Kinder sollen selbst ebnen

Freie Wähler ziehen Antrag auf Rodelbahn zurück

GINSHEIM-GUSTAVSBURG (ast) – Im Sommer schon an die Freuden des Winters denken, dass taten die Freien Wähler schon im Juni 2010. Sie beantragten, dass geprüft werden solle, ob die Gemeinde auf dem geplanten Lärmschutzwall an der A 60 eine Rodelbahn angelegen könnte.




Inzwischen wächst der Wall täglich um viele Lastwagenladungen Erde empor. Zeit, um den Mitgliedern des Bauausschusses in der vergangenen Woche das Ergebnis des Prüfantrags vorzulegen. Das in disem Fall angefragte Amt für Straßen- und Verkehrswesen betrachtet eine Rodelbahn als Bauwerk, das einer Genehmigung bedarf.


Zu den Planungs-, Genehmigungs- und Baukosten kämen noch weitere Kosten für Ausgleichspflanzungen hinzu, informierte Otmar Weiler, Fachbereichsleiter für Raum, Bau und Umwelt, die Ausschussmitglieder. Der Wall wird mit Gehölzen bepflanzt, die Lärm mindern und gleichzeitig als Ausgleich für den Ausbau der A 60 dienen. Die Gemeinde müsste deshalb auf eigene Kosten an anderer Stelle Ersatzpflanzungen einrichten, wenn statt Büschen eine Rodelbahn angelegt würde.


„Die Kosten sind in einer Dimension, die nicht vertretbar sind“, zeigte sich Siegfried Nachtmann von den Freiern Wählern einsichtig, ohne konkretes Zahlenmaterial vorliegen zu haben. „Die Kinder können selbst eine Rodelbahn daraus machen“, hofft er jetzt auf eine unkonventionelle Lösung für die schneereiche Zeit. Mit dieser Hoffnung zog Nachtmann den Prüfantrag zurück, der deshalb nicht zur Abstimmung kam.


Mit einer neuen Idee zur Nutzung des Walls wollen die Freien Wähler in der kommenden Bauausschusssitzung aufwarten. Eine auf dem Lärmschutzwall in Richtung Gesamtschule platzierte Photovoltaik-Anlage könne Strom produzieren, überlegte Nachtmann laut. Die Landwirte, die mit dem Wall Anbaufläche verloren hätten, könnten so noch etwas Geld verdienen, meint er den Gewinn aus der Stromproduktion weitergeben zu können.


„Das mindert die Lärmschutzqualität des Baugebiets“, sieht Bürgermeister Richard von Neumann durch die fehlende Gehölzbepflanzung den Autobahnlärm weiter auf Ginsheim-Nord einwirken. Zusätzlich müsse den Landwirten weitere Ackerflächen genommen werden, um Ausgleichsflächen für die Anlage zu schaffen, machte Otmar Weiler auf ein schon erörtertes Problem aufmerksam.

Heller übernimmt Vorsitz

In der ersten Bauausschusssitzung nach der Kommunalwahl wurde Norbert Heller (SPD) in geheimer Abstimmung mit einer Gegenstimme zum Ausschussvorsitzenden gewählt. Sein Stellvertreter ist Armin Wagner (CDU). Er wurde per Handzeichen, bei Enthaltung der beiden Vertreter von Bündnis 90/Die Grünen, gewählt.

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