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Gut eingestimmt in die Weihnachtszeit

Vielseitiges Adventskonzert der Germania-Chöre in gut besuchter evangelischer Kirche

Der Gemischte Chor absolvierte den zweiten Teil des Konzerts der Germania-Chöre, die am 2. Advent gemeinsam in der evangelischen Kirche auftraten.
(gus/Fotos: Steinacker)

 

BISCHOFSHEIM (gus) – Zumindest dort, wo das Weihnachtsfest noch in einer traditionellen Form gefeiert wird, werden die Feiertage auch gerne genommen, um dem gemeinsamen Singen im Familienkreise Raum zu geben. Klappt es dabei mit der Stimmenharmonie nicht, wird aus dem Familienkreise allerdings schnell eine Familienkrise. Da ist es doch zu empfehlen, das mit den Weihnachtsweisen den Experten zu überlassen. Und so füllte sich die evangelische Kirche in Bischofsheim am späten Sonntagnachmittag, 10. Dezember, inklusive Empore nahezu bis auf den letzten Platz, als die Germania-Chöre ein breites Repertoire an Liedern der Jahreszeit präsentierten. Dabei zeigten sie, dass sie in bester Expertenmanier auf einem vorhandenen, starken Fundament stets eine spezielle Aufgabe zu erfüllen verstehen.
 

Nicht per se sind der Gemischte Chor und die Happy Voices schließlich mit dem Weihnachtsliedern dieser Welt vertraut. Es steckte wieder viel Übungs- und Probezeit hinter der Leistung, bei diesem vorweihnachtlichen Konzert in fünf Blöcken insgesamt 25 Stücke zum Besten zu geben.

Nach der Begrüßung durch die Vorsitzende des Gesangvereins Germania, Christa Hechler, und Pfarrer Klaus Bastian nahm allerdings der Evangelische Posaunenchor den Sängerinnen und Sängern die Einführung in das Konzert ab. Die ersten beiden Stücke, die „Intrada“ von Melchior Franck und das moderne „Wir sagen euch an den lieben Advent“ (Musik: Heinrich Rohr) übernahm der Posaunenchor unter Leitung von Mathias Schütz.

Die „Happy Voices“, die danach in die Mitte des Kirchenraums traten, teilten ihre beiden Blöcke in einen ersten Teil auf, der A-capella vorgetragen wurde, und einen zweiten, der von Stefan Finkenauer am Klavier begleitet wurde. Abwechselnd leitete Dirigentin Joana Skuppin den Chor mit und ohne Beleuchtung sowie mit und ohne Soloparts. Wie üblich, reisten die Happy Voices mit ihrem Repertoire einmal um die ganze Welt.

„All Praise To Thee“ des Engländers Thomas Tallis hieß es zunächst ohne Raumbeleuchtung. Kleine, elektrische Teelichter in den Händen sorgten für geringes, warmes Licht beim Vortrag dieses Stückes aus dem 16. Jahrhundert. Weiter ging die Reise nach Frankreich zum dreistimmigen „Noël Nouvelet“, gefolgt von einer kurzen Heimreise mit den Stücken „O Tannenbaum, wie grün sind deine Blätter“ und „Ich steh an deiner Krippen hier“, ein von Johann Sebastian Bach vertontes Weihnachtslied.

Zurück zu einer weiteren Stippvisite auf die Insel, zum traditionellen englischen Weihnachtslied „The First Nowell“, und auch die folgenden Stücke „Adeste fideles“ und „Scarborough Fair“ entstanden in England. Zwei fröhliche, flotte Stücke, „Mein Hund und ich im Advent“ nach Hans Unterweger (Soloparts: Gabi Lattner und Tabea Suk) und „Calypso Gloria“ von Emily Crocker schlossen den ersten viel beklatschten Teil des Beitrags der „Happy Voices“ um ihre Chorleiterin Joana Skuppin.

Der gemischte Chor unter Elena Bauer sang fünf Stücke, von Stefan Finkenauer begleitet, und benutzte dafür neben der deutschen auch die lateinische Sprache. „Panis angelicus“, ein von César Franck bearbeitetes Stück von Thomas von Aquin aus dem 13. Jahrhundert, stand am Anfang der Reihe. Satte siebenhundert Jahre jünger ist „Hört das Lied, das ich sing“ nach Hans Weiß-Steinberg.
Auf das anstehende Fest und die Bedeutung für das Christentum verweisen sehr konkret die Stücke „Weihnachtsstern“ in der Bearbeitung von Georg Karidos und „Weihnacht“ von Wilhelm Heinrichs. Zum Abschluss ging es mit „Tollite hostias“, dem Schlusschor aus dem Weihnachtsoratorium von Camile Saint-Saens, energisch ins Finale des Soloparts des Chores.

In ihrem zweiten Teil nahmen die Happy Voices die Unterstützung Finkenauers zur Hilfe, in den diesmal sieben Stücken wurden moderne Werke in Englisch („Ding Dong Bells“, Night of Silence“, „Silver Bells“ und „Merry Christmas, Everybody“), Deutsch („Marias Kind“), Spanisch („Feliz Navidad“) und hebräisch („Osseh Shalom“) vorgetragen, zum Teil mit Soloparts von Simone Astheimer und Vanessa Hinze (Marias Kind) und Renate Jost und Alex Rückert (Osseh Shalom).

Den stimmgewaltigen Abschuss des Konzertes bot der gemeinsame Auftritt der beiden Chöre unter Leitung von Elena Bauer. „Tochter Zion (Gelobt sei, der da kommt)“ kündigt das Jesuskind an. Die gesamte Kirche durfte schließlich mitsingen, als Joana Skuppin mit beiden Chören „Oh du Fröhliche“ zum Finale, von Stefan Finkenauer an der Kirchenorgel begleitet, anstimmte. 

Ein aufwendig vorbereitetes, vielfältiges und stimmungsvolles Konzert hatten die Germania-Chöre geboten und ernteten dafür den verdienten Applaus. So mit dem festlichen Liedgut versorgt, ist der Drang, sich selbst ungeübt unter dem Weihnachtsbaum zu versuchen, bei manchem Besucher vielleicht abgemildert. Die Chöre nehmen gerne neue Sängerinnen und Sänger an, die einmal ausprobieren wollen, wie es gekonnt geht.

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