Runder Tisch per Video-Konferenz

Bewohnerinnen und Bewohner der Hattersheimer Hawobau-Siedlung trafen sich erstmals online

Einige Teilnehmer des virtuellen "Runden Tischs" der Hattersheimer Siedlung hatten sich zumindest für dieses Treffen an ihre Wunschorte versetzt: als Hintergründe waren Südseepalmen oder das Fussballstadion Traumorte, die man hoffentlich bald auch wieder in der Realität besuchen kann.

Zum ersten Mal fand am vergangenen Montag der „Runde Tisch“ der Hattersheimer Hawobau-Siedlung per Zoom-Video-Konferenz statt.

Heike Bülter, die Leiterin des Stadtteilbüros, zeigte sich positiv überrascht von der regen Teilnahme: Immerhin 21 Teilnehmerinnen und Teilnehmer hatten sich vor ihren Bildschirmen oder Smartphones im eigenen Zuhause eingefunden, um sich virtuell am „Runden Tisch“ zu beteiligen. „Wir freuen uns natürlich sehr, dass so viele heute Abend hier mitmachen, aber wir finden es trotzdem schade, dass dieses Format alle diejenigen ausschließt, die keinen Zugriff auf diese Technik haben“, hieß sie alle willkommen. Man wolle an diesem Abend die Möglichkeit zu einem Austausch über die aktuelle Situation in der Siedlung wahrnehmen. „Auch bei uns hier ist vieles eingeschränkt, Besuchern versuchen wir 'draußen' zu begegnen und wir haben auch für manches neue Konzepte entwickelt“, erzählte sie, „wir teilen viel über die sozialen Medien mit und achten darauf, dass unsere Homepage immer aktuell ist. Aber trotzdem freuen wir uns natürlich schon auf wieder bessere Zeiten, live macht halt alles viel mehr Spaß.“

In einer Begrüßungsrunde war von fast allen Teilnehmern zu hören, dass sie trotz allem gut mit der Corona-Lockdown-Situation zurechtkommen. „Wir würden nur auf hohem Niveau jammern können, es geht uns ganz gut“, waren sich alle einig, „wir machen es uns halt so gut es geht schön.“ Von vielen war zu hören, dass sie sich freuten, einen Job zu haben und arbeiten zu dürfen, andere berichteten von langen Spaziergängen, Spielen und der Teilnahme an Kursen per Computer und den Versuchen, zumindest telefonisch Kontakt zu halten. „Es ist zwar manchmal langweilig und das 'drinnen eingesperrt sein' geht uns auf den Wecker, aber wir sind froh gesund zu sein“, war der Tenor der Rückmeldungen.

Von der Hoffnung auf bessere Zeiten angespornt gab Heike Bülter einen umfangreichen Terminkalender für 2021 bekannt: beginnend mit dem Gartenauftakt-Fest am 8. Mai und weiter mit dem Tag der Nachbarn am 29. Mai sollen wieder viele Begegnungen zwischen den Bewohnern der Siedlung und deren Freunden stattfinden. „Nur unser Jubiläum, welches wir ja im letzten Jahr auf dieses Jahr verschoben haben, haben wir noch nicht geplant“, erklärte die Leiterin des Stadtteilbüros, „das soll ja eine richtige Feier werden, die wir nicht wieder absagen möchten.“ Allerdings sei der Film zum Jubiläum schon fertig. „Und der ist richtig schön geworden, da führt ein junger Mann aus unserer Siedlung durch die vergangenen Zeiten“, meint Heike Bülter, „das Video kann man bald auf unserer Homepage sehen.“

Hilfeleistungen untereinander

Weiter berichtete Bülter über ein Nachbarschaftshilfe-Projekt in Zusammenarbeit mit der Ahmadyya-Gemeinde Hattersheim. „Da kann man bei uns im Stadtteilbüro anrufen, wenn man Hilfe etwa beim Einkaufen braucht, wir machen dann den Kontakt mit den sehr netten jungen Männern, die gerne helfen wollen“, erklärt sie, „da kann man dann sicher sein, dass da Hilfeangebot seriös ist.“ Wie das alles genau funktioniert, kann man auf der Homepage des Stadtteilbüros nachlesen. Dort ist auch ein vierteiliger „Jonglier-Workshop“ für die Jugendlichen der Siedlung zu finden, für den das Stadtteilbüro den von den Stadtteilfesten bekannten Clown Filou gewinnen konnte.

Bauprojekt entwickelt sich

Eine Versammlung des „Runden Tischs“ hat auch immer den Tagesordnungspunkt „Aktuelles aus der Hawobau“. Hier berichtete der Hawobau-Geschäftsführer Holger Kazzer über den Fortschritt und die weitere Ausführung des Bauprojektes An der Untertorstraße (am Bahnhof). „Mittlerweile ist das Projekt nicht mehr zu übersehen“, meint Kazzer, „die Erdarbeiten haben begonnen und der Kran steht. Je nach Witterung soll der Rohbau bis August fertig sein. Ab Juni wollen wir mit der Vermietung der 24 Wohneinheiten mit insgesamt 2500 Quadratmetern barrierefreiem, mit dem Aufzug zu erreichenden Wohnraum beginnen, im April/Mai 2022 soll das Projekt fertiggestellt sein.“ Die Baukosten belaufen sich auf etwa neun Millionen Euro, der Mietpreis wird zwischen 11,90 und „etwas über zwölf“ Euro liegen. Auf eine Nachfrage eines Konferenzteilnehmers erklärte Kazzer, dass die entstehenden Wohnungen „frei finanziert“ sind. „Fördermittel hätten sich dort nicht so ausgewirkt, wie wir das gerne gehabt hätten“, meint Kazzer, „aber trotzdem sollen die Wohnungen so günstig wie möglich angeboten werden.“

An die Siedlungsbewohner richtete er die Aufforderung, möglichst auch auf ihre Nachbarn zu achten. „Es wäre schön, wenn wir alle erkennen würden, wenn Nachbarn Hilfe brauchen, besonders wenn sie alleine leben“, findet Kazzer, „wir sollten alle schauen, wo wir helfen können.“

Abschließend wies Heike Bülter noch auf den – diesmal virtuellen - Jahresbericht des Stadtteilbüros hin, der ebenfalls wie der „Strickmob-Film“ auf der Homepage des Büros zu finden ist. „Außerdem findet ab dieser Woche wieder unser „Bistro to go“ wie gewohnt an den ersten beiden Mittwochen im Monat statt, natürlich unter Beachtung aller momentanen Hygiene-Regeln“, kündigte sie an, „auch das Café Pregelstraße wird wieder an den letzten Mittwochen geöffnet sein – wir freuen uns schon alle auf die guten, frisch gebackenen Kreppel!“

Wie schon im Lockdown des letzten Jahres wird es natürlich alle Speisen nur zum Mitnehmen geben. Mit den Worten: „Aber wir hoffen, dass es bald wieder anders wird“ sprach die Leiterin des Stadtteilbüro sicher die Gedanken aller Teilnehmer der Video- Konferenz aus.

Trotzdem war man sich am Ende einig: es war schön, alle mal wieder „getroffen“ und gesehen zu haben, wenn auch nur auf dem Bildschirm.

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