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Kinderbetreuung zukunftsfähig gestalten

Offener Brief der Elternbeiräte der Bischofsheimer Kindertagesstätten an die politischen Gremien

In den Bischofsheimer Kitas, hier am Parkweg, ist es weiter schwer, genügend Personal für die benötigten Gruppen zu finden. Darauf machen die Elternbeiräte der Einrichtungen angesichts der Haushaltsberatungen in einem offenen Brief aufmerksam.
(gus/Archivfoto: Steinacker)

Sehr geehrte Gemeindevertreter,
sehr geehrte Ausschussmitglieder,

aus der Erfahrung der vergangenen Jahre wenden wir Elternbeiräte der Bischofsheimer Kitas und der Schulkinderbetreuung uns an Sie und möchten rechtzeitig darauf aufmerksam machen, dass die ausstehenden Entscheidungen über den Haushalt in Bezug auf Gebühren und Personal weitreichende Konsequenzen zur Folge haben können.

Erst 2016 war der Personalengpass so groß, dass nur durch eine Demonstration der Eltern, mit Hilfe einer Zulage für die angestellten Erzieherinnen sowie einer groß angelegten Ausschreibung von offenen Erzieherstellen wieder ausreichend Personal gefunden werden konnte.

Nun fällt diese Zulage für neu in der Gemeinde angestellte Erzieherinnen seit vorigem Jahr weg, was nicht nur zu einer schlechteren Stellung im Wettbewerb mit den umliegenden Städten und Gemeinden außerhalb des Kreises Groß-Gerau führt, sondern auch zu Unmut innerhalb des Bischofsheimer Personals, da eine Ungleichbehandlung natürlich Unzufriedenheit schürt und eine Abwanderung von guten Fachkräften begünstigt. Dabei sollte im Hinblick auf die Erweiterung bestehender Kitas bzw. dem Bau der neuen Kita gerade zukunftsorientiert gehandelt und eine Attraktivität für bestehendes und neues Personal geschaffen werden, um gut für 2020/2021 besetzt zu sein. Es freut uns sehr, dass eine neue Kita in der neuapostolischen Kirche entstehen soll.

Unabhängig davon, dass wir die Wahl der Einrichtung im Hinblick auf Kosteneffizienz hinterfragen, stellen wir uns die Frage, wie die Gemeinde qualifiziertes Personal finden möchte, wenn die Zulage für neue Erzieherinnen gestrichen wird. Denn auch im Umkreis entstehen neue Einrichtungen und es wird um Personal geworben. Bischofsheim muss hier wettbewerbsfähig bleiben und darf sich nicht auf einer laut Bürgermeister Kalweit aktuell „ausreichenden“ Personalbesetzung ausruhen.

Aktuell ist aufgrund von Schwangerschaften erneut ein Bedarf an neuem Personal entstanden. Daran anknüpfend, sollten auch die damals geplanten Springerstellen nicht gestrichen werden, nur um auf dem Papier einen ausgeglichenen Haushalt vorweisen zu können. Diese Stellen wurden aus gutem Grund in den Stellenplan aufgenommen und konnten bisher nicht besetzt werden, da seitdem nie alle regulären Stellen besetzt waren und der Bedarf an Personal da war!

Abgesehen davon sind 25 neue Kitaplätze durch den Grundstückserwerb viel zu wenige, sodass auch Kinder in der Krippe, Tagespflege oder Krabbelstube verweilen müssen. Es kann nicht sein, dass gleichzeitig eine erneute Erhöhung des Deckungsbeitrags durch die Eltern innerhalb so kurzer Zeit mit einem Qualitätsverlust durch Streichung von Stellen und Zulagen einhergehen. Hier werden Familien doppelt zur Kasse gebeten, wenn nicht nur die Grundsteuer für das Eigenheim, sondern auch die Kitagebühren erneut angehoben werden.

Wir Bischofsheimer Elternbeiräte bitten um Ihre fachlichen Fähigkeiten, die geschilderte Situation wohlwollend zu bewerten und mögliche Alternativen aus Ihrem Optionspapier zu prüfen, die den Haushalt ausgleichen, ohne hier die jungen Familien so stark zur Kasse zu bitten.

Elternbeiräte der Kindertageseinrichtungen
 

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