1700 Jahre Vereinsgeschichte an einem Nachmittag

Bei Neujahrsempfang der DJK Flörsheim werden langjährige Mitglieder gewürdigt

vb

Gespräche in kleinen Gruppen, bekannte Gesichter und kurze Rückblicke auf gemeinsame Zeiten prägten den Neujahrsempfang der DJK Flörsheim. Er war ganz den langjährigen Mitgliedern des Vereins gewidmet. Geehrt wurden Mitglieder, die dem Verein seit 25, 40, 50, 60 oder sogar 70 Jahren angehören. Zusammengerechnet wurden an diesem Nachmittag rund 1700 Jahre Vereinszugehörigkeit gewürdigt – eine Zahl, die verdeutlicht, wie eng viele persönliche Lebenswege mit der Geschichte des Vereins verbunden sind.

Rund 60 Gäste, darunter Aktive, Trainerinnen und Trainer sowie Abteilungsleitungen, nahmen an dem Empfang teil. Die Ehrungen umfassten Jubiläen der Jahre 2025 und 2026 und spiegelten die gesamte Bandbreite der DJK wider: von Fußball und Aikido über Leichtathletik und Volleyball bis hin zu Turnen und Gymnastik.

Für stolze 70 Jahre Mitgliedschaft wurden Engelbert Hammer und Franz-Josef Weifenbach geehrt. Beide spielten ihre gesamte Jugendzeit Fußball bei der DJK Flörsheim. Hammer erinnerte sich dabei besonders an ein internationales C-Jugend-Turnier in Kaiserslautern, an dem neben Weifenbach auch Klaus-Peter „Ottche" Anger, Werner Losert, Willi Diehl und Wolfgang Jäger teilnahmen. Hammer lief später noch kurz für die zweite Mannschaft auf, galt als torgefährlicher Angreifer und blieb der DJK auch nach dem frühen Ende seiner aktiven Laufbahn durchgehend als Mitglied verbunden.

Weifenbach begann ebenfalls früh in der DJK-Jugend. In Erinnerung geblieben ist ihm unter anderem ein knapp verlorenes Bezirksmeisterschaftsspiel gegen Eintracht Frankfurt, das mit 0:1 verloren ging. Nach zwei Jahren in der zweiten Mannschaft beendete er aus beruflichen Gründen seine Fußballkarriere, blieb dem Verein jedoch über viele Jahre im Gymnastikbereich treu – zunächst im alten Feuerwehrgerätehaus, später in der Alfred-Delp-Halle.

Ein Beispiel für langjährige Verbundenheit ist Manfred Elsener, der für 60 Jahre Mitgliedschaft geehrt wurde. Fußballerisch durchlief er von der E- bis zur A-Jugend alle Nachwuchsmannschaften, schaffte früh den Sprung in die Erste Mannschaft und feierte 1977 die Meisterschaft in der B-Klasse mit dem Aufstieg in die A-Klasse. Nach dem Abstieg 1980 gelang 1984 der erneute Aufstieg.

Neben dem Fußball prägte auch die Fastnacht über viele Jahre sein Engagement. Aus einer damaligen DJK-Gruppe entstanden unter seiner Führung die bis heute aktiven „Wandaalen". Ab der Saison 1984/85 organisierte er über mehrere Jahre Rosenmontags-Fastnachtssitzungen im neu erbauten DJK-Clubhaus, bei denen unter anderem Apollonia, Hobbes, Hans Krimmel und Engelbert Hammer in die Bütt stiegen. Bis heute ist er gemeinsam mit seinen beiden Söhnen als einer der „Dollbohrer" auf den Fastnachtsbühnen zu erleben und engagiert sich seit vielen Jahren im Vorstand des Rüsselsheimer Fastnachtsvereins „Die schwarze Elf".

Für 60-jährige Vereinstreue wurde Mathias Lauck geehrt. Er war über viele Jahre in verantwortlicher Funktion für die DJK tätig. Von den späten 1960er- bis in die Mitte der 1970er-Jahre wirkte er als Geschäftsführer und engagierte sich zugleich im Ausschuss für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Darüber hinaus setzte er mit der Gründung neuer Abteilungen nachhaltige Impulse: 1970 initiierte er gemeinsam mit Willi Mohr die Judo-Abteilung, fünf Jahre später folgte zusammen mit Klaus-Josef Schäfer die Volleyball-Abteilung. Auch sportlich war Lauck vielseitig aktiv. Er betrieb Leichtathletik, Fußball, Judo und Volleyball und war bis vor einigen Jahren regelmäßig freitags sportlich aktiv.

Für 40 Jahre Mitgliedschaft wurde Detlev Hofmann ausgezeichnet. Seit den frühen 1980er-Jahren engagierte er sich im Judobereich der DJK Flörsheim als Trainer und Prüfer, übernahm später auch leitende Aufgaben und organisierte über viele Jahre Prüfungen, Wettkämpfe, Feiern und Jugendfreizeiten. Sein Engagement reichte dabei über den Verein hinaus, unter anderem als Mitbegründer des Judoclubs Hofheim. Für seinen langjährigen ehrenamtlichen Einsatz erhielt er mehrere Auszeichnungen, darunter den Ehrenbrief des Landessportbundes Hessen, die silberne Ehrennadel des Hessischen Judo-Verbands sowie das Ehrenzeichen in Bronze des DJK-Diözesanverbands Limburg.

Für 40 Jahre Mitgliedschaft wurde auch Josef Stübing geehrt. Er übernahm 1993 die Leitung der Leichtathletik-Abteilung der DJK Flörsheim und prägte deren Entwicklung über viele Jahre maßgeblich. Neben der Organisation des Trainingsbetriebs meldete er Athletinnen und Athleten zu Wettkämpfen an und initiierte Vereinsmeisterschaften, Familienausflüge sowie gemeinsame Veranstaltungen. Unter seiner Leitung wuchs die Leichtathletik-Abteilung deutlich: Aus einer Gruppe mit Schwerpunkt Langlauf entwickelte sich ein vielfältiger Bereich. Auch über den sportlichen Betrieb hinaus ist die Abteilung bei Veranstaltungen mit sozialem Hintergrund präsent, etwa beim Flörsheimer Lebenslauf. Darüber hinaus brachte sich Stübing über viele Jahre auch in organisatorische Aufgaben und die Vereinsführung als 2. Vorsitzender ein.

Ulla Nauheimer und Patricia Bertram wurden für 25 Jahre Mitgliedschaft geehrt, auch wenn ihr Engagement im Verein tatsächlich deutlich weiter zurückreicht. Beide prägten über viele Jahre den Bereich Gymnastik und Tanz der DJK Flörsheim und sind bis heute aktiv.

Nauheimer war zunächst in der Wettkampfgruppe „Domino" aktiv und übernahm dort früh Vertretungsstunden. Nach der Auflösung der Gruppe leitete sie die neu formierte Gruppe „Pegamu", unterstützte Auftritte bei der Frauenfastnacht und engagierte sich später bei der Gruppe „Deladora", aus der nach dem Deutschen Turnfest 2009 die Formation „Anyata" hervorging. Diese führte sie bis 2017 gemeinsam mit Patricia Bertram. Darüber hinaus ist Nauheimer bis heute als Trainerin in der Frauengymnastik tätig, unter anderem in den Bereichen Pilates und Aroha.

Bertram kam bereits in ihrer Jugend erstmals über die Volleyball-Abteilung zur DJK. Später wechselte sie in den Bereich Gymnastik und Tanz, übernahm nach der Auflösung der Wettkampfgruppe „Domino" zunehmend Verantwortung und leitete Kinder- und Showtanzgruppen. Sie war an Großprojekten wie dem Deutschen Turnfest beteiligt und führte gemeinsam mit Nauheimer die Gruppe „Anyata". Nach dem Ende ihrer Tätigkeit im Showtanzbereich blieb sie dem Verein erhalten. Seit 2020 ist sie Abteilungsleiterin Gymnastik, seit Ende 2021 zusätzlich kommissarische Leiterin der Turnabteilung. Zudem leitet sie weiterhin eigene Kurse im Gymnastikbereich.

Jubilare 2025

70 Jahre: Engelbert Hammer, Franz-Josef Weifenbach.

60 Jahre: Maria Breckheimer, Harald Gareis, Mathias Lauck.

50 Jahre: Hedwig Alhof, Friedrich Anger, Stefan Schreiber.

40 Jahre: Kornelia Flörsheimer.

25 Jahre: Patricia Bertram, Werner Blisch, Renate Diehl, Steven Kitzinger, Angelika Kubicki, Dirk Leiser, Viktor Maffenbeier, Ulla Nauheimer, Kerstin Wuntke, Marvin Wuntke.

Jubilare 2026

60 Jahre: Manfred Elsener, Ludger Schader.

50 Jahre: Mario Anger, Thea Finger, Karl-Hans Guck, Reidun Jäger, Renate Kraft, Gudrun Losert, Markus Losert, Thomas Losert.

40 Jahre: Detlev Hofmann, Melanie Pagel, Benedikt Schader, Josef Stübing, Hans-Jürgen Wagner, Markus Wagner, Brigitte Wagner-Christmann.

25 Jahre: Ute Gier, Beate Hoffmann, Elzbieta Maslowski, Ingrid Orth, Nadja Schader.

Der Neujahrsempfang machte deutlich, dass die DJK Flörsheim von außergewöhnlicher personeller Kontinuität lebt. Die rund 1700 geehrten Mitgliedsjahre stehen nicht nur für sportliche Aktivität, sondern auch für ehrenamtliches Engagement, Verlässlichkeit und die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen – Eigenschaften, auf denen der Verein seit Jahrzehnten aufbaut.

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