer Grabungsfunde so bedeutend sind, dass sie ebenfalls museal, nämlich im Werkstattgebäude auf dem Nestlé-Gelände, in einer eigenen Abteilung präsentiert werden müssten.
Ein sehr schöner Ausklang des Exkursionstages war der Abstecher zum Ahrenshof in Bad Vilbel-Massenheim. Im hübschen Biergarten mit mediterranem Flair saß man noch zwei Stunden gemütlich zusammen, bis der Heimweg angetreten wurde. Um 19.30 Uhr verabschiedete der erste Vorsitzende des Geschichtsvereins, Hans Franssen, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an der Stadthalle; nicht ohne sich zuvor bei der stellvertretenden Vorsitzenden Friederun Dallmer zu bedanken, die den Ausflug mit Unterstützung der Kassiererin Uschi Hohage so hervorragend organisiert hatte.
Im nächsten Jahr seien sie wieder dabei, sagten die zufriedene Exkursionsteilnehmerinnen und –teilnehmer, wenn der Vorstand des Hattersheimer Geschichtsvereins erneut zu einer Reise in die Vergangenheit einlädt.

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