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Auf ungewohntem Terrain

37. Hattersheimer Weihnachtsmarkt: Stimmungsvoll trotz Ausweichplatz und Schneeregen

An vielen Ständen auf dem Hattersheimer Weihnachtsmarkt dampfte es, Heißgetränke und warme Snacks (bis hin zum Grillsteak) waren bei den kalten Temperaturen begehrt.
(Fotos: A. Kreusch)

HATTERSHEIM (ak) – Als die Wetterfrösche von „Schnee am dritten Advent“ unkten, hatten sicher viele Hattersheimer ein besinnliches Bild vor Augen: Weiche weiße Flocken kommen still vom Himmel, setzen Dächern und Bäumen schöne weiße Hauben auf und verhüllen alles in dezentes, mildes, schneeweißes Licht. Die ideale Weihnachtsmarkt-Atmosphäre eben. Aber auch wenn am Ende die dafür notwendigen niedrigen Temperaturen fehlten: Selbst ein leicht von solchen Idealbildern abweichender Hattersheimer Weihnachtsmarkt leidet nicht an Besuchermangel.

Trotz zwischenzeitlich doch recht feuchten Schneegraupel-Schauern und nasskaltem Wetter füllten sich die Wege zwischen den mehr als 100 Ständen in der Hattersheimer Stadtmitte bis zum Abend stetig. Ab 18 Uhr hatte das Gedränge wie in jedem Jahr seinen Höhepunkt erreicht, stellenweise war kein Durchkommen mehr. Viele machten aus der Not eine willkommene Gelegenheit, eben eine weitere Glühweinpause einzulegen, denn Heißgetränke jeder Art, vom glühenden Äppler über den beschwipsten Kakao bis hin zur Feuerzangenbowle, waren „heiß“ begehrt an diesem Tag – schon alleine weil die Becher die Hände schön warm hielten. Überall dampften Tassen und Gläser, aber auch viele Suppentöpfe, Waffeleisen, die Mandelbrennerei und Bratwurstgrills machten durch weiße Schwaden auf sich aufmerksam.

Sehr beliebt waren auf diesem 37. Hattersheimer Weihnachtsmarkt die Ecken und Stände, an denen man sich trocken und warm aufhalten konnte: Das Café im Katholischen Pfarrheim St. Barbara war immer voll besetzt, die gut bestückte, lange Kuchentheke verkleinerte sich im Minutentakt. Die Stände, an denen in weiser Voraussicht Biertische und Bänke – oder auch nobler im Innenhof des Nassauer Hofes mit Schaffell bezogene Hocker und Terrassenheizer – aufgestellt waren, konnten auf keinen Fall über zu wenig Gäste klagen. Allerdings: Wer solch einen Platz ergattert hatte, gab ihn dann auch so schnell nicht mehr auf. Die Tische unter freiem Himmel wurden von den Standbetreibern aber auch zwischendurch mal schnell mit Fenster-Abziehern vom Wasser befreit, es war also durchaus möglich, im Freien oder unter dem eigenen, mitgebrachten Regenschirm all die leckeren Angebote zu genießen.

Internationale Küche ist auf dem Hattersheimer Weihnachtsmarkt in jedem Jahr angesagt: Ob hessische Ahle Worscht, ungarisches Langosch, vietnamesische Frühlingsrollen, thüringische Bratwurst, Krifteler Obst oder gar „Maultaschen to go“ – da war sicher für jeden Besucher das richtige dabei. Ganz zu schweigen von den verschiedenen Weihnachtsplätzchen-, Zuckerwatte- und Süßigkeiten-Angeboten, die dort zu finden waren. „Haste das schon probiert?“ und „Sehr lecker, musste auch mal essen!“ war aus vielen Mündern zu hören.

Dadurch, dass es in Hattersheim traditionell viele privat oder von Vereinen, Schulen, Parteien und anderen Organisationen betriebene Stände gibt, war auch das Angebot bunt wie immer. So gab es beim Hattersheimer Geschichtsverein im Innenhof des Nassauer Hofes nicht nur viele Informationen und die alte Kutsche in der Remise zu sehen, man konnte auch die Festschriften zum Hattersheimer Jubiläum erwerben, gleich gegenüber gab es handgemachte Engelchen in tausenderlei Ausführungen, nebenan wurden originelle Näharbeiten angeboten. Der Verkaufsschlager schlechthin an diesem nasskalten Sonntagnachmittag aber waren warme Mützen. Im Getümmel waren ganze Kleingruppen zu sehen, die sich offenbar wegen der Nässe von oben mit neuen, identischen Kopf-Outfits eingedeckt hatten – man hatte eben lieber eine Mütze mit Kunstfell-Bommel auf dem Haupt, als dass frierende Ohren dem Weihnachtsmarktspaziergang ein frühzeitiges Ende gesetzt hätten.

Eine Erfahrung machte man als Hattersheimer Weihnachtsmarkt-Besucher am dritten Adventssonntag in diesem Jahr aber schon: Mit dem Innenhof des Alten Posthofes ist diese tolle Veranstaltung einfach noch schöner, der Parkplatz neben dem Posthof ist keineswegs ein gleichwertiger Ersatz. Obwohl auch dort wunderbare Stände mit tollen Angeboten standen, etwa die Hattersheimer Konfirmanden mit einem Waffelstand, die Robinson-Schule mit ihrem Unterstützungsprojekt für afrikanische Kinder und viele mehr, konnte einfach nicht die wunderbar heimelige Stimmung entstehen, mit welcher der Posthof-Innenhof in jedem Jahr immer wieder begeistert.
Der Weihnachtsmarkt 2018 war sehr schön, aber die Hattersheimer freuen sich schon auf den kommenden im nächsten Jahr, bei dem hoffentlich wieder „alles beim alten“ sein wird.

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