"Federalarm" holt den Sieg auf dem Main

Sechs Mannschaften und mehr als 130 Aktive beim Drachenbootcup des Flörsheimer Rudervereins –

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Trommelschläge hallten über das Wasser, am Ufer wurde angefeuert und auf dem Main kämpften dicht besetzte Drachenboote um Sekunden. Beim Drachenbootcup des Flörsheimer Rudervereins war am Samstag einiges los. Zahlreiche Besucher verfolgten die Rennen, sechs Mannschaften mit mehr als 130 Aktiven gingen an den Start. Zwischen dem ältesten und dem jüngsten Teilnehmer lagen dabei fast acht Jahrzehnte.

Bernd Zürn von den BUNDe-Drachen ist Jahrgang 1938, der jüngste Paddler saß mit gerade einmal zehn Jahren im Boot der T.O.M. Dragons. Beim Drachenbootfahren spielte dieser Unterschied kaum eine Rolle. Entscheidend ist nicht die Kraft des Einzelnen, sondern dass mehr als 20 Menschen möglichst gleichzeitig ihre Paddel einsetzen und einen gemeinsamen Rhythmus finden.

„Dass zwischen unserem jüngsten und ältesten Teilnehmer fast acht Jahrzehnte liegen und beide beim selben Wettbewerb aufs Wasser gehen, zeigt ziemlich gut, was diesen Sport ausmacht“, sagt Vorstandsmitglied Ute Dörr. „Im Drachenboot können ganz unterschiedliche Generationen gemeinsam etwas erreichen.“

Jeweils 22 bis 23 Mitglieder gehörten zu den Teams. Während auf dem Wasser um Sekunden gekämpft wurde, feuerten die Zuschauer am Ufer die Mannschaften an. Durch den Renntag führte Moderator Olaf Wagner, der die Besucher über die Rennen und das Geschehen auf dem Main auf dem Laufenden hielt.

Den besten Rhythmus fand das Team "Peter Kohl - Federalarm". Das von Patricia Kohl angeführte Team sicherte sich den Gesamtsieg. In der Mannschaft saßen Teilnehmer aus sieben Nationen gemeinsam im Boot – passend zu dem Gedanken, den das Team selbst mit seiner Teilnahme verbindet: Unterschiedliche Menschen können nur gemeinsam das Boot in Bewegung setzen. Als Sieger durfte sich Federalarm über einen von Bootshaus-Inhaber Lutz Hagemann gestifteten All-you-can-eat-BBQ-Rippchenabend im Bootshaus freuen.

Die "BUNDe-Drachen" um Teamkapitän Jürgen Krichbaum paddelten auf Rang zwei. Die Mannschaft des Flörsheimer BUND-Ortsverbandes trat gemeinsam mit Freunden an und versteht sich selbst als „bunter Haufen“. Als Preis gab es einen Restaurant-Gutschein im Wert von 220 Euro.

Den dritten Platz belegten die "KAB-Weihwasserpiraten" um Teamkapitänin Ilka Wittmann. Das Team vereinte erfahrene Paddler mit neuen Gesichtern. Mit an Bord waren unter anderem Mitglieder des neu formierten Männerballetts der KAB. Für sie hieß es an diesem Tag: Bühne gegen Paddel tauschen und das Taktgefühl aus der Fastnacht auf das Wasser übertragen. Belohnt wurde Rang drei mit Eis.

Vierter wurden die "T.O.M. Dragons". Teamkapitän Robin Stirne organisierte die Mannschaft, Hannah Wagner gab an der Trommel den Takt vor und auch Geschäftsführer Tim Göhlich griff selbst zum Paddel. Hinter dem Team steht T.O.M. – Technisches Oberflächenmanagement, das dem Flörsheimer Ruderverein seit längerem verbunden ist. Das Unternehmen unterstützte unter anderem die Anschaffung eines neuen Drachenbootes. Für die T.O.M. Dragons war es nach ihrer Premiere im vergangenen Jahr bereits der zweite Start beim Flörsheimer Cup.

Die "Intergalaktischen DonnerGirlies" um Kapitän Tobias Schönau und der "Ranzendampfer" mit Tina Weber, Sebastian Wann und Andreas Blum komplettierten das Starterfeld. Während die DonnerGirlies ihren Schlachtruf mit einem kräftigen „Uuuuuaaaa“ beendeten, hielt es der Ranzendampfer mit dem selbstbewussten Motto: „Wo wir sind, ist vorne!“

Für Vorstandsmitglied Alexander Stirne gehört der sportliche Ehrgeiz zum Cup, steht aber nicht allein im Mittelpunkt. „Natürlich will jede Mannschaft möglichst schnell ins Ziel. Aber am Ende geht es genauso darum, gemeinsam einen guten Tag auf dem Wasser zu haben und vielleicht Menschen für diesen Sport zu begeistern, die vorher noch nie in einem Drachenboot gesessen haben.“

Der Flörsheimer Drachenbootcup wurde 2008 zum 100-jährigen Bestehen des Rudervereins erstmals ausgetragen. Die Corona-Pandemie brachte die Entwicklung ins Stocken: 2020 und 2021 fiel die Veranstaltung aus, 2022 folgte eine „Drachenboot-Gaudi“, 2023 ein Fun-Event. Nach einer erneuten Pause 2024 kehrte der Cup 2025 mit einem Nachtrennen zurück.

„Nach Corona konnten wir nicht einfach dort weitermachen, wo wir vorher aufgehört hatten“, sagt der 1. Vorsitzende Ludger Schader. „Solche Veranstaltungen wieder aufzubauen, kostet viel ehrenamtliche Arbeit. Deshalb freut es uns umso mehr, wenn sich Teams finden und wieder Leben auf das Wasser kommt.“ Der Verein möchte mit dem Cup ausdrücklich auch Einsteiger für den Wassersport begeistern. „Einfach mal reinschnuppern, einfach mal ausprobieren“, lautet die Einladung.

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