Nach seiner Tätigkeit im Buchhandel und als Journalist übersetzt er seit Ende der 90er Jahre aus dem Portugiesischen.
Kegler war bereits mehrfach im Haus St. Martin zu Gast, bei seiner ersten Lesung im Jahr 2007 hatte er Agualusas erstes Buch ‚Das Lachen des Geckos’, seinerzeit noch in Manuskriptform, im Gepäck. In seinem jüngsten ‚Barroco Tropical’ schildert der vor allem in Brasilien und Portugal populäre angolanische Autor eines rasante Odyssee durch den Untergrund und die Abgründe eines fiktional in die Zukunft projezierten Landes.
Der fiktive Staat Luanda ist ein Pandemonium, das auf zum Teil drastische Weise die gesellschaftlichen und politischen Verhältnisse (nicht nur) Angolas schildert. „Es handelt sich um ein ausgesprochen schnelles Buch“, beschrieb Kegler bei seiner Lesung, im leider nur recht spärlich besuchten Haus St. Martin, den Krimi, in dem Autor Agualusa 24 Stunden im Leben des Schriftstellers Bartolomeu Falcato schildert.
„Am Besten ist, man liest das Buch in einem Rutsch durch“, empfiehlt der Übersetzer den Umgang mit der Geschichte, in der es von obskuren Gestalten wie schwarzen Engeln, zum Buddhismus konvertierten Ex-Terroristen oder afro-brasilianischen Priesterinnen geradezu wimmelt. ‚Barroco Tropical’ ist kein sperriges Buch, aber auch alles andere als leichte Lektüre.
Die Fachwelt ist sich in der Bewertung der literarischen Qualitäten von Josè Eduardo Agualusa neuestem Werk nicht wirklich einig. Die Kritiken reichen von verwirrend über verstörend bis hin zu faszinierend.
Fakt ist: Der angolanische Autor wurde just am Tage der Lesung am vergangenen Mittwoch für den Internationalen Buchpreis nominiert.

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