Es ist nicht gerade selten, dass in den Flörsheimer Gremien über Themen diskutiert wird, bei denen am Ende Beschlüsse stehen, die aber nicht unbedingt mit der Umsetzung des Antragstextes enden müssen. In diesem Fall geht es weniger um ein widerspenstiges oder gemütliches Verwaltungshandeln, sondern um Zuständigkeiten. Die wichtigsten Straße in einer Stadt etwa sind in der Regel keine Kommunalstraßen, sondern als Land- oder Bundesstraße in der Verantwortung der jeweiligen Ebene.
So war es nun auch beim einzigen Fraktionsantrag in der jüngsten Sitzung des Ortsbeirates Stadtmitte. Inhaltlich hatten die Freien Bürger die anderen Fraktionen schnell von ihrem Anliegen überzeugt, die beiden Radwegzu- und abfahrten zur Opel-Brücke am verlängerten Bachweg (aus Richtung Rüsselsheim) sowie an der Liebigstraße (in Richtung Rüsselsheim) sicherer zu gestalten als es sich derzeit darstellt.
dfb-Vertreter Jürgen Winnik berichtete von einer Vielzahl von Beinahe-Karrambolagen zwischen sich auf den steilem Wegen begegnenden Radfahrerinnen und Radfahrern. Es habe auch schon Unfälle gegeben, die aber „leider nicht in die Statistik aufgenommen wurden“, heißt es in der Begründung sogar. Dabei gibt es vor allem eine kritische Stelle je Auf/Abfahrt: die ziemlich spitze Kehrtwende, die auf beiden Wegen zu finden ist. Da sehen weder hoch- noch hinunterfahrende Radler, was hinter der Kurve los ist, so kann es auch nicht verwundern, dass es schnell kritisch wird, wenn auch nur eine Partei nicht mit äußerster Vorsicht unterwegs ist.
Der Magistrat solle beauftragt werden, „die Möglichkeiten einer Verkehrssicherheitserhöhung für Radfahrer sowie Fußgänger im Bereich der Abfahrt Brücke Richtung Liebigstraße aus Rüsselsheim sowie die zweite zur Verlängerung Bachweg zu prüfen und umzusetzen“, formulieren die Freien Bürger in ihrem Antrag. Auch die Einmündung von der Abfahrt am Bachweg ist durch die fehlenden Absperrbügel, die an der Liebigstraße die herabkommenden Radler zum Langsamfahren zwingen, ein gefährlicher Punkt.
Naheliegende Vorschläge lieferte die Fraktion gleich mit: Sie verweist auf das Positivbeispiel Unterführung Wickerer Straße, wo eine Markierung die Fahrbahn aufteilt in Spuren für beide Richtungen. Auch einen Spiegel gegenüber den Spitzkurven anzubringen wäre hilfreich, um entgegenkommenden Verkehr frühzeitig zu erkennen. Zu Fuße der Rampe am verlängerten Bachweg könnten auch Poller anstelle der Gestänge ihre Wirkung tun.
Das Problem bei der ganzen Geschichte: Die Radwege gehören zum Bauwerk Opelbrücke, die als B519 firmiert und somit – da der Bund das Management seiner Straßen an die jeweiligen Landesbehörden überträgt – in der Zuständigkeit von Hessen Mobil liegt. Die Stadt, stellte Bürgermeister Bernd Blisch daher klar, könne die Bitte des Ortsbeirates lediglich weitergeben, die Umsetzung müsse durch die Landesbehörde erfolgen.
Grundsätzliche Unterstützung gab es für den Antrag von den anderen Fraktionen, allerdings mit gewissen Abweichungen. Die nach ihren Austritt aus der GALF-Fraktion nunmehr fraktionslose Carola Gottas empfahl Hessen Mobil zu empfehlen, sich die Radwege anzusehen. Sie empfahl zudem einen Rückschnitt des Grüns in dem Bereich, um die Sichtbarkeit zu verbessern. Auch Ortsvorsteher Jens Weckbach unterstützte den Antrag, Frank Wolters (GALF) empfahl eine kinderfreundliche Beschilderung und verwies wie Winnik auf das Beispiel Unterführung Wickerer Straße.


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