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Trotz Sprachbarriere Freunde gefunden

Weißrussische Kinder zu Besuch in Deutschland

Hattersheim (brs) - Die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl beeinflusst auch heute noch das Leben in einigen Regionen Weißrusslands. Besonders Kinder leiden unter den eingeschränkten Lebensbedingungen. Die Menschen sind besonders anfällig für Infektionen und haben ein geschwächtes Immunsystem.


Dr. Valentin Gerein weist besonders auf den akuten Jodmangel in der Nahrung hin. Durch die Strahlenbelastung ist der heimische Gemüseanbau zum Erliegen gekommen. Stellenweise wird bis zu 40 Prozent aus den westlichen Ländern importiert. Insbesondere der Mangel an jodhaltiger Nahrung führt zu gesundheitlicher Beeinträchtigung.

Das durch den Reaktorunfall freigewordene Jod 131 lagert sich in der Schilddrüse an und verursacht beim Zerfall häufig Schilddrüsenkrebs. Die Dr.-Valentin-Gerein-Stiftung ermöglicht es Schülern von zwei Dorfschulen seit 20 Jahren einen Teil ihrer Ferien in Deutschland zu verbringen.

In diesem Jahr konnten 14 Schülerinnen und Schüler der vierten Klassen aus Pinsk für drei Wochen nach Hattersheim eingeladen werden. Die Stadt Pinsk liegt an der Grenze zur Ukraine an den Rokitnosümpfen.

Für jedes Kind hatte sich eine eigene Gastfamilie gefunden, berichtet Marianne Panke stolz. Dabei ist es nicht notwendig russisch zu sprechen. Die Ganztagesbetreuung von Kindern habe einigen Gasteltern die Entscheidung zur Aufnahme eines Kindes aus Weißrussland sicherlich erleichtert, ergänzt sie.

Besonders in Familien mit gleichaltrigen Kindern funktioniere die Verständigung mit Händen und Füßen perfekt. Nach einer Woche Aufenthalt in der Fremde vermissen die Kinder ihre Eltern und Geschwister, einige haben aber, trotz der Sprachbarriere, neue „Großeltern“ und Freunde gefunden. Die ersten deutschen Worte sprechen sie auch schon.

Für die kleinen Feriengäste aus dem Osten haben die Organisatoren der Dr.-Valentin-Gerein–Stiftung ein abwechslungsreiches Programm zusammengestellt. Ausflüge in den Opel-Zoo und in den Freizeitpark Lochmühle stehen genauso auf dem Programm wie ein Besuch auf dem Frankfurter Flughafen. Am beliebtesten sind aber die Nachmittage im Schwimmbad. Begleitet werden die Kinder von vier Erzieherinnen, die auch dolmetschen. Als kleines Willkommensgeschenk erhielten die Schulkinder aus Pinsk Schulsachen und Plüschtiere, über die sie sich sichtlich freuten.

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