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„Wir lachen viel im Haus“

Hospiz feiert Geburtstag/ Bei aller Traurigkeit kommt Humor nicht zu kurz

FLÖRSHEIM (drh) – Seit einem Jahr gibt es das Hospiz in Flörsheim. Den ersten Geburtstag nahm der Hospizverein „Lebensbrücke“ zum Anlass für ein Benefizkonzert und eine kleine Jubiläumsfeier am Sonntagnachmittag in St. Gallus. „Auch wenn ich fast täglich das Hospiz betrete, überkommt mich immer noch Erstaunen: Wir haben es geschafft, das Haus steht“, formulierte Vorsitzende Christa Hofmann ihr Empfinden nach dem jahrelangen Kampf um das Haus. Zahlreiche Ehrengäste wie Bürgermeister Michael Antenbrink, Erster Kreisbeigeordneter Wolfgang Kollmeier, Ärzte und Klinikleiter überbrachten Glückwünsche und Grußworte und stellten stets die Besonderheit der Flörsheimer Einrichtung heraus.

 

„Besser, als sie mit ihren Gästen umgehen, geht es nicht“, lobte beispielsweise der ärztliche Direktor der Main-Taunus-Kliniken Prof. Dr. Michael Booke. Die Palliativärzte des Hauses Dr. Harald Braun und Jörg Rebhan versuchten, die Atmosphäre des Hospizes anhand von erlebten Beispielen festzumachen. „Wir lachen viel im Haus. Werde ich auch schon mal als Dr. Perlhuhn gerufen“, meinte Jörg Rebhan. Die Arbeit im Hospiz sei dennoch keineswegs leicht, doch wenn man auch nicht mehr heilen könnte, so könnte man lindern und die Menschen als Lebende annehmen. Der Kontakt zum Pflegepersonal helfe und die Arbeit erfülle einen täglich. Die gute Verpflegung des Hospizes wurde auch gelobt, wo sonst bekäme ein Arzt schon zu hören: „So dick wie im Hospiz war ich noch nie“.
Dr. Harald Braun hielt aber auch fest, dass das Hospiz selbst in Flörsheim akzeptiert und seinen Platz gefunden hätte. Ein Gast eines Hospizzimmers im Erdgeschoss hätte beispielsweise einmal eine Spaziergängerin spontan gebeten, ihm ein paar Flaschen Piccolo-Sekt zu besorgen und die Frau hätte ohne zu zögern den Einkauf getätigt und die Sektfläschchen besorgt. Im Grußwort von Friedel Roosen, Geschäftsführer der GPR-Kliniken, wurde das Haltgeben für trauernde Familien gelobt. Die Hospizarbeit mache den Umgang mit dem Sterben bewusster. Die Gäste waren sich einig, dass dem ersten Geburtstag noch viele weitere folgen werden und genossen an den offiziellen Part so gerne das Benefizkonzert mit Organist Manuel Braun und Friedrich Anger an der Klarinette. Christa Hofmann las zudem aus dem Buch „Oskar und die Dame in Rosa“ und zeigte damit erneut, dass bei aller Traurigkeit stets auch gelacht werden dürfe. 
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