Leserbrief Aus der Zeit gefallen

Leserbrief

Eine Anfrage der Wählergemeinschaft Die Linke, ob die Einleitung von Grundwasser in den Main rechtskonform sei, wird vom Kreisaussschuss des Main-Taunus-Kreises mit "Ja" beantwortet und damit bestätigt, dass der Verlust von 300.000 Kubikmetern Grundwasser umweltverträglich sei. Die Menge des Grundwassers ist zu gering, um die gesetzlich geregelte Mindestmenge zu erreichen, also Rohr frei für die Entsorgung in den Main!

Ist das die richtige Entscheidung angesichts der Tatsachen, die wir alle kennen? Die letzten Jahre Regenmangel und das gleiche dieses Jahr wird dazu führen, dass kein neues Grundwasser gebildet wird.

Das Schutzgut Wasser, so nennt das die Wasserschutzbehörde, wird beim Bauvorhaben an der ehemaligen Phrix in Okriftel um 300.000 Kubikmeter reduziert, laut Kreis gibt es keine Alternative.

Doch die gibt es. Beispielsweise das abgereinigte Wasser nicht in den Main zu pumpen, sondern an einer anderen geeigneten Stelle wieder in das Grundwasser zurückführen. Technisch kein Problem, kostet natürlich was.

Oder die Baugruben mit Spundwänden gegen Grundwasser absperren – ohne Verlust von Grundwasser. Auch dieser Vorschlag – abgelehnt. Zitat aus der Antwort des Kreisausschusses: „Ein wasserdichter Verbau ist wegen fehlender natürlicher Sohlabdichtung nicht wirtschaftlich durchführbar."

Dazu zwei Bemerkungen. Technisch ist die Sohlabdichtung sehr wohl durchführbar. Zum Argument „nicht wirtschaftlich durchführbar“: Der Antragsteller des Bauvorhabens, Wohnkompanie Rhein-Main GmbH, will drei hochpreisige Wohngebäude errichten. Laut Immoscout zum Quadratmeterpreis von 6.700 bis 8.200 Euro (gerundeter Kaufpreis). Bei diesem Preisniveau müssten doch noch ein paar Euro für eine „wirtschaftliche“ und zeitgemäße Grundwasserbehandlung möglich sein. Der Kreisausschuss MTK muss sich also nicht sorgen um die wirtschaftliche Erstellung der Gebäude und die Renditeerwartung der Investoren.

Carlo Graf

Unterstützer Wählergemeinschaft Die Linke MTK

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