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Große Bühne für das Ehrenamt

Tag der Deutschen Einheit: Flörsheimer Bürgerinnen und Bürger bei Empfang für ihr Engagement geehrt

Viele verdiente Flörsheimerinnen und Flörsheimer wurden im Rahmen des Bürgerempfanges für ihre ehrenamtlichen Leistungen gewürdigt.
(Fotos: R. Dörhöfer)

 

FLÖRSHEIM (drh) – Im Rahmen des Bürgerempfanges zum Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober in der Stadthalle würdigte die Stadt Flörsheim ehrenamtliches Engagement unter anderem mit der Bürgermedaille. Bürgermeister Michael Antenbrink überreichte zusammen mit Stadtverordnetenvorsteher Steffen Bonk nach den Festreden die Auszeichnungen an verdiente Ehrenamtler für ihre besonderen Leistungen.

Eine Bürgermedaille in Bronze erhielt Volker Draisbach, der nach nahezu 20-jähriger Tätigkeit als Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr vom Amt des Wehrführers zurückgetreten ist. Zuvor übte er bereits zwei Jahre das Amt des Stellvertretenen Wehrführers aus. Mit der Verleihung der Bürgermedaille werden die Verdienste für den Brand- und Katastrophenschutz gewürdigt.

In Silber ging die Auszeichnung an Lore Fieber, die seit 1993 im Vorstand des Freundeskreises Pérols-Flörsheim wirkt. Zunächst als Beisitzerin, dann Schriftführerin und Zweite Vorsitzende, bis sie im Mai 2010 Dr. Dieter Janzen als Erste Vorsitzende des Freundeskreises ablöste.

Eine goldene Bürgermedaille überreichte der Rathauschef Engelbert Kohl. Engelbert Kohl gehört seit 1970 dem Vorstand der Katholischen Arbeitnehmer Bewegung Flörsheim (KAB) an. Seit 1976, seit mehr als 40 Jahren, ist er deren Vorsitzender. Auch auf Ebene des Diözesanverbandes hat Kohl Verantwortung übernommen und zahlreiche Ämter ausgeübt. Neben seinem Engagement in der KAB bringt Engelbert Kohl sich seit vielen Jahren aktiv in der katholischen Kirchengemeinde St. Gallus ein. Unter anderem trug er Verantwortung für den damaligen Neubau des Pfarrhauses und des Gemeindezentrums. Seit Jahrzehnten nimmt Kohl den Lektoren- und Kommunionhelferdienst wahr. Von 2000 bis 2006 war Engelbert Kohl stellvertretender Vorsitzender des Flörsheimer Vereinsrings. Auch in seiner Funktion als Nikolaus auf dem Flörsheimer Weihnachtsmarkt ist er vielen in Erinnerung.

Stellvertretend für seinen Vater Gustav Niedermeier nahm Sohn Erik Niedermeier eine goldene Bürgermedaille in Empfang. Gustav Niedermeier war 42 Jahre ehrenamtlich für das Wickerer Ortsgericht tätig. 1975 wurde er zum Schöffen ernannt, 1985 erfolgte die Ernennung zum stellvertretenden Ortsgerichtsvorsteher. Dieses Amt übte Niedermeier bis zu seiner Ernennung zum Ortsgerichtsvorsteher im Jahr 1996 aus. Im März dieses Jahres wurde Gustav Niedermeier aus dem Amt verabschiedet.

Dank und Anerkennung wurden dem Riedschullehrer Henning Schütz sowie Friedrich Anger mit Urkunden als Würdigung ausgesprochen. Henning Schütz leitet den Schulchor der Riedschule mit sehr großem Engagement. Alljährlich nimmt der Chor am Kinderfastnachtsumzug teil, er besucht die Altenpflegeheime der Stadt und erfreut die Bewohnerinnen und Bewohner mit musikalischen Beiträgen. Zusammen mit der Flöten AG veranstaltet Henning Schütz seit vielen Jahren in der Adventszeit ein Konzert für die Eltern der Riedschüler in der evangelischen Kirche.

Auch Friedrich Anger hat musikalische Talente und gibt seit vielen Jahren im Rahmen der Hospizhelfer-Zertifikatsübergaben des Hospizvereins Lebensbrücke kleine Konzerte. Zugunsten des Hospizvereins lud Anger auch schon zu größeren Konzerten in die St. Gallus-Kirche. Seiner Frau ist er jedes Jahr ab August beim Packen von rund 400 Weihnachtspäckchen für den guten Zweck behilflich. Ferner begleitet Friedrich Anger Gottesdienste in der Kapelle des Marienkrankenhauses.

Der Preis für bürgerschaftliches Engagement ging in diesem Jahr in der Kategorie „Kultur“ an Werner Schiele. Werner Schiele beschäftigt sich seit vielen Jahren mit den Schicksalen der Flörsheimer Juden. In seinen Büchern „Juden in Flörsheim“ (erschienen 1999) und „Zugfahrten in den Tod“ (erschienen 2016) zeichnet er die Schicksale Flörsheimer Juden während der NS-Zeit nach. In der Broschüre „An der Front der Freiheit“ (erschienen 2002) beschreibt er das Leben Jakob Altmaiers (Flörsheimer Ehrenbürger und ehemaliger Bundestagsabgeordneter) für die Demokratie. Zum 90-jährigen Jubiläum der Flörsheimer SPD erschien 1988 das Buch „Auf roten Spuren“, die Geschichte der Sozialdemokratie in Flörsheim am Main. Ferner sind in mehreren Jahrbüchern des Main-Taunus-Kreises Beiträge von Werner Schiele zu finden.

In der Kategorie „Soziales“ ging der Preis an den Verein „Stern des Südens“, vertreten durch die Vorsitzende Lisette Schwarz, der in diesem Jahr sein zehnjähriges Bestehen feiern kann. Ziel des Vereins ist die Schaffung von besseren Bildungschancen für sozial benachteiligte Kinder in Deutschland und Brasilien. Im eigenen Vereinsheim erhalten Kinder im Alter zwischen 5 und 14 Jahren mehrmals in der Woche Deutschunterricht. Das Angebot richtet sich an alle Kinder, die Schwierigkeiten mit der deutschen Sprache haben. Ermöglicht werden die zahlreichen Projekte durch Geld- und Sachspenden sowie Benefizkonzerte.

Erstmalig wurden nicht mehr alle Schülerinnen und Schüler mit Bestnoten beim Schulabschluss ausgezeichnet, sondern nur ein von den jeweiligen Schulen vorgeschlagener Kandidat gewürdigt. So erhielt Hendrik Schuld als Abiturient des Graf-Stauffenberg-Gymnasium die mit 100 Euro dotierte Auszeichnung für sein außergewöhnliches Engagement im Bereich Musik. Henrik Schuld beherrscht verschiedene Musikinstrumente, mit denen er in mehreren Ensembles der Schule mitspielte. Zudem begleitete er verschiedene Theaterprojekte am Klavier. Seine vielseitigen musikalischen Fähigkeiten brachte er in das Musical „Solang hier stehet Stein auf Stein“ ein. Er arbeitete maßgeblich an den Kompositionen und Arrangements für das Musical mit, übernahm die Einübung der Gesangsstücke und begleitete auf dem Klavier. Zudem arbeitete er im Licht- und Tontechnikteam der Schule. 

Für die Sophie-Scholl-Schule nahm Lea Michelle Zenker die Auszeichnung in Empfang. Lea Michelle Zenker war zwei Jahre Schülervertreterin an der Sophie-Scholl-Schule. In dieser Zeit hat sie unter anderem einen Stand der Schule auf dem Flörsheimer Weihnachtsmarkt zugunsten der Clown-Doktoren organisiert und eine Rucksack-Spenden-Aktion an der Schule ins Leben gerufen. Die gespendeten Rucksäcke wurden an hilfsbedürftige Kinder weitergespendet.

Stadtverordnetenvorsteher Steffen Bonk hatte das Schlusswort des Bürgerempfanges zu sprechen. Im Hinblick auf die Worte Schäfer-Gümbels forderte auch er klare politische Sachentscheidungen ein. Persönliche Animositäten seien ebenso unangebracht wie ein Verstecken hinter Formalitäten. Jeder solle seine Position klar benennen dürfen, aber das Miteinander nicht aus dem Auge verlieren. „Bleiben wir im Gespräch miteinander“, so Bonk.

Die musikalische Gestaltung der Feierstunde lag in Händen des neuen Chores „inTakt“ der Wickerer Sängerlust. Der Festakt endete mit dem Singen der Nationalhymne und einem anschließenden Umtrunk.

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