Was haben ein Walhai mit Plastik im Bauch, selbst gemachte Samenbomben und ein Wettbewerb um den umweltfreundlichsten Weg zur Kita gemeinsam? In den Flörsheim Kolonnaden führten sie am Freitag beim Aktionstag zur Fairen Woche vor Augen, wie selbstverständlich sich schon kleine Kinder mit Nachhaltigkeit, fairem Handel und dem Schutz der Umwelt beschäftigen können.
Auf einer großen Stellwand präsentierten die Einrichtungen Fotos, Zeichnungen und kurze Texte aus ihren Projekten. Flörsheim verfügt inzwischen über vier städtische Einrichtungen mit der Auszeichnung „Faire Kita“: die Bunte Kiste in Wicker, die Kita Am Mainturm, die Kita Kunterbunt und seit Anfang des Jahres auch die Kita Sonnengarten. Zur Zertifizierung gehören unter anderem die dauerhafte Verwendung fair gehandelter Produkte sowie kontinuierliche Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit zu fairem Handel und globalem Handeln.
Wie unterschiedlich diese Arbeit aussehen kann, zeigte die Ausstellung. Die Kita Am Mainturm stellte ihr Projekt „Das große Krabbeln“ vor. Die Kinder beschäftigten sich mit Insekten, suchten Tiere, sammelten Müll und erfuhren, welche Bedeutung die kleinen Krabbeler für Pflanzen, Böden und andere Tiere haben.
Bei derKita Kunterbunt standen dagegen Müll und seine Folgen im Mittelpunkt. Die Kinder befassten sich mit Mülltrennung, Recycling und Mikroplastik, schöpften selbst Papier und gestalteten einen großen Walhai, dessen Bauch voller Plastikmüll steckt. So wurde anschaulich, welche Folgen Kunststoff in den Meeren haben kann.
Die Bunte Kiste in Wicker rückte die Welt der Bienen in den Mittelpunkt. Die Kinder besuchten eine Imkerin, warfen einen Blick in einen Bienenstock und stellten Samenbomben her. Geschichten, Bastelangebote und „Bienen-Yoga“ ergänzten das Projekt. Die Bunte Kiste war 2020 die erste städtische Kita in Flörsheim, die als „Faire Kita“ ausgezeichnet wurde.
Die Kita Sonnengarten zeigt derweil, dass Nachhaltigkeit oft mit kleinen Dingen beginnt. Gebrauchtes Spielzeug wandert in die Tauschkiste statt in den Müll, alte Joghurtbecher werden zu Blumentöpfen für Wildblumen, Kaffee, Kakao und Saft stammen aus fairem Handel. Selbst der morgendliche Weg zur Kita spielt eine Rolle: Beim Wettbewerb um den „Goldenen Fuß“ wird zweimal jährlich die Gruppe ausgezeichnet, in der die meisten Kinder ohne Auto zur Kita gebracht werden.
Der Aktionstag knüpfte zugleich an eine Zusammenarbeit an, die in Flörsheim längst über einzelne Termine hinausgeht. Bereits in den vergangenen Jahren waren die Kolonnaden wiederholt Schauplatz von Fairtrade-Aktionen. 2025 war dort beispielsweise im September eine Fotoausstellung von Fairtrade Deutschland zu sehen. Ursula Ewen, Center-Managerin der Flörsheim Kolonnaden, begleitete den Aktionstag vor Ort. Das Centermanagement der Kolonnaden gehört zur Fairtrade-Steuerungsgruppe der Stadt. Dort arbeiten neben der Stadtverwaltung und dem Centermanagement unter anderem der Eine-Welt-Kreis, der Handwerker- und Gewerbeverein, der BUND, die Kolpingfamilie, das Naturschutzhaus Weilbacher Kiesgruben, die Foodsharing-Initiative und weitere örtliche Akteure zusammen.
Ansprechpartnerin bei der Stadt ist Semah Güven. Flörsheim trägt seit 2019 den Titel Fairtrade-Town und wurde zuletzt 2025 rezertifiziert. Die Steuerungsgruppe sei ausdrücklich offen für weitere Mitstreiter, betont Güven. Interessierte Bürgerinnen und Bürger, die sich für fairen Handel engagieren oder eigene Ideen einbringen möchten, seien willkommen. Sie freue sich über jeden, der die Arbeit der Gruppe unterstützen wolle. Kontakt ist unter semah.gueven[at]floersheim-main[dot]de sowie über fairtrade[at]floersheim-main[dot]de möglich.
Mit dem Aktionstag in den Kolonnaden ist das Flörsheimer Programm noch nicht beendet. Bis diesen Freitag (25.) folgt im Mehrgenerationentreff am Rathausplatz die Kleidertauschbörse zur Kampagne „Fashion Revolution“. Gut erhaltene Kleidung kann dort abgegeben und gegen andere Stücke getauscht werden. Geöffnet ist am Mittwoch von 9 bis 16 Uhr, am Donnerstag von 9 bis 18 Uhr und am Freitag von 9 bis 13 Uhr.

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