Lange schon fragen sich die Flörsheimerinnen und Flörsheimer, nicht nur die, die an die katholische Kirchengemeinde gebunden sind, wie es weitergeht mit dem als Veranstaltungsraum gesperrten Gemeindehaus auf dem Gallusplatz. Aufkommende Fragen über eine mögliche Aufgabe des Sanierungsfalls konnte die Gemeinde St. Teresa am Main lange nicht beantworten. Unbefriedigend, aber letztlich hängt das Immobilienmanagement weniger von den Wünschen und Ideen der Kirchgemeinde vor Ort ab, sondern von den finanziellen und organisatorischen Rahmenbedingungen, die das Bistum vorgibt.
Was die Pfarrei selbst für den vernünftigsten Umgang mit ihren Immobilien hält – die Frage drängt bei weitem nicht nur beim Galluszentrum – hat eine zu diesem Zweck eingerichtete Arbeitsgruppe mit Vertreterinnen und Vertretern aus allen sechs Kirchorten herausgearbeitet. Sie analysierte im Rahmen des Bistumsprogramms „Kirchliche Immobilien Strategie“ (KIS) die Situation im Pfarreibereich und präsentierte nun Ende Februar in einer internen Veranstaltung den Gremienmitgliedern und Teams die Ergebnisse. Demnach soll es in Bezug auf das Galluszentrum so kommen, wie es sich unter den Vorgaben abzeichnete: Es soll „zeitnah aufgegeben und veräußert werden“.
Bei der KIS geht es laut Bistum um die – und das war dann auch die Zielvorgabe für die Flörsheimer und Hochheimer Gemeinde – „Sicherung des dauerhaft notwendigen Immobilienbestandes“, dies unter „pastoralen, wirtschaftlichen, personellen und ökologischen Gesichtspunkten“. Da dabei ein Fokus auf die demografische Entwicklung gelegt werden soll, liegt es nahe, wohin der Weg gehen soll, nämlich sich von Immobilien zu trennen, die in Zukunft durch den absehbaren Verlust der „damit verbundenen finanziellen und personellen Leistungsfähigkeit der Kirchengemeinden und des Bistums“ zu teuer wären.
„In einem mehrjährigen Prozess wurden alle Gebäude der Pfarrei systematisch erfasst, bewertet und hinsichtlich ihrer zukünftigen Nutzung eingeordnet“, erläutert die Pfarrei das Vorgehen. Es geht um 30 Gebäude, die sich an den sechs Kirchorten finden. Neben den Kirchen gehören die Gemeindehäuser, Pfarrhäuser und Kapellen dazu. Aber Pfarreien besitzen mitunter auch Wohngebäude und betreiben Kindertagesstätten.
Wer Immobilien besitzt, muss sie instand halten und das dafür nötige Geld aufbringen. Dabei geht es nicht um Taschengeld. „Alleine für die kommenden zehn Jahre wird der bauliche Investitionsbedarf auf mehr als elf Millionen Euro geschätzt“, gibt die Pfarrei bekannt.
Um zu einer Entscheidung zu kommen, ordnete die Arbeitsgruppe letztlich 26 der 30 Immobilien in eine von vier Kategorien ein – die vier Kitagebäude blieben wegen ihrer öffentlichen Aufgabenstellung außen vor. Nur Gebäude mit dem Label „A“ werden von der Pfarrei als „langfristig notwendig“ eingeordnet und sollen unbedingt erhalten bleiben. Diese Einordnung erhielten zwölf der Gebäude, darunter alle Kirchengebäude, in Weilbach zudem das Kita- und Gemeindezentrum, in Wicker das Gemeindehaus. Ebenfalls ein „A“ erhielten in Flörsheim das Pfarrhaus mit dem zentralen Pfarrbüro und das Pfarrhaus St. Josef. Aber: Die Kirche St. Josef wird künftig keine Kirche mehr sein, sondern neuer Standort des Gemeindezentrums der Standorte in der Stadt Flörsheim.
Drei Gebäude wurden der Kategorie B zugeordnet und gelten damit als „nicht unbedingt notwendig“: Das sind die Kriegergedächtniskapelle sowie die Christkönigskapelle in der Flörsheimer Altstadt. Diese Immobilien könnten „bei entsprechendem Engagement vor Ort weiterhin genutzt werden“. Das dürfte heißen, dass es zum Erhalt notwendige Mittel nicht mehr aus der Schatulle der Pfarrei geben wird.
Das Galluszentrum erhielt, wie eingangs angedeutet, die Einordnung „D“: Das sind die Gebäude, die „perspektivisch aufgegeben oder veräußert“ werden sollen. Die Pfarrei gibt in Flörsheim „perspektivisch“ demnach aber auch das Gelände in der Grabenstraße mit der Sozialstation, das Gelände der Kita St. Michael (bei Erhalt der Trägerschaft) sowie das Wohngebäude am Standort St. Josef auf. In Wicker und Weilbach wurden beide Pfarrhäuser dieser Kategorie zugeordnet.
Der Pfarrstandort St. Teresa verfügt aber auch über drei Gebäude der weiteren Kategorie „E“, die jene Gebäude bezeichnen, die über eine „besondere Funktion“, etwa „als Renditeobjekt oder aufgrund rechtlicher Besonderheiten“ aus dem Raster fallen. In Flörsheim ist dies alleine das Wohngebäude in der Weilbacher Brahmstraße als „wirtschaftlich tragfähiges Renditeobjekt“.
Soweit die Vorstellungen der Arbeitsgruppe, auf die vier Flörsheimer Standorte bezogen. Es wird sich nun zeigen, ob die Liste in den Standorten so hingenommen wird oder eine Diskussion entsteht. Die ist besonders um die Aufgabe von St. Josef als Kirche vorstellbar, die wenn auch kleine Teilgemeinde hängt bekanntlich an ihrem Kirchort. Das Konzept werde nun „weiter beraten“, betont die Pfarrei. Noch vor der Sommerpause allerdings soll die endgültige Beschlussfassung folgen.


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