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"Nach dem Ausbau ist vor dem Ausbau" Demo zum 8. Jahrestag der Inbetriebnahme der Landebahn Nordwest / Historie der Ausbreitung des Flughafens

Die BBI ruft anlässlich der sich zum achten Mal jährenden Inbetriebnahme der Landebahn Nordwest zur Teilnahme an der Montagsdemo am kommenden Montag im Terminal 1 auf.

Demo zum 8. Jahrestag der Inbetriebnahme der Landebahn Nordwest / Historie der Ausbreitung des Flughafens

Am 21. Oktober 2019 jährt sich die Eröffnung der Landebahn Nordwest zum achten Mal. Das Bündnis der Bürgerinitiativen (BBI) nimmt dieses "Jubiläum" zum Anlass, die aus ihrer Sicht "krakenhafte Ausbreitung des Flughafens bis hinein in Wohngegenden" für jedermann anschaulich zu machen.

Die Entwicklung am heutigen Standort begann 1934 mit der Rodung eines 600 Hektar großen Teils des Frankfurter Stadtwalds, um für den bisher am Rebstock-Gelände gelegenen Flugplatz Raum für die weitere Entwicklung zu schaffen. Der neue "Flug- und Luftschiffhafen Rhein-Main" wurde im Juli 1936 eröffnet. Nach Kriegsbeginn verließen alle ausländischen Fluggesellschaften Frankfurt, der Flughafen wurde der Luftwaffe unterstellt. In dem 1944 existierenden KZ-Außenlager Walldorf verrichteten jüdische Zwangsarbeiterinnen Bauarbeiten für den Flughafen, der im Dienst der Luftwaffe stand. Im März 1945 sprengten Truppen der Wehrmacht Gebäude und Betriebseinrichtungen.

Nach Kriegsende haben die Amerikaner die zerstörte Landebahn wieder in Betrieb genommen und ihre Airbase errichtet. Der Frankfurter Flughafen war einer der Ausgangspunkte für die Berliner Luftbrücke. Im Dezember 1949 ging bereits eine zweite Landebahn in Betrieb. Die aufkommenden Jet-Flugzeuge und der stetig wachsende Luftverkehr (Passagiere und Luftfracht) führten immer wieder zu Verlängerungen der Landebahnen, zum Bau des Terminals 1, der Startbahn West, der A380-Werft und des Cargo-Zentrums Süd.

"Krakenartiges Wachstum"

"Stets waren die Bautätigkeiten mit Raubbau am Bannwald verbunden", stellt das BBI in diesem Zusammenhang fest. "Das Terminal 2 schaffte Raum für weitere Expansionen, reichte aber immer noch nicht für die schier grenzenlosen Wachstumspläne der Luftverkehrswirtschaft." 2011 weitete der Flughafen mit einer Landebahn sein Gebiet nach Nordwesten aus und errichtet derzeit im Süden auf dem ehemaligen Airbasegelände das Terminal 3. "Wieder fielen riesige Waldflächen dem Moloch zum Opfer und der Flughafen rückt unerträglich nah an Wohngebiete heran", heißt es in einer BBI-Pressemitteilung.

„Petra Schmidt von der Bürgerinitiative Mörfelden-Walldorf wird die Geschichte des Flughafens kritisch beleuchten und sein krakenartige Wachstum anschaulich machen“, so der BBI-Sprecher Thomas Scheffler. „Die Flughafenausdehnung ist ein Lehrstück für ungebremstes Wachstum im alleinigen Wirtschaftsinteresse mit Unterstützung einiger Politiker (zum Beispiel Holger Börner und Roland Koch). Auch die derzeitige Politik ist nicht bereit, dieser Fehlentwicklung ein Ende zu bereiten. Unsere Warnung lautet: Nach dem Ausbau ist vor dem Ausbau! Welcher Lebensraum fällt demnächst dem Flughafen zum Opfer?“

Das Bündnis der Bürgerinitiativen ruft daher zur Teilnahme an der BBI-Montagsdemonstration am 21. Oktober, ab 18 Uhr, am gewohnten Ort im Terminal 1 auf.

Zuvor findet ab 16 Uhr in Frankfurt, Römerberg, die Demonstration „8 Jahre Nordwestbahn“ statt.

Das „Bündnis der Bürgerinitiativen - Kein Flughafenausbau - Für ein Nachtflugverbot von 22 bis 6 Uhr“, kurz: BBI, ist ein Zusammenschluss von mehr als 80 Initiativen.

Zu den gemeinsamen Zielen gehört die Verhinderung des Ausbaus des Frankfurter Flughafens und anderer Flughäfen in der Region. Das BBI lehnt deshalb die Errichtung des Terminals 3 ab. Des Weiteren setzt sich das Bündnis für die Schaffung von nächtlicher Ruhe durch ein absolutes Nachtflugverbot von 22 bis 6 Uhr sowie von rechtlich einklagbaren Grenzen der Belastung für die Bürgerinnen und Bürger ein. Das BBI fordert zudem eine verursachergerechte Zuordnung von Kosten auf die Luftverkehrsindustrie und den Stopp der Subventionen. Ziel ist auch die Verringerung der Flugbewegungen auf maximal 380.000 pro Jahr und die Reduzierung der bestehenden Belastungen durch Fluglärm, Luftverschmutzung und Bodenverbrauch durch Flugverkehr im Rhein-Main-Gebiet. Die zentrale Forderung aber lautet: Stilllegung der Landebahn Nordwest.

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