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Tabula rasa ohne Ansage

von Alexander Noé

Der Schultag für die Schülerinnen und Schüler der Robinsonschule begann am gestrigen Mittwochmorgen denkbar schlecht. Mit Entsetzen mussten sie nämlich mit ansehen, wie das dortige hölzerne Spielgerüst nebst Rutsche mit einer Motorsäge „demontiert“ – sprich zerstört – wurde.

Ausführende seien Mitarbeiter der Stadtwerke gewesen, die gegen 8 Uhr morgens angerückt und sofort zur Tat geschritten seien, berichtete eine Leserin dem Stadtanzeiger am Mittwochvormittag. Die Kinder seien geschockt, traurig und wütend gewesen, sagte sie: „Drittklässler haben geweint, die Arbeiter wurden ausgebuht.“

Der Platz, auf dem das Klettergerüst einst stand, befindet sich noch im Besitz der Stadt; er wird aber, nach vorausgegangener Einigung, auf die Schule und somit an den Main-Taunus-Kreis als Schulträger übertragen. Wie es nun mit dem Spielplatz weitergehen soll, ist zurzeit unbekannt. Die Stadt plant aufgrund des Wechsels der Zuständigkeiten offenbar nichts Neues und scheint dem Kreis die Entscheidung zu überlassen, wie die Nutzung des Spielplatzes künftig aussehen soll. 

Eine zweifelsohne unbefriedigende Situation für alle, insbesondere die Kinder. Fest steht: der Informationsfluss zu dieser im wahrsten Wortsinn einschneidenden Maßnahme war schlecht. Weder die Schulleitung und das Lehrerkollegium noch der Elternbeirat wurden im Vorfeld über die Entfernung des Spielgerätes im laufenden (!) Schulbetrieb in Kenntnis gesetzt. Es bleibt zu hoffen, dass wenigstens jetzt, nachdem das Kind in den Brunnen gefallen ist, die Hintergründe seitens der Verantwortlichen öffentlichkeitsgerecht kommuniziert werden. Tabula rasa ohne Ansage – das geht gar nicht.

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