Leserbrief Hundeattacke in Kriftel

Es passiert immer wieder, aber ändern tut sich nichts

Ich lebe mit meinem siebenjährigen Mischling in Kriftel und bin am Sonntag (17. Januar) wie gewohnt im Krifteler Feld Gassi gegangen. Wie immer war mein Hund angeleint und wie immer war ich sehr aufmerksam beim Gassi gehen.

Es ist in letzter Zeit verstärkt vorgekommen, dass in Kriftel und Umgebung freilaufende Hunde andere Hunde attackiert haben. Deshalb bin ich auch in letzter Zeit immer anderen Hundeführern mit unangeleinten Hunden aus dem Weg gegangen. Das war auch mein Ziel am Sonntag: Ich hatte schon aus weiter Entfernung einen Mann mit zwei Hunden gesehen. Ich konnte nicht erkennen ob die Hunde angeleint waren und bin daher in einen Feldweg abgebogen, um der Person mit den Hunden aus dem Weg zu gehen. Ich befand mich dann auf dem Feldweg und mit dem Rücken zu dem Mann, der circa 200 bis 300 Meter entfernt war. Als ich mich umdrehte, sah ich, dass einer der Hunde quer über das Feld zu uns gerannt kam. Mein Hund bekam davon gar nichts mit. Ich rief direkt "Stopp!", aber der Hund kam weiter unter schnellster Geschwindigkeit auf uns zu. Er rannte direkt zu meinem Hund und verbiss sich in ihm. Chico hatte keine Chance.

Ich sah, dass der Hundeführer langsam weiterlief und auch keine Anstalten machte, schnell zu der besagten Stelle zu kommen, an der mein Hund attackiert wurde. Ich schaffte es irgendwann den Hund am Nacken zu packen, so dass er von meinem Hund abließ. Der Mann lief immer noch sehr langsam weiter, bis ich laut schrie. Dann kam er angerannt und leinte den Hund an.

Mein Hund Chico liegt seit dem 17. Januar schwerverletzt in der Tierklinik Hofheim. Er wurde bereits zweimal operiert. Eventuell muss er noch ein drittes Mal in den OP. Es geht langsam bergauf, aber auch Rückschläge sind weiterhin noch nicht auszuschließen.

Am selben Tag wurden auch weitere Hunde durch einen anderen Hund in der Umgebung attackiert und mussten in der Tierklinik behandelt werden. Ein ähnlicher Fall hat sich Mitte Dezember in Kelkheim ereignet. Die kleine Dackeldame hat die Attacke nicht überlebt.

Mein Post auf Facebook wurde bereits knapp 200 Mal geteilt und hat mehrere hunderte Menschen erschüttert. Ich bekomme viele Zuschriften von Hundehaltern, denen ähnliches passiert ist. Aussagen wie zum Beispiel „Gassi gehen macht hier in der Umgebung schon lange keinen Spaß mehr, die Angst läuft jeden Tag mit“ erreichen mich mehrfach.

Meine Frage lautet: Muss denn noch mehr passieren, bis endlich gehandelt wird? Muss es erst ein Kind sein, bevor die Gemeinde eine Leinenpflicht durchsetzt und auch kontrolliert? Was muss noch passieren, damit rücksichtslose Hundeführer, die von weitem rufen „Der tut nix“ endlich zu Verstand kommen?

Carmen Christian

Kriftel

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