An einer qualifizierten Ausbildung und Förderung junger Menschen soll weiter festgehalten werden – das machte Bürgermeister Christian Seitz jetzt in der aktuellen Ausschussrunde deutlich. „Die Gemeindeverwaltung Kriftel bemüht sich seit vielen Jahren darum, jungen Menschen einen guten Start ins Berufsleben zu ermöglichen und bietet hierzu Ausbildungs- und Praktikumsplätze an“, so Seitz. Im Bereich der Verwaltung wurden 2025 Angebote für die Ausbildung in dem Beruf der/des Verwaltungsfachangestellten sowie für Jahrespraktika im Rahmen der Fachoberschulausbildung im Bereich Wirtschaft und Verwaltung und zahlreiche Schülerpraktika gemacht.
Außerdem sei es nach Jahren der erfolglosen Stellenausschreibung für den Ausbildungsberuf des Fachangestellten für Bäderbetriebe endlich gelungen, einen jungen Mann als Auszubildenden für das Parkbad einzustellen. Er wird im Sommerhalbjahr im Parkbad ausgebildet und im Winterhalbjahr in einem Hallenbad der Stadt Wiesbaden, mit deren Eigenbetrieb mattiaqua eine entsprechende Kooperationsvereinbarung geschlossen wurde.
Derzeit werden bei der Gemeindeverwaltung drei Auszubildende für den Beruf der Verwaltungsfachangestellten beschäftigt. Davon ist eine Auszubildende im dritten, eine im zweiten und eine im ersten Ausbildungsjahr. im 3. Ausbildungsjahr. Dazu kommen der Auszubildende für den Beruf des Fachangestellten für Bäderbetriebe und eine Jahrespraktikantin. Zusätzlich wird eine Verwaltungsmitarbeiterin im Verwaltungslehrgang II (Abschluss Verwaltungsfachwirtin) unterstützt sowie ein Mitarbeiter im Bereich Wohnen und Immobilien für das berufsbegleitende Studium zum Bachelor in Immobilienwirtschaft.
Ausblick auf das Jahr 2026
„Die Gemeindeverwaltung möchte weiterhin eine gute und praxisnahe Ausbildung anbieten, bei der die jungen Menschen sich wohl fühlen. Sie sollen ihre sozialen und organisatorischen Fähigkeiten erweitern und Kenntnisse im Bereich der Verwaltung und des Büromanagements erwerben“, heißt es im Bericht, den der Bürgermeister vorlegte. „Damit die Ausbildung auf einem hohen Niveau weitergeführt werden kann, können in der relativ kleinen Verwaltung, in der rund 55 Verwaltungskräfte tätig sind, nicht mehr als vier oder fünf Ausbildungs- und Praktikumsplätze angeboten werden“, betonte er. Ob deshalb für den Ausbildungsbeginn 2026 ein weiterer Ausbildungsplatz bereitgestellt wird, soll im Laufe der nächsten Monate entschieden werden. Fest steht: Für die Jahrespraktika im Rahmen der Fachoberschulausbildung können wieder ein oder zwei der begehrten Plätze zur Verfügung gestellt werden.
Im Bericht des Gemeindevorstandes wird auf die allgemein schwierige Ausbildungssituation hingewiesen: „Die duale Ausbildung in Deutschland steht vor großen Herausforderungen. Die hohe Zahl der Arbeitgeber, die passende Auszubildende suchen, steht im Kontrast zu jungen Menschen, die keine Ausbildungsplatz finden und den freien Ausbildungsplätzen, die nicht vergeben werden können. Ein passendes Match herbeizuführen wird zu einer immer schwierigeren Aufgabe.“
Gleichzeitig verändere sich die Art der Ausbildung. Während in früheren Zeiten Auszubildende auch mit dem Führen einer Papierakte, der Pflege von Karteikarten oder Terminen in einem (Papier-) Kalender beauftragt werden konnten, fallen alle diese einfacheren Einstiegsaufgaben mittlerweile weg, da die Verwaltungsarbeiten komplett digital ablaufen. Die Unterstützung der Sachbearbeiter/innen durch Auszubildende wurde hierdurch wesentlich komplizierter. „Auszubildende benötigen somit neue Kompetenzen und müssen ihre digitalen Fähigkeiten erweitern, um den Umgang mit IT-Lösungen, Datenanalysen und digitalen Workflows zu erlernen. Hierfür ist es notwendig, Lerninhalte und -methodik anzupassen und auch die Azubi-Ausstattung modern zu halten“, so das Fazit.
Die Auszubildenden und Jahrespraktikanten der Gemeindeverwaltung Kriftel erhalten zu Beginn ihrer Ausbildung einen Laptop, der sie in sämtliche Abteilungen, die sie durchlaufen, begleitet. Für digitale Anwendungen gibt es teilweise Azubi-Zugänge, die es ermöglichen, die Auszubildenden in die digitalen Verfahren einzubeziehen ohne die Ergebniskontrolle aus den Händen zu geben. „Diese Zugangs-Möglichkeiten müssen jedoch weiter ausgebaut werden. Auch die Nutzung von Lernplattformen, die bereits für die Bereiche Datenschutz und IT-Sicherheit eingesetzt werden, sollte weiterverfolgt und intensiviert werden“, so Seitz.
Kommentare