„Highlights für Erwachsene“ im Jüdischen Museum

Kulturforum Kriftel wieder auf Museumsbesuch

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer vor dem Jüdischen Museum in Frankfurt.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer vor dem Jüdischen Museum in Frankfurt.

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Dieses Mal führte der Museumsbesuch des Kulturforums Kriftel in das Rothschild-Palais in Frankfurt, das auf drei Etagen seit 1988 das Jüdische Museum beherbergt. Die noch in ihrem ursprünglichen klassiztischen Zustand erhaltenen Räume des Wohnhauses wurden restauriert und zum Teil behutsam ergänzt.

In einer 90 – minütigen Führung wurde die Geschichte und vielfältige Kultur von Jüdinnen und Juden der vergangenen 200 Jahre in Frankfurt erläutert. Es begann im 3. Obergeschoss mit einem großen Gemälde des Frankfurter Malers Moritz Daniel Oppenheimer: „Moses“. Oppenheimer setzt hier einen vergleichsweisen jungen Moses als Gründungsfigur der jüdischen Tradition in Szene, der die Tafel mit den zehn Geboten hält.

Juden wurden oft als Schwächlinge dargestellt. Dagegen setzte Max Nordau 1898 den Begriff des „Muskeljuden“ verbunden mit einem Aufruf zu sportlichem Training und der Gründung jüdischer Sportvereine. Sie heißen heute noch „Makkabi“, z. B. der Turn- und Sportverein Makkabi Frankfurt 1965 e.V. mit 27 Abteilungen und ca. 5000 Mitgliedern.

Der ausgestellte Chanukka-Leuchter „Die fünf Makkabäer“ zeigt fünf Makkabäer, die sich einst gegen die Römer erhoben. Die Figuren stehen für Kraft, Heldentum und Stärke.

Im nächsten Raum wird an Helga Flatauer erinnert. Ihre Eltern betrieben ein Gestüt in Eppstein-Vockenhausen. Nach 1933 war aber die Existenz zerstört und die Familie floh 1938 nach Brasilien. Helga Flatauer kehrte nach 60 Jahren zurück in den Taunus und die ausgestellten Objekte erzählen die Geschichte von Flucht und Rückkehr.

Die ganze 2. Ebene des Museums ist der Tradition und dem Ritual gewidmet. In Frankfurt entstand im 19. Jahrhundert eine neue religiöse Strömung, der Neo-Orthodoxismus, der heute weltweit von Bedeutung ist. Unter dem Motto „Ask the Rabbi“ können in einer Video-Installation Fragen gestellt werden und die Antworten zeigen die unterschiedlichen Positionen und Strömungen des Judentums.

Im 1. Obergeschoss wird die Geschichte und das Alltagsleben von drei Frankfurter Familien beleuchtet: der Bankiersfamilie Rothschild, der bürgerlichen Kaufmannsfamilie Frank (Anne Frank) und der aus Osteuropa stammenden Familie des Kommunisten Valentin Senger.

Anhand von Alltagsgegenständen werden die jüdische Kultur wie auch familiäre Bräuche dem Besucher nähergebracht.

90 Minuten können nur einen Überblick vermitteln. Es lohnt sich ein Wiederkommen um auch die gezeigten Filme und Video-Installationen -die die Ausstellungsgegenstände ergänzen und vertiefen- bei einem Besuch mit einzubinden.

Auf dem Foto ist im Hintergrund ein Kunstwerk von Ariel Schlesinger aus dem Jahre 2019 zu sehen, das aus zwei in Aluminium gegossenen Baumskeletten besteht. Das Buch Hezekiel in der Hebräischen Bibel diente dem Künstler als Bezugspunkt: „Und alle Bäume des Feldes werden erkennen, dass ich, der Herr, den hohen Baum erniedrige, den niedrigen Baum erhöhe, dass ich den grünen Baum vertrocknen lasse und den dürren Baum zum Blühen bringe“. Hezekiel 17:24.

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