Tankrabatt führte zu Verkehrschaos

Besonders günstige Benzinpreise am 1. Oktober in Kriftel und Hattersheim

Foto: mpk
Die Einführung des Tankrabatts führte am 1. Oktober zunächst zu Benzinpreisen, wie man sie schon lange nicht mehr erlebt hatte, wie hier um 8.30 Uhr in Hattersheim.
Die Einführung des Tankrabatts führte am 1. Oktober zunächst zu Benzinpreisen, wie man sie schon lange nicht mehr erlebt hatte, wie hier um 8.30 Uhr in Hattersheim.

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Ein Blick in die Benzinpreisvergleichs-App zeigte letzte Woche schon am frühen Donnerstagmorgen an, dass die Einführung des neuen Tankrabatts zum 1. Oktober auch praktische Auswirkungen hatte. So war kurz nach Mitternacht der Liter Super E5 an den Hattersheimer SB-Tankstellen tatsächlich für 1,979 Euro zu bekommen.

Und das sollte sich nicht einmal als Tiefstpreis entpuppen: Am folgenden Morgen sanken die Preise in Hattersheim auf (für aktuelle Verhältnisse) gar auf schmale 1,929 Euro. Dass sich dieser akute Preissturz schnell herumgesprochen hatte, war auf den Straßen nicht zu übersehen: Gegen 8.30 Uhr reichte die Schlange an der Globus-SB-Tankstelle in Hattersheim bis zur Autobahnabfahrt nach Frankfurt. Und auch die Express-Automatentankstelle verursachte einen kleinen Stau in der Hofheimer Straße.

Diese Preise waren regional auffallend niedrig: In Frankfurt fiel zeitgleich der Literpreis für E10 nirgendwo unter 2,019 Euro, und auch in Wiesbaden wurde die Zwei-Euro-Marke mit 1,999 Euro nur minimal unterschritten.

Natürlich war auch den Autofahrern an diesem Tag bewusst, dass die 12-Uhr-Marke näher rückte. Nach wie vor ist dies Tag für Tag der letzte Zeitpunkt, zu dem Tankstellen ihre Preise erhöhen dürfen.

Wer um 11.30 Uhr aus der Gemeinde Kriftel Richtung A66 aufbrechen wollte, hatte deshalb ein Problem: In der Frankfurter Straße hatte sich ein langer Stau bis ins Zentrum der Gemeinde entwickelt, der erst kurz vor dem Rat- und Bürgerhaus endete. Auch an der dortigen Total-Tankstelle lag der Preis für den Liter E5 mit 1,94 Euro erstaunlich niedrig. Die Ordnungspolizei unternahm ihr Möglichstes, um das Verkehrschaos abzumildern.

Wer dann dachte, durch das Krifteler Industriegebiet eben in Richtung Hattersheim auf die Autobahn gelangen zu können, sah sich erneut getäuscht: Dort reichte der Stau vor den Zapfsäulen mittlerweile bis zur Kreuzung Hattersheimer Straße / Gutenbergstraße.

So blieb nur noch ein Ausweg, um staufrei auf die A66 zu gelangen: Über den Schmelzweg, die Hofheimer Elisabethenstraße und schließlich die L 3018. Der Grund: In Hofheim waren die Benzinpreise an der Aral-Tankstelle nahe des Polizeireviers nicht annähernd so günstig, der Liter E5 kostete dort nie unter 2,08 Euro - ein Kurs, der nicht dazu taugte einen Stau zu provozieren.

Nach 12 Uhr war der Spuk dann wieder vorbei und der größte Effekt des Tankrabatts passé: Die Preise wurden überall wieder um 15 bis 20 Cent angehoben. Zuvor konnte der ADAC bundesweit um 8 Uhr noch für den Kraftstoff E10 einen Durchschnittspreis von 2,062 Euro feststellen - immerhin 0,145 Euro billiger als am Vortag zur selben Uhrzeit.

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