Als Michael Wipfler, der 1. Vorsitzende der Krifteler Kerbegesellschaft, am Samstagnachmittag das Lindenblütenfest offiziell für eröffnet erklärte, blickte er noch ein wenig bangend auf die Wettervorhersage: Da schienen noch Regenschauer ab 22 Uhr im Bereich des Möglichen. Zum Glück kam es letztendlich nicht so, und die Massen auf den Straßen konnten bis in die Nacht hinein feiern, während maximal die Kehlen der Festbesucherinnen und -besucher nass wurden - und das natürlich freiwillig.
Zuvor hatte der Männerchor des Gesangverein Liederkranz Kriftel bereits die inoffizielle Krifteler Hymne „Seh ich zwei Türme ragen" von Elisabeth Stenmanns vorgetragen. Kurt Mitternacht vom Liederkranz gab noch zu Protokoll, dass dieses Lied nun auch schon 36 Jahre alt ist, es entstand nämlich zur 1200-Jahr-Feier der Gemeinde im Jahre 1990. Bis zur 1250-Jahr-Feier sind es also nur noch 14 Jahre - und Mitternacht hofft, dass alle Anwesenden dieses Jubiläum noch erleben und gemeinsam feierlich begehen werden.
Ein krankheitsbedingter Ausfall war in diesem Jahr bei den Eröffnungsfeierlichkeiten zu verzeichnen: Die Böllerschützen konnten aus gesundheitlichen Gründen diesmal das Fest nicht mit einem lauten Knall eröffnen. Nächstes Jahr will die Truppe jedoch unbedingt wieder die Tradition fortführen, richtete Michael Wipfler aus.
Heiße Spezialitäten und kühle Getränke
Los ging es wieder bereits ab 15 Uhr, zwei Stunden vor dem großen Fassanstich. Viele Bürgerinnen und Bürger nutzten die Gelegenheit vor dem ganz großen Andrang am Abend, um gemütlich über die Festmeile zu schlendern und schon einmal das erneut große Angebot an Leckereien und Spezialitäten zu begutachten. Der Tageszeit entsprechend konnte man Iced Coffee genießen, an mehreren Ständen wurden leckere Crêpes angeboten
Auch an Herzhaftem herrschte freilich kein Mangel: Von regionalen Wildspezialitäten über Kartoffeltwister, Langos und Prager Saftschinken bis hin natürlich zu Spießbraten und Bratwurst direkt am Lindeneck. Und egal, ob am Stand der Kerbeborsch vor dem Rat- und Bürgerhaus oder am Ende der Bahnhofstraße am Eisgrub-Bierwagen der TuS-Handballer: Natürlich musste bei diesem Fest niemand durstig bleiben.
Das galt auch für die jugendlichen Besucherinnen und Besucher, die am Samstagabend vor allem direkt neben des eigentlichen Festareals ihr "Hauptquartier" aufgeschlagen hatten. Während sich das erwachsene Publikum lieber direkt vor den Bühnen an der Live-Musik erfreute und die Angebote der Standbetreiber annahm, hielten sich die jüngeren Semester vornehmlich zwischen den mit Wasser gefüllten Indutainern am Festrand und der Galeriepassage auf, oder glühten dort zumindest ausführlich vor. Das hinterließ auch Spuren: Im Gegensatz zum eigentlichen Bereich des Lindenblütenfestes wurden dort viele mitgebrachte Flaschen zerschlagen, und auch am Sonntag musste man sich dort noch vor Glasscherben in Acht nehmen. Nicht zuletzt auch für dort lebende Hundebesitzer eine zusätzliche Herausforderung bei Gassigängen.
Doch zurück zum Festangebot: Nicht alle der über 60 Stände hatten sich auf Speisen und Getränke spezialisiert: Manch einer bot Kleidung, Stofftiere oder sonstige Accessoires an, man konnte sich vorübergehend mit einem Airbrush Tattoo "verschönern" lassen, es gab eine Wurfbude und ein Kinderkarussell.
Wohl dem Anbieter übrigens, der am Samstagabend auch Kartenzahlung akzeptierte: Die Krifteler Filiale der Taunus Sparkasse wird ja seit dem 1. Juni renoviert und ist damit samt Geldautomat geschlossen. Und der Geldausgabeautomat der zweiten Sparkasse in der Frankfurter Straße, der Naspa, spuckte ausgerechnet an diesem Abend ebenfalls kein Bargeld aus. Das schränkte die spontane Bargeldverfügbarkeit für Festbesucher natürlich durchaus ein.
Livemusik und gute Laune
Aber auch dieser Umstand war letztendlich kein Hindernis für ein rundum gelungenes Lindenblütenfest. Am Samstagabend spiele auf der großen Bühne am Lindeneck die altbekannte und beliebte Kult-Coverband CNO LIVE groß auf, während auf der kleinen Bühne am Ende der Bahnhofstraße die Band Dynamite ebenfalls energiegeladene Live-Musik präsentierte.
Am Sonntag bot die hiesige CDU ab 11 Uhr wieder ein Weisswurst-Frühstück an, während .CRS Acoustic-Musik vom Feinsten darbot. Und ab 15 Uhr heizten mit den Old Beer Devils auf der großen Bühne waschechte Stammgäste des Lindenblütenfests mit fetzigem Rock'n'Roll den Festbesuchern ein. In der Bahnhofstraße trat zeitgleich die Rabenauer Hüttenpower auf und verbreitete nochmal echte Partystimmung, bis das Fest dann am Abend so langsam zu Ende ging.




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