Die seit mehreren Jahren währende Posse um den Sarotti-Schlot findet nun also ein Ende, aber kein gutes im Sinne des Denkmalschutzes. Eigentümer, und damit verantwortlich für Sicherungspflichten und Sanierung, ist der größte Lebensmittelkonzern der Welt, Nestlé. Reingewinn 2025: mehr als 9 Milliarden Schweizerfranken, umgerechnet knapp 9,8 Milliarden Euro. Angeblich war es also diesem Konzern nicht zumutbar, seinen Verpflichtungen im Rahmen des Denkmalschutzes nachzukommen, stattdessen hat man sich zwei Jahre lang am sprichwörtlichen Nasenring durch die Manege zerren lassen. Nestlé wollte eben nicht. Die Untere Denkmalschutzbehörde, der Main-Taunus-Kreis, hätte schon längst nach §14 des Hessischen Denkmalschutzgesetzes Nestlé die Sanierung auferlegen können und bei fortgesetzter Weigerung selbst verfügen und Nestlé in Rechnung stellen müssen. Das hätte der Weltkonzern angesichts von einem Jahresgewinn von 9.800.000.000 Euro locker als zumutbar verkraften können. Aber dazu fehlte offensichtlich Mut oder Wille oder beides. Stattdessen hat man die Weigerung hingenommen und so dem fortgesetzen Verfall zugeschaut, sodass nun nur noch die Einkürzung bleibt. Im Sinne des Denkmalerhalts ist das so nicht gedacht gewesen.
Nun spart zukünftig Nestlé nicht nur aktuell Kosten, sondern auch in der Zukunft: Da nach Aussage von Bürgermeister Schindling nun die Stadt den eingekürzten Schornstein übernehmen soll (wann wurde das eigentlich von wem geschlossen?), ist Nestlé auch bei allen Folgekosten schön raus. So kann man auch als milliardenschwerer Weltkonzern sich aus der Verantwortung stehlen, wenn die lokale Politik eifrig Schützenhilfe leistet.
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